Interview mit Evgenij Bazenov von PARCEL.ONE

Business-on.de: Welche Rolle wird Künstliche Intelligenz 2019 im E-Commerce spielen?
Evgenij Bazenov: Künstliche Intelligenz wird auch im neuen Jahr ein bahnbrechendes Thema bleiben. Prozesse werden immer schneller, einfacher und besser – also effizienter – ablaufen und die Automatisierung weiter voranschreiten. Interessant für uns als Logistiker ist, ob KI zum Beispiel in Form von selbstfahrenden Autos oder Robotern die letzte Meile übernehmen wird.
Business-on.de: Welche Aufgaben wird sie übernehmen?
Evgenij Bazenov: Die Aufgaben von KI werden mannigfaltig sein, denn sie wird in jedem Bereich angewendet werden. Für uns Logistiker wird es interessant werden, ob beispielsweise beim Thema Versand KI wichtige Punkte übernehmen kann und hier auch zu effizienteren Abläufen beitragen kann. Im besten Falle entlastet KI auf der einen Seite die Onlinehändler und führt zu zufriedenen Kunden auf der anderen Seite.
Business-on.de: Welche Auswirkungen wird die Weiterentwicklung des E-Commerce auf den stationären Handel haben?
Evgenij Bazenov: Der E-Commerce wird weiter erstarken. Diese Art von Convenience ist einfach unschlagbar für Kunden. Das bedeutet aber nicht, dass der stationäre Handel aussterben wird. Im Gegenteil: Der PoS wird sich am E-Commerce orientieren, wie sich der E-Commerce auch lange Zeit am PoS orientiert hat. Und es werden sich neue Multichannel-Konzepte ergeben.
Business-on.de: Spielt sich der Einkauf in Zukunft mehr Mobile oder am Desktop-PC ab?
Evgenij Bazenov: Beides wird stark sein und bleiben, wobei gerade das mobile Einkaufen wohl an Wichtigkeit noch zunehmen wird. Mobile Devices sind auf dem Vormarsch, das ist ja kein Geheimnis. Im besten Falle sind alle Websites und Services irgendwann wirklich soweit optimiert, dass man alles über sein Smartphone regeln kann. Viel mehr Freiheit und Flexibilität kann man seinen Kunden damit nicht bieten.
Business-on.de: Welche Shop-Optimierung sollte man in den kommenden Jahren nicht versäumen?
Evgenij Bazenov: Die letzte Meile wird mehr und mehr zur ersten Adresse. Die Customer Journey endet eben nicht am Checkout, sondern direkt beim Kunden. Aber viele Onlineshops unterschätzen den After-Sales-Prozesses. Händler sollten unbedingt – zumindest sind sie gut beraten – die verschiedenen Möglichkeiten und Optionen des Shipping-Workflows intensiv recherchieren und berücksichtigen.
Business-on.de: Welche Fehler werden im E-Commerce häufig gemacht?
Evgenij Bazenov: Viele Händler, die auch international agieren, setzen nach wie vor auf einen großen Versanddienstleister, der international gut aufgestellt und bestens vernetzt ist. Das kann man so machen, aber es gibt natürlich lokale Transportunternehmen, die über sehr viel lokalrelevantes Know-how verfügen. Und die sollten von den Onlinehändlern nicht unterschätzt werden – schließlich geht es hier nicht zuletzt um länderspezifische Kundenwünsche.
Business-on.de: Wird Internationalisierung ein wichtiges Thema im kommenden Jahr bleiben?
Evgenij Bazenov: Mit Sicherheit. Der E-Commerce wird sich weiter konsolidieren. Für viele kleinere, spezialisierte Onlineshops wird es um die internationale Ausrichtung gehen. Hier wird oftmals viel Zeit und Energie in eine vernünftige Strategie gesteckt, die aber mitunter den After-Checkout-Prozess nicht mit einbezieht … und das kann dann schon mal fatal enden. Wer nicht auch seinen Versandprozess – und zwar gerade die letzte Meile – in den Fokus rückt, der wird mit unzufriedenen Kunden zu kämpfen haben. Um im Cross-Border-Dschungel nicht unterzugehen, sollten Händler also darüber nachdenken mit professionellen Multi-Carriern zusammenzuarbeiten.
AktuellViele Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen stehen vor einer Entscheidung, die sich nicht aufschieben lässt: Wer führt den Betrieb weiter, wenn der Inhaber ausscheidet? Laut KfW streben Eigentümer bis Ende 2029 im Jahresdurchschnitt rund 109.000 Unternehmensnachfolgen an. Zugleich planen oder erwägen Inhaber jährlich etwa 114.000 Geschäftsaufgaben. Beides sind hochgerechnete Absichten, keine bereits vollzogenen Übergaben oder Schließungen. Dass immer mehr Unternehmer in den Ruhestand gehen, erklärt allerdings nur einen Teil des Problems. Ein Betrieb kann seit Jahrzehnten am Markt etabliert sein und dennoch schwer einen Käufer finden – etwa weil Erträge, Kaufpreisvorstellungen und Investitionsbedarf nicht zusammenpassen. Damit stellt sich auch die Frage, welche Folgen ausbleibende Übergaben für Beschäftigte, Regionen und den Wirtschaftsstandort Deutschland haben. Mehr Stilllegungspläne als Nachfolgewünsche: Wie groß ist das Problem?
RatgeberWenn ein geliebter Mensch stirbt, gerät die gewohnte Welt aus den Fugen. Für die Angehörigen steht die Zeit für einen Moment still, während Schmerz, Leere und Ratlosigkeit den Alltag überlagern. Gleichzeitig verlangt genau dieser sensible Augenblick viele sachliche Entscheidungen. Formulare müssen ausgefüllt, Fristen beachtet und erste Schritte in die Wege geleitet werden. In diesem Spannungsfeld zwischen persönlicher Trauer und praktischen Notwendigkeiten übernimmt das Bestattungswesen eine zentrale Aufgabe. Mit Ruhe, Einfühlungsvermögen und einer verlässlichen Ordnung schaffen Bestatter in den ersten Stunden den nötigen Halt. Sie nehmen den Angehörigen die Last der Organisation von den Schultern, damit Raum bleibt für das, was jetzt wirklich zählt: ein würdevolles und persönliches Abschiednehmen.
ArbeitslebenDer Tod eines nahen Menschen reißt Betroffenen den Boden unter den Füßen weg. Erleidet ein Mitarbeiter einen solchen Schicksalsschlag, bleibt diese Erschütterung nicht an der Bürotür stehen. Tiefe persönliche Trauer und die Anforderungen des Berufslebens treffen unvermittelt aufeinander. In diesem Moment geraten gewohnte Abläufe ins Wanken. Für Vorgesetzte entsteht eine Situation, auf die herkömmliche Management-Leitfäden selten vorbereiten. Es geht darum, Raum für Schmerz und Rückzug zu schaffen, während der Betrieb geordnet weiterlaufen muss. Gelebte Unternehmenskultur zeigt sich nicht in Erfolgsphasen, sondern im Umgang mit menschlichen Krisen. Echtes Verständnis, Verlässlichkeit und der Verzicht auf leere Floskeln geben Halt und beweisen, dass die Menschen hinter den Arbeitsergebnissen an erster Stelle stehen.
