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„Windkraftpläne sind existenzbedrohend“

Winterberger Hoteliers nehmen Stellung zum Regionalplan Arnsberg.

Miguel Saavedra / freeimages.com

Der Hotel- und Gastronomiestammtisch Winterberg beobachtet mit höchster Sorge die geplante Ausweisung von Windkraftflächen im Regionalplan der Bezirksregierung Arnsberg. In einem Schreiben an Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann geben die Beteiligten ihren Befürchtungen Ausdruck und unterstützen die Entscheidung des Winterberger Stadtrats, die Ausweisung von sieben der geplanten acht Flächen abzulehnen.

Da der Erholungstourismus in Winterberg der dominierende Wirtschaftsfaktor ist, befürchten die Hoteliers bei Realisierung der Arnsberger Pläne massive Umsatzeinbußen, die für einen Teil der Betriebe das Aus bedeuten könnten. Im Vergleich zu anderen Orten in der Region nehme Winterberg in Südwestfalen eine Ausnahestellung ein. Dabei stützen sich die Touristiker hauptsächlich auf den hohen Anteil des Tourismus an der Gesamtwertschöpfung der Stadt. Mit rund 70 Prozent sei der Tourismus der wichtigste Wirtschaftsfaktor  Winterbergs.

Motivation für einen Urlaub im deutschen Mittegebirge ist für die meisten Menschen das Erleben von Natur und Landschaft, genau darauf setzt die Ferienwelt Winterberg seit Jahren, insbesondere auch in der grünen Jahreszeit,  mit Erfolg. Studien hingegen belegen bereits jetzt, dass Gäste Windräder und insbesondere Windparks als störend empfinden. Die Hoteliers befürchten, dass eine Umsetzung der im Regionalplan ausgewiesenen Flächen das Landschaftsbild nachhaltig stören und einen Übernachtungsrückgang mit sich ziehen wird.

Als Beleg stellen sie eine Rechnung auf: Bereits ein Rückgang der Übernachtungen in der sensiblen Sommersaison von Mai bis Oktober von 10 Prozent könne in den eher kleinen, meist familiengeführten Hotels, zu einem Umsatzverlust von 1,8 Millionen Euro führen. In einer Branche, die mit zunehmender Preissensibilität bei gleichzeitig steigenden Kosten kämpfe, kann dieser Umsatzrückgang existenzbedrohend sein, sind die Hoteliers überzeugt. Mit einem Sterben von Betrieben hätten dann die Windräder nicht nur Auswirkung auf das Landschaftsbild sondern in der Folge auch auf die Struktur der Dörfer und Städte der gesamten Region.

Auch stellen sich die Hoteliers und Gastronomen die Frage, warum das Land einerseits Förderprojekte wie die Sauerland Gastgerberwerkstatt unterstütze, um die kleinen Inhabergeführten Betriebe zu stabilisieren, wenn es andererseits die positiven Effekte durch die Ausweisung von Windkraftvorrangzonen wieder gefährde.

„Wir plädieren für eine Energiewende mit Augenmaß“, so die Mitglieder des Hotel- und Gastronomiestammtischs Winterberg im ihrem Schreiben. „Darum sind wir auch nicht komplett gegen Windkraft, sondern unterstützen die seitens der Stadt Winterberg favorisierte Fläche bei Altenfeld.“

Damit fordert der Hotel und Gastronomiestammtisch den Regierungspräsidenten, Dr. Bollermann, auf, die vorgesehene Ausweisung der Windvorrangflächen zurückzunehmen und die bestehende Beschlusslage der Stadt Winterberg zu berücksichtigen.

 

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