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Interviews

Gespräch mit Geschäftsführer Hartmut Herrmann: „Unsere Stärke ist Veränderungsbereitschaft!“

Die yourfone.de GmbH eroberte vor zwei Jahren mit „nichts außer“ einer Allnet Flat und 340.000 Facebook-Fans den als übersättigt abgeschriebenen Mobilfunkmarkt. Geschäftsführer von Business-on.de Christian Weis, sprach mit Hartmut Herrmann, Geschäftsführer von yourfone.de über das Erfolgsgeheimnis des Kunden als Unternehmensmitarbeiter, Trends und Schattenseiten der Mobilfunkbranche sowie über das Problem mit Zielsetzungen.

Die yourfone.de GmbH eroberte vor zwei Jahren mit „nichts außer“ einer Allnet Flat und 340.000 Facebook-Fans den als übersättigt abgeschriebenen Mobilfunkmarkt. Geschäftsführer von Business-on.de Christian Weis, sprach mit Hartmut Herrmann, Geschäftsführer von yourfone.de über das Erfolgsgeheimnis des Kunden als Unternehmensmitarbeiter, Trends und Schattenseiten der Mobilfunkbranche sowie über das Problem mit Zielsetzungen.

Business-on.de: Der Mobilfunkmarkt ist im Wandel. Waren es vor zehn Jahren noch vier große Netzbetreiber, die den Markt mit Angeboten und Preisen dominierten, gibt es heute zahlreiche Anbieter, die sich mit Discount-Tarifen, Flat-Paketen und den dazugehörigen Produkten versuchen zu unterbieten. Hat der Markt überhaupt noch Platz für einen weiteren Anbieter?

Hartmut Herrmann: Nach zwei erfolgreichen Jahren auf dem Markt, ist die Frage bereits beantwortet. Aber vor unserem Start haben wir uns die Frage auch gestellt und intensive Marktforschung betrieben. Was gibt es für Anbieter, welche Produkte bieten sie an, welche Nische kann überhaupt noch besetzt werden…? Dies alles galt es vor der Unternehmensgründung (Unternehmensgründung Rechtsform) herauszufinden. Mit den Überlegungen, welche Ideen es noch nicht gibt und welche Konzepte noch umgesetzt, welche Zielgruppen angesprochen werden können, sind wir auf das Konzept von yourfone.de gekommen.

Business-on.de: Welche Erkenntnis aus den vorangegangenen Marktanalysen hat die Entscheidung für den Geschäftsgang gebracht?

Hartmut Herrmann: Wir haben erkannt, dass es eine Zielgruppe, die der Mobile Lifestyler (Anm. d. Red.: Der Begriff wurde im Zuge der Analyse von yourfone.de geprägt und bezieht sich auf die Gruppe der 18- bis 34-jährigen Smartphone-Benutzer) gibt, die ein höheres Bedürfnis an mobiler Kommunikation hat. Das Wissen haben wir in unserem Marketingkonzept umgesetzt; durch die Einbindung der Community in unserern Geschäftsentscheidungen war der Launch der nächste konsequente Schritt.

Business-on.de: Stichwort „Crowdsourcing“: Mit der konsequenten Einbeziehung Ihrer Kunden im Social Web haben sie als erstes Mobilfunkunternehmen einen neuen digitalen Trend gesetzt. Erklären Sie uns, wie das umgesetzt wurde?

Hartmut Herrmann: Wir haben uns bewusst dafür entschieden, die Community mit einzubinden, statt sie, wie es die meisten anderen Unternehmen handhaben, auszugrenzen. Wir begreifen unsere Kunden – so weit es möglich ist – als Mitarbeiter unseres Unternehmens und lassen sie an Entscheidungen teilhaben. Noch bevor wir gegründet oder ein Produkt bekannt gegeben hatten, haben wir auf Facebook gelauncht und sind mit der Community in den Dialog getreten. Fans und Interessierte waren mit verantwortlich für den Claim der yourfone GmbH und haben entschieden, welche Produkte und Incentives wir anwerben.

„Crowdsourcing hat den Vorteil, nichts falsch machen zu können!“

Business-on.de: Waren Sie zufrieden mit der Resonanz im Netz und vor allem mit dem Ergebnis?

Hartmut Herrmann: Super zufrieden. Vor allem der yourfone Songcontest hat mich überzeugt. Über das Internet hatten wir dazu aufgerufen, mit uns Musik für das Unternehmen zu kreieren. Über 550 Bands hatten sich darauf hin beworben und die Community kürte Band und Song zum Gewinner. Die Resonanz war überwältigend. Daher führen wir die Zusammenarbeit auch weiter: Auf die Aktivität auf Facebook ist unser erster Handyshop zurückzuführen, der bereits kurz nach der Gründung eröffnet wurde. Und mit Hilfe der Community wird momentan unsere neue Webseite konzipiert. Die Mitentscheidung der Community hat den Vorteil, dass wir eigentlich nichts falsch machen können. Denn das was der Kunde möchte, ist per Definition richtig. Natürlich gab es auch wirtschaftlich heikle Entscheidungen. An denen hat man etwas zu knabbern. Grundsätzlich aber war und ist der Dialog auf Augenhöhe mit der Community für uns der richtige Weg.

„Die neue Welt… Angekommen sind wir noch nicht, aber auf einem guten Weg dorthin.“

Business-on.de: Konzentriert sich die Zusammenarbeit also hauptsächlich auf Facebook?

Hartmut Herrmann: Jein. Auf der einen Seite ist Facebook ein für uns dramatisch wichtiger Kanal. Nicht zuletzt wegen der über 340.000 Fans, die yourfone.de mittlerweile zählt. Facebook ermöglicht eine ehrliche Kommunikation mit direkter Rückmeldung und ist für uns ein großer Distributionskanal. Auf der anderen Seite ist Content auch und vor allem auf unserer eigenen Webseite wichtig. Heute gibt es tausende Möglichkeiten, Content zu verbinden oder zu erstellen. Facebook ist nur einer davon. Wenn du zielgerichtet arbeiten willst, muss dein Content zum einen relevant und zum anderen wieder auffindbar sein. Wenn dir das mit deinem Unternehmen gelingt, dann bist du in der neuen Welt angekommen. Ich will nicht behaupten, dass wir am Ziel sind, aber auf jeden Fall sind wir auf einem guten Weg.

Business-on.de: Was bietet die yourfone GmbH, was anderen Anbietern fehlt?

Hartmut Herrmann: Im Prinzip nichts. Wir bieten das, was andere auch bieten, aber konzentriert. Auf dem Produkt-Portfolio sind wir deutlich reduzierter aufgestellt. Im Grunde bieten wir mit der Allnet Flat nur ein Produkt an. Aber das ist für unsere Zielgruppe offenbar auch die einzig relevante. Unser Kunde möchte einmal bezahlen, ohne auf versteckte Kosten achten zu müssen. Unser Prinzip folgt diesem Wunsch. Wir versuchen auf der Produktebene eine neue Transparenz zu schaffen, was uns gut gelungen ist. Das Konzept „Ein Produkt, ein Preis“ ist meiner Meinung nach ein sehr faires Modell.

Business-on.de: In Ihrem Unternehmensprofil schreiben Sie von Mobilfunkangeboten, die sich an die „moderne Generation Mobilfunknutzer“ richtet. Welche Angebote sind genau damit gemeint?

Hartmut Herrmann: Die moderne Generation Mobilfunknutzer ist eine sehr dynamische Zielgruppe. Zwischen 18 und 34 Jahren alt sind sie begeisterte Smartphone-Nutzer, legen also großen Wert auf ihr Endgerät. Das Handy ist ein unheimlich wertvolles Statussymbol geworden und hat meiner Meinung nach längst das Auto abgelöst. Warum ein Nutzgerät so wichtig ist? Weil sich alles darauf befindet, was das Leben definiert. Wir speichern auf unserem Handy hochsensible Daten und dokumentieren unseren Tagesablauf. Als Mobilfunkanbieter kannst du den Nutzer in seinen Bedürfnissen unterstützen. Dafür braucht es nur das eine Produkt. Mit der Allnet Flat werden dem Kunden lästige Fragen und Entscheidungen erspart und er kann sich auf das für ihn Wesentliche konzentrieren.

Die Welt dreht sich zu schnell für Ziele; „In fünf Jahren könnten Smartphones aus der Mode sein.“

Business-on.de: Schön, dass Sie so bescheiden sind…

Hartmut Herrmann: Wer kann schon sagen, was in fünf Jahren sein wird. Welche neuen Möglichkeiten uns die Technologie bieten wird? Vor etwas mehr als fünf Jahren kam das iPhone auf den Markt und hat die Welt verändert. Wer weiß, vielleicht wird im kommenden Jahr etwas erfunden, was Smartphones abschaffen wird. Unser Ziel ist es, am Puls der Zeit zu bleiben. Unsere größte Stärke ist die Veränderungsbereitschaft und das soll auch so bleiben.

Business-on.de: Während eine Zeit lang die Handys nicht klein genug sein konnten, verzeichnet sich nun ein Trend zu eher unhandlichen Geräten ab. Smartphones mit großen Displays und Touchscreenfunktion stehen im Fokus. Teilweise werden sogar Tablets den Smartphones bevorzugt. Wird die Telefonie gar noch von Funktionen wie E-Mail, Entertainment-Apps und mobiles Internet in den Hintergrund gedrängt und verliert an Bedeutung?

Hartmut Herrmann: Die Telefonie ist genau wie die E-Mail Funktion und die Entertainment-Apps nur eine Anwendung von vielen. Erstmal ist jedoch alles Neue interessant und Gewohntes rückt in den Hintergrund. Der Trend, der sich aktuell beobachten lässt, ist der der Diversifizierung. Man kann sagen, dass das Smartphone erwachsen geworden ist. Es ist gereift. Es gab eine Zeit, da wurde jedes Jahr eine Innovation vorgestellt, heute unterscheiden sich die einzelnen Modelle nicht mehr viel voneinander. Daher steht die Spezialisierung im Fokus. Gadgets machen den Unterschied, davon kann das Smartphone offenbar nicht genug haben. Die Größe des Displays ist kompatibel zu der Anwendungsvielfalt.

Business-on.de: Und wie sieht das Smartphone der Zukunft aus. Eine Kombination Smartphone – Uhr (Stichwort Smartband) gibt es bereits. Sprechen wir wohlmöglich in fünf Jahren alle in unsere Handgelenke?

Hartmut Herrmann: Noch ist die Anwendung nicht ausgereift, ich bin mir aber sicher, dass dahingehend noch etwas kommen wird. Jeder benutzt eine Uhr, jeder benutzt ein Handy. Wieso sollte man die beiden Funktionen nicht koppeln? Die höhere Digitalisierung des Lebens finde ich persönlich klasse. Es gibt unzählige Möglichkeiten, das Internet mobil zu nutzen. Es wird spannend bleiben, wohin uns das führt.

Das Trade-off-Prinzip: „Jede Innovation hat ihre Schattenseite.“

Business-on.de: Die Möglichkeit jederzeit und überall erreichbar sein zu können, empfinden nicht alle als Segen. Ist die moderne Generation der Mobilfunknutzer eventuell stressgeplagter und anfälliger für moderne Krankheiten wie Burnout als es noch unsere Eltern waren?

Hartmut Herrmann: Generell zieht jede neue Entwicklung, jede Veränderung auch Nachteile mit sich. Überspitzt gesagt, gäbe es ohne die Erfindung des Autos keine Verkehrstote. Die gegenläufige Abhängigkeit, der sogenannte „Trade-off“ macht sich jedoch erst mit einiger Verspätung bemerkbar. Die Menschheit hat jedoch bewiesen, dass sie sich auf solche Veränderungen und ihre Nebenwirkungen einstellt und entsprechend handeln kann. Menschen, die nur das Negative herausstellen, übersehen den Kern der Sache: Wir brauchen Innovation, weil wir uns weiterentwickeln möchten. Das geht allerdings nur dann, wenn die Innovationen allen zugänglich gemacht werden. Als das iPhone 2005 auf dem Markt kam, war es aufgrund der hohen Anschaffungskosten nur einer elitären Gruppe zugänglich. Ich bin stolz darauf, dass wir von yourfone.de die Telefonie und entsprechende Endgeräte einer breiten Masse ermöglichen.

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Mobilfunkunternehmen yourfone.de bringt Wandel in den Mobilfunkmarkt

 

Christian Weis

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