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Nabil Shehata wird neuer Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen

Landrat Andreas Müller „Ein herausragender Musiker, der bereits mit den Besten der Welt gespielt hat“

Stephan Zwickirsch

Nabil Shehata wird neuer Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen. Findungskommission und Orchester haben sich in einem intensiven Auswahlverfahren für den bisherigen Chefdirigenten der Kammeroper München entschieden. Shehata war unter anderem Solokontrabassist der Berliner Philharmoniker mit Sir Simon Rattle und langjähriges Mitglied des West-Eastern Divan Orchestra von Daniel Barenboim. Der künftige Chefdirigent wird seine neue Aufgabe in Siegen-Wittgenstein im kommenden Sommer, rechtzeitig vor Beginn der Spielzeit 2019/2020, antreten. 

„Nabil Shehata ist ein herausragender Musiker. Er spielte bereits mit den Besten in aller Welt und wir freuen uns riesig auf die Zusammenarbeit!“, sagt Landrat Andreas Müller, Vorstand des Trägervereins der Philharmonie: „Die Weihnachtskonzerte, die er vor wenigen Tagen im Apollo-Theater dirigiert hat, sind sowohl beim Publikum als auch bei professionellen Beobachtern hervorragend angekommen. Ich bin sicher, dass sowohl das Orchester als auch die Konzertbesucher sich auf viele interessante, spannende und unterhaltsame Musikerlebnisse freuen dürfen!“

Auch Intendant Michael Nassauer und Orchestervorstand Guido Braun freuen sich auf die Zusammenarbeit mit Shehata: „Eine solch große und vielversprechende Auswahl an guten Bewerbern hatte die Philharmonie Südwestfalen noch nie, deshalb freut es uns umso mehr, dass Nabil Shehata mit einer klaren und großen Mehrheit vom Orchester gewählt worden ist. Er ist ein phantastischer Lehrer und dabei sym¬pa¬thisch und bodenständig. Wir sind sehr gespannt und neugierig!“

Vom Solokontrabassisten der Berliner Philharmoniker zum weltweit engagierten Dirigenten

Im Alter von sechs Jahren erhielt Nabil Shehata zunächst Klavierunterricht von seiner Mutter. Anschließend begann der Sohn deutsch-ägyptischer Eltern mit dem Kontrabassunterricht. Shehata ist Gewinner zahlreicher internationaler Wettbewerbe, einschließlich des ARD Musikwettbewerbs, in dem er neben dem ersten Preis auch den beliebten Publikumspreis erhielt. Von 2004 bis 2008 war er Solokontrabassist bei den Berliner Philharmoniker.
Nach ersten Erfahrungen in der Arbeit mit verschiedenen Jugend- und Kammerorchestern gab Shehata im Jahr 2007 sein von der Kritik hoch gelobtes Dirigierdebut in Cottbus und dirigierte schon im darauf folgenden Jahr das Simon-Bolivar-Orchester. Danach folgten Dirigate in aller Welt: unter anderem mit den Düsseldorfer Symphonikern, der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, dem Rundfunkorchester in Ljubljana, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse, dem Orchestre National des Pays de la Loire, dem Bilbao Symphony Orchestra sowie dem Evermay Chamber Orchestra in Washington, dem Osaka Philharmonic Orchestra, dem New Japan Philharmonic Orchestra oder dem Macao Philharmonic Orchestra.
Nach der erfolgreichen Sommerproduktion „Der Diener zweier Herren“ mit der Kammeroper München im Jahre 2011 wurde Nabil Shehata vom Orchester mit sofortiger Wirkung zum Chefdirigenten ernannt. Seitdem leitet er die Produktionen des Ensembles.
Die Förderung des musikalischen Nachwuchses liegt Nabil Shehata sehr am Herzen. Großes Engagement gilt dabei dem West-Eastern Divan Orchester, zu dessen langjährigen Mitgliedern er gehörte.

Rund 200 Bewerber um die Nachfolge von Charles Olivieri-Munroe

Im Juli 2018 ist das Chefdirigat von Charles Olivieri-Munroe zu Ende gegangen. Für seine Nachfolge waren knapp 200 Bewerbungen aus aller Welt eingegangen – „ein außergewöhnlich umfangreiches Bewerberfeld und das Niveau war bestechend hoch!“, betont Landrat Andreas Müller, Vorstand des Trägervereins. Eine elfköpfige Findungskommission stellte sich der Aufgabe, aus dem umfangreichen Bewerberfeld den geeignetsten Kandidaten als neuen Chefdirigenten für die Philharmonie auszuwählen.

In der Woche nach Pfingsten fanden 24 Probedirigate statt, im Juli wurden sieben Bewerber zu Vorstellungsgesprächen eingeladen. Von denen erhielten drei die Chance, sich mit Finalkonzerten im November und Dezember der Region vorzustellen und damit eine Visitenkarte abzugeben. Am Ende entschied sich die Findungskommission für Nabil Shehata.

 

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