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IT & Telekommunikation

Augmented, Virtual und Mixed Reality: Nur ein Hype im Businessumfeld?

Dass die erweiterte und virtuelle Realität in Zukunft noch eine viel größere Rolle spielen werden, da ist sich jeder sicher. Wo die Technologie in Gaming und Entertainment längst angekommen ist und sich im Grunde auch schon etabliert hat, nimmt sie im Businessumfeld erst langsam, aber dennoch bestimmt, an Fahrt auf.

Um es vorwegzunehmen: Es handelt sich bei AR, VR und Mixed Reality nicht nur um einen Hype, der gerade wieder etwas abzuklingen scheint; die Einsatzmöglichkeiten der Technologien sind dafür einfach zu vielversprechend. Doch wie sehen diese aus und was ist der Stand der Dinge?

Die „neuen Realitäten“ auf dem Vormarsch

Knapp fünfzig Jahre ist es her, dass Ivan Sutherland die Augmented Reality erfand, bzw. die heutigen Headsets auf fast prophetische Weise voraussagte. 1968 präsentierte Sutherland dann das heute als erstes echtes Head Mounted Display bekannte „Sword of Damocles“, einen Apparat, der geometrische Formen ins Sichtfeld projizierte, die sich synchron zu den Bewegungen des Kopfes mitbewegten. Heute scheint dieser Apparat aus der Steinzeit zu sein. Denn prinzipiell kann jeder, der im Besitz eines Smartphones oder Tablets ist (Smartphonebesitzer gibt es weltweit mittlerweile über 2,5 Milliarden), im Jahr 2019 AR nutzen, um digitale Elemente in die reale Welt zu projizieren. Wer ganz in die virtuelle Welt eintauchen möchte, setzt sich einfach eine längst für fast jeden erschwingliche VR-Brille auf. Mittels Mixed Reality und entsprechenden Brillen ist es sogar möglich die Hände frei zu haben, um virtuelle Objekte in der realen Welt zu verschieben.

Sowohl AR und VR, als auch MR waren in den vergangenen Jahren eines der meist gehypten Themen. Laut dem Gartner-Hype-Cycle befand sich allerdings die AR beispielsweise im August 2018 wieder an einem absoluten Tiefpunkt. Auch um die MR stand und steht es da nicht gut. Dass der erste Hype vorbei ist, heißt allerdings gar nichts. Die Technologien finden immer häufiger Einzug in den Alltag und erste tragfähige Geschäftsmodelle entstehen.

Beispiele in der Wirtschaft für den Einsatz der neuen Realitäten

Noch ist der Markt für die Technologien relativ klein. Dennoch ist stark davon auszugehen, dass sich dies in den kommenden Jahren ändern wird. Diverse Wirtschaftszweige profitieren nämlich bereits von den Einsatzmöglichkeiten gerade von AR und MR:

  • Der Landmaschinenhersteller „AgCo“ hat mit dem AR-Tool „Vuforia Studio“ auf Basis bestehender CAD-Modelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen für die Microsoft HoloLens erstellt. AgCo konnte dadurch die Anlernzeit für neue Mitarbeiter, die bislang mehr als 200 ausgedruckte Powerpoint-Seiten zu studieren hatten, von fünf auf zwei Tage reduzieren. Gleichzeitig habe AgCo damit die Zeit für Installationen und die Fehlerquote reduziert.
  • BEA Systems konnte das Training neuer Mitarbeiter für die Montage einer Bus-Batterie durch den Einsatz einer Mixed-Reality-Anleitung via HoloLens um insgesamt 30-40% effizienter gestalten.
  • Hyundai zeigte bereits auf der CES 2016 ein smartphone-basiertes AR-Benutzerhandbuch für Autos. Auf dem Display wurden Erklärungen für das Armaturenbrett angezeigt. Die App direkt über dem Motorblock gab außerdem Anweisungen, wie etwa der Ölwechsel oder andere Service-Dienstleistungen durchzuführen sind.
  • Die Deutsche Bahn nutzt AR und MR beispielsweise schon bei der Wartung. Servicetechniker können hier mittels AR Informationen zur Reparatur direkt erhalten und müssen nicht erst durch Handbücher blättern.

Gerade auch in den Bereichen E-Government und E-Commerce bieten die Technologien der neuen Realitäten ganz besonders spannende Einsatzmöglichkeiten.

VR und AR im E-Government

Stärker denn je treiben Behörden in Deutschland aktuell E-Government-Projekte voran. Das verspricht einen besseren Service für Bürgerinnen und Bürger sowie effizientere Abläufe. Doch auch für die Wirtschaft wird E-Government immer interessanter. Mittlere und große Unternehmen investieren etliche Personaltage, um Anträge sowie Daten bei Behörden einzureichen. Dieser Bürokratieaufwand kann mittels E-Government deutlich verringert werden, indem Behördengänge digitalisiert, bzw. effektiviert und beschleunigt werden. Sinnvolle Leitfäden, in denen Unternehmen Grundsätze und Handlungsempfehlungen finden, um ihre E-Government-Projekte erfolgreich realisieren zu können, gibt es bereits vielfach. Sie listen etwa Erfolgsfaktoren für die Umsetzung der digitalen Aktenführung auf oder erläutern die Herausforderungen des Prozessmanagements und wie sie zu meistern sind. Doch auch AR und VR haben sich im E-Government-Bereich bereits bewährt.

Beim E-Government-Wettbewerb, bei welchem jährlich Vorhaben zur Modernisierung und Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung in Deutschland, Österreich und der Schweiz prämiert werden, gewannen zwei VR- und AR-Projekte. Beim Projekt „Virtual and Augmented Reality im Hamburger Hafen“ ist die Idee, den Hamburger Hafen mit all seinen Infrastrukturen in einem 3D-Hafenmodell abzubilden und dieses mit virtueller und erweiterter Realität besichtigen, erleben und darin planen zu können. So könnten Bauprojekte mittels der digitalen Planungsmethode „Building Information Modelling“ im Hafenmodell veranschaulicht werden. Die Baustelle könnte somit von allen Beteiligten virtuell begangen werden.

Für das Projekt „Virtual Reality Bus“ wurde ein Kleinbus umgebaut, um etwa die Wirkung von Virtual Reality in bewegten Objekten erforschen und erkunden zu können. Statt Fenstern hat der Dreisitzer großflächige Bildschirme an den Seiten und außen sind Kameras installiert. Während der Fahrt kann der virtuelle Modus angeschaltet und eine Außenwelt so realitätsnah wie möglich gezeigt werden. Das vermittelt den Mitfahrern das Gefühl, sich in einer anderen Umgebung zu befinden. Eingesetzt werden 360-Grad-Modelle und Filme.

E-Commerce und die neue Technologie

Da MR die noch am wenigsten verbreitete Technologie ist, trifft es vor allem auf VR und AR zu: Der Onlinehandel kann schon jetzt von den neuen Realitäten profitieren und tut dies stellenweise auch. Doch vor allem in den kommenden Jahren könnten sich durch VR und AR neue spannende Möglichkeiten für Unternehmen und ihre Kunden auftun. Spätestens wenn VR, was die Nutzerakzeptanz und Nutzerzahlen angeht, massentauglicher geworden ist, sollte die Technologie nicht mehr eine reine Nischensache für E-Commerce-Spezialisten mit hohem Budget darstellen.

Grundsätzlich bieten die noch recht jungen Technologien Unternehmen effektive Möglichkeiten, ihren Kunden einzigartige Nutzererlebnisse zu bieten und sich damit im Wettbewerb abzuheben. Wie sich AR und VR im Online-Handel einsetzen lassen, hat etwa CGTrader auf der diesjährigen E-Commerce Berlin Expo demonstriert.

Große Onlinehändler haben aber bereits 2016 gezeigt, dass sich VR im E-Commerce beeindruckend umsetzen lässt. So haben der chinesische Onlinegigant Alibaba und die Auktionsplattform eBay vor drei Jahren die ersten sogenannten VR-Stores vorgestellt. Die Konzepte allerdings wurden individuell unterschiedlich umgesetzt. So fotografierte Alibaba in Zusammenarbeit mit Ketten wie Macy’s und Costco real existierende Ladengeschäfte mit einer 360°-Kamera ab. Ganz im Stile von Googles Street View, nur eben in Geschäften. VR-Anwender können dadurch nun durch die virtuellen Repräsentationen der Läden „spazieren“ und dort wie gewohnt shoppen.

Das Online-Auktionshaus eBay verfolgte dagegen einen eher abstrakten Ansatz: Es hat den ersten VR-Store als App für iOS und Android konzipiert. Produkte konnten in Kategorieblasen schwebend betrachtet werden; beim längeren Betrachten eines bestimmten Produkts bekamen User Produktdetails sowie detailliertere Ansichten zur Auswahl. Alibabas Konzept scheint allerdings erfolgreicher. In einem Ladengeschäft fühlen sich Kunden wohler, als in abstrakten virtuellen Räumen. Produkte wie in realen Geschäften präsentiert und gruppiert aufgestellt anbieten zu können, dürfte daher für Onlinehändler in Zukunft ein verlockendes Konzept sein.
Man stelle sich etwa extrem komplexe Produkte vor, deren Verkauf im E-Commerce nicht immer leicht ist. Oft reichen Text, Bild und Video in komprimierter Form nicht immer aus, um erklärungsbedürftige Details verständlich zu machen. Integrieren Onlinehändler aber VR und/oder AR sinnvoll in ihre Shops, können Kunden die Anwendung von Produkten virtuell erleben und Fragen durch virtuelles Ausprobieren lösen. Denkt man diese Idee weiter, ergeben sich Einsatzmöglichkeiten für unzählige Onlinehändler und diverse Produktkategorien. Beim Onlineshoppingerlebnis dürften die neuen Realitäten zukünftig also vor allem den Wohlfühl- und Begeisterungsfaktor der Kunden erhöhen, weshalb die Technologien im E-Commerce in nicht allzu ferner Zukunft sicherlich noch deutlich relevanter werden.

 

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