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Berater stellt bei Besuch Arbeitsphasen der Kulturentwicklungsplanung vor

„Lippstadt ist Kulturpilot.“ Als vor gut zwei Wochen klar war, dass Lippstadt zu den acht Kommunen gehört, die im Rahmen der Kulturagenda Westfalen des Landschaftsverbands Westfalen Lippe (LWL) für eine strategische Kulturplanung ausgewählt wurden, war die Freude bei den Beteiligten groß.

Lippstadt

Einstimmig hatte sich der Schul- und Kulturausschuss im Juli dieses Jahres für die Bewerbung um den professionell begleiteten Planungsprozess entschieden. „Das Thema Kulturentwicklungsplanung beschäftigt Politik und Verwaltung und nicht zuletzt zahlreiche Kulturschaffende in der Stadt schon seit einiger Zeit und die Möglichkeit, mit professioneller Unterstützung und Begleitung die Kulturarbeit in Lippstadt strategisch und organisatorisch weiterzuentwickeln, bringt uns sicherlich einen ganz großen Schritt weiter“, so Wolfgang Streblow, Fachdienstleiter Kultur und Weiterbildung bei der Stadt Lippstadt.

Gestern konnten die Beteiligten bereits die professionelle Unterstützung in Person von Reinhart Richter in Lippstadt begrüßen. Der Kulturberater wird alle ausgewählten Pilotkommunen bei den Planungsprozessen unterstützen und nutzte den Besuch in Lippstadt, um sich einen ersten Eindruck von den kulturellen Aktivitäten zu verschaffen und seine Pläne für die kommenden Monate vorzustellen. Nach Besuchen in den städtischen Kulturinstitutionen Volkshochschule, Musikschule, Stadtgalerie, Stadtmuseum, Bücherei und Stadttheater sowie Gesprächen mit den Institutionsleitern und Vertretern aus Politik und Verwaltung, fasste Richter seinen ersten Eindruck am Nachmittag im Gespräch mit Bürgermeister Christof Sommer zusammen: „In Lippstadt ist schon gute Vorarbeit geleistet worden.“

Aktionen wie das von der SPD angestoßene Kulturforum hätten die Idee einer strategischen Kulturentwicklungsplanung schon stärker ins Bewusstsein vieler Menschen gerückt und auch die herausragenden kulturellen Aktivitäten in Lippstadt zeigten, dass dieser Stadt die Kultur sehr am Herzen liege. Nun ginge es unter anderem auch darum, Nachhaltigkeit für diese Aktivitäten sicherzustellen. „Es darf nicht sein, dass herausragende kulturelle Arbeit verloren geht, nur weil eine treibende Kraft nicht mehr mit an Bord ist“, führte Richter ein Beispiel aus der Praxis an. Kulturarbeit muss laut Richter viel mehr in die Zukunft gedacht werden und gesellschaftliche Entwicklungstrends für die Erarbeitung von eigenen Zielen und Grundlagen für die Kulturarbeit aufnehmen.

Für den Kulturentwicklungsprozess in Lippstadt hat der Berater einen Zeitrahmen von etwa sechs Monaten vorgesehen, in dem schwerpunktmäßig vier Arbeitsschritte erfolgen sollen: 

1. Eine gemeinsame Sitzung von Kulturausschuss und Stadtentwicklungssausschuss zu gesellschaftlichen Entwicklungstrends, 2. Eine Analyse der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken. Diese Analyse soll Grundlage für den dritten Schritt, eine eintägige „Visionskonferenz“, sein, bei der Leitlinien und strategische Ziele erarbeitet werden sollen. Hierfür möchte Richter eine breite Öffentlichkeit – „etwa 90 bis 100 Teilnehmer“ – gewinnen. Ein Gedanke, der bei den Anwesenden auf viel Zuspruch stieß. „Ich halte es für wichtig, dass wir uns möglichst breit aufstellen und von Anfang an viele Interessierte mit ins Boot holen“, so Sabine Pfeffer, Vorsitzende des Schul- und Kulturausschusses. Und Wolfgang Streblow betont: „Alle künstlerisch Aktiven sind eingeladen, denn der Kulturbegriff soll im Rahmen dieser Planung möglichst breit verstanden werden.“ Architektur und Kunst im öffentlichen Raum gehörten dabei genauso dazu wie Musik und Theater. Im vierten Schritt schließlich sollen in einer „Open-Space-Konferenz“ die „Visionen geerdet werden“, wie Richter es formuliert und konkrete Maßnahmen und Projekte erarbeiten werden.

Der Startschuss für das Projekt soll voraussichtlich zu Beginn des kommenden Jahres fallen. „Der Zeitplan ist sicherlich straff, aber es ist möglich, in dieser Zeit wirklich gute Ergebnisse zu erzielen“, gab Reinhart Richter, der als Kulturberater über jahrzehntelange Erfahrung in unterschiedlichen Kulturplanungsprozessen verfügt, den Beteiligten abschließend mit auf den Weg.

 

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