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Birmecke: Land- und Wasserwirtschaft kooperieren seit 20 Jahren

Hochsauerlandwasser GmbH

Wehrstapel/Heinrichsthal. Der Grundgedanke ist ebenso einfach wie wirksam: Stoffe, die man nicht im „Lebensmittel Nr.1“ – dem Trinkwasser – haben möchte, sollen erst gar nicht ins Rohwasser gelangen. Um dieses Prinzip effektiv umsetzen zu können, arbeiten Land- und Wasserwirtschaft zusammen – auf Ebene des Landes NRW, aber auch „im Kleinen“, vor Ort. Vor 20 Jahren wurde die Kooperation für die Wassergewinnung Birmecke II nördlich von Heinrichsthal ins Leben gerufen – zwischen sieben Landwirten und der heutigen Hochsauerlandwasser GmbH (HSW). Zum „runden Geburtstag“ blickten jetzt beide Seiten zurück – und auch ein Stück voraus.

Hintergrund der Kooperation: Rund 80.000 Kubikmeter Wasser pro Jahr erzielt die HSW aus der Gewinnungsanlage Birmecke II – von dort wird das „kühle Nass“ zum Wasserwerk Mengesohl geführt, wo es dann gemeinsam mit weiteren Vorkommen in mehreren Schritten zu Trinkwasser aufbereitet wird. Allerdings: „In früheren Jahrzehnten hatten wir immer das Problem, dass in der Birmecke das Wasser einen zu hohen Nitratgehalt hatte“, erinnert sich Robert Dietrich, Technischer Geschäftsführer der HSW. Laut Trinkwasserverordnung liegt der Grenzwert bei 50 Milligramm je Liter – im Rohwasser der Birmecke wurden aber Werte von über 60 Milligramm gemessen. Zu tun hatte das vor allem mit der landwirtschaftlichen Nutzung im Einzugsgebiet der Gewinnungsanlage. Hier wurde früher vor allem Mais angebaut – die intensive Düngung sowie die biologischen Eigenheiten der Pflanze führten zu einer vergleichsweise hohen Nitratbelastung im Boden.

Hier setzt die Kooperation an: „Die Landwirte verpflichten sich zu einer Nutzung ihrer Flächen, die Einträge unerwünschter Stoffe vermindert oder ausschließt – im Gegenzug erhalten sie Ausgleichszahlungen von der Wasserwirtschaft, um sie für Nutzungsausfälle zu entschädigen“, erläutert Robert Dietrich. In der Birmecke verpflichteten sich die Landwirte vor 20 Jahren, Ackerflächen in Grünland umzuwandeln, die Düngung umzustellen und deutlich zu verringern sowie kein Vieh auf den betroffenen Flächen zu  halten. Mit Erfolg: „Die Nitratbelastung im Rohwasser sank auf Werte um 30 Miligramm pro Liter, Pflanzenbehandlungs- und Schädlingsbekämpfungsmittel sind überhaupt kein Thema mehr.“

Die Kooperation umfasst Flächen von 16,5 Hektar – in den Wasserschutzzonen II und III oberhalb der Gewinnungsanlage Birmecke II. Für die richtige Bewirtschaftung ihrer Flächen erhalten die Landwirte Unterstützung von der Landwirtschaftskammer – zum Beispiel von Fachberater Martin Hoppe. „Grünland hat eine sehr gute Infiltrationswirkung“, weiß der Fachmann. Damit diese erhalten bleibt, sind der Anbau geeigneter Pflanzen und auch eine richtige Düngung wichtig. „Ansonsten bilden sich Gräser, die kaum noch Nitrat binden – und auch die Erträge für die Landwirte gehen zurück.“

Durch die Zusammenarbeit mit Landwirten und Kammer sei auf beiden Seiten Vertrauen gewachsen, bestätigt Robert Dietrich: „Eine solche Kooperation muss gelebt werden – und dabei muss man fair miteinander umgehen.“ Dazu gehören auch Absprachen und Informationsaustausch: „Wenn wir wissen, was auf welchen Flächen passiert, hilft uns das bei der Trinkwasseraufbereitung.“ Im Übrigen liege eine richtige Bewirtschaftung der Flächen im ureigenen Interesse der Landwirte, ergänzt Martin Hoppe: „Die Natur ist unsere Ressource.“

„Wir sind mit der Bewirtschaftung, wie sie jetzt erfolgt, sehr zufrieden“, resümiert HSW-Geschäftsführer Dietrich. Ziel müsse es sein, die Nitrat-Werte im Rohwasser noch weiter zu senken. Und dabei seien die Landwirte kein Gegner, sondern Partner: „Hier hat sich mittlerweile eine konstruktive Zusammenarbeit im Bereich Gewässer- und Bodenschutz entwickelt.“

 

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