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Demografiebeauftragte stellte Kampagne in Düsseldorf vor

Bei der vom NRW Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter organisierten Veranstaltung „Bessere FAIReinbarkeit von Beruf & Pflege – nicht nur Frauensache“ war neben weiteren Experten mit Christa Beermann auch die Demografiebeauftragte der Kreisverwaltung eingeladen. Sie stellte in der Arbeitsgruppe „Integrierte Unterstützungsstrukturen vor Ort“ die Kampagne „Pflege und Beruf“ vor.

UvK/Ennepe-Ruhr-Kreis

In ihrer Begrüßung hatte auch Ministerin Barbara Steffens insbesondere an Arbeitgeber und Personalverantwortliche appelliert, pflegende Berufstätige bei der Vereinbarkeit von Pflege und Erwerbsarbeit stärker zu unterstützen. In vielen Unternehmen habe die Vereinbarkeit von Beruf und Pflege bisher noch keinen hohen Stellenwert.

Um das zu ändern, hat das Netzwerk Wiedereinstieg Ennepe-Ruhr vor gut zwei Jahren die Kampagne gestartet. Auf Postkarten und Plakaten sowie im Internet (www.arbeiten-pflegen-leben.de) demonstrieren Unternehmen ihre Unterstützung für pflegende Beschäftigte. Tenor: „Sie pflegen? Wir unterstützen sie“. Mit der Aussage „Ich pflege meine Mutter“ machen zudem Pflegende anderen Pflegenden Mut und tragen dazu bei, die Öffentlichkeit für das Thema und die Belastungen der Betroffenen zu sensibilisieren.

Alle Unternehmen, die sich an Kampagne beteiligen, kreisweit inzwischen knapp 20, dokumentieren laut Beermann sehr öffentlichkeitswirksam: „Wir möchten einen Beitrag leisten, um das Bewusstsein für die Bedürfnisse pflegender Angehöriger zu steigern, sie zum Thema in Betrieb und Öffentlichkeit zu machen.“ Fakt sei nämlich, so Beermann weiter, „während es quasi selbstverständlich ist, andere an der Geburt eines Kindes Anteil haben zu lassen, hängt es am Arbeitsplatz kaum jemand an die große Glocke, wenn der Alltag plötzlich Kopf steht, weil Eltern oder Angehörige nicht mehr allein zurechtkommen.

Trotz der dann für die Angehörigen einsetzenden Doppelbelastung, die vor allem von Frauen übernommen wird, ist für viele ihr Beruf enorm wichtig. Nicht nur aus finanziellen Gründen und zur der Vermeidung von späterer Altersarmut, sondern auch als Gegengewicht zum Pflegealltag. „Deshalb“, so auch der eindeutige Tenor der Veranstaltung in Düsseldorf. „ist es von hoher Bedeutung, dass Berufstätige -Frauen wie Männer – ´Ja´ zur Pflege Angehöriger sagen können. Denn häusliche Pflege durch vermeintlich einfachere stationäre Unterbringung zu ersetzen, entspricht oftmals auch nicht den Wünschen der Pflegebedürftigen.“

Die Pflege von Angehörigen wird vor allem von Männern hauptsächlich als eine Aufgabe für Frauen angesehen. Das muss sich ändern. „Mehr als 70 Prozent der pflegenden Angehörigen sind weiblich. Pflege ist aber nicht allein Frauensache. Hier müssen die Männer ihr Engagement dringend verstärken“, forderte Steffens. Bei der Pflege sei man von einer Gleichberechtigung noch weit entfernt. Doch auch hier müssten die häuslichen Lasten gerecht verteilt werden – und „Frauen wie Männer benötigen zur Vereinbarkeit von Pflege mehr Unterstützung durch Staat, Gesellschaft und Unternehmen.

Umfangreiche Informationen über die Kampagne „Pflege und Beruf“ sowie Beispiele dafür, wie und warum an der Kampagne beteiligte Unternehmen ihre Mitarbeiter unterstützen, finden sich unter www.arbeiten-pflegen-leben.de.

Unternehmen, die die Kampagne unterstützen, im Überblick AHE Entsorgungsfachbetrieb/Wetter, AVU Gevelsberg, biw Isolierstoffe/Ennepetal, DRK Witten, HAZ Arbeit + Zukunft/Hattingen, Helios Klinikum Schwelm, hwg Hattingen, IG Metall Bildungszentrum Sprockhövel, Kreisverwaltung des Ennepe-Ruhr-Kreises, SIHK zu Hagen, Sparkasse Ennepetal-Breckerfeld, Stadt Ennepetal, Stadt Gevelsberg, VHS Witten/Wetter/Herdecke, Zentrum für individuelle Prävention/Wetter

Stichwort Netzwerk Wiedereinstieg Ennepe-Ruhr

Das Netzwerk ist eine Initiative regionaler Akteure. Es engagiert sich für den Wiedereinstieg von Frauen ins Erwerbsleben und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, insbesondere auch um die Vereinbarkeit von Beruf und Angehörigenpflege. Das Netzwerk wird koordiniert von der Demografiebeauftragten des Ennepe-Ruhr-Kreises, Christa Beermann, Tel.: 02336/93 22 23, Email: C.Beermann@en-kreis.de.

 

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