Vielbesteller treiben E-Commerce-Umsatz in 2019 auf neuen Höchststand

Aus den Daten der größten E-Commerce-Verbraucherstudie Deutschlands im Auftrag des Bundesverband E-Commerce und Versandhandel e.V. (bevh) zeigt sich, dass eine von drei Bestellungen heute über Smartphones und Tablets erfolgt. Vor fünf Jahren waren es nicht einmal 20 Prozent. Die hohe Zahl an Bestellungen insgesamt ist auch darauf zurückzuführen, dass Händler und Zusteller in der Wahrnehmung der Kunden noch besser geworden sind. 94,5 Prozent der Befragten äußerten sich mit ihrem Onlineeinkauf sehr zufrieden oder zufrieden, nach 93,9 Prozent vor einem Jahr.
Gero Furchheim, Präsident des bevh und Sprecher des Vorstands der Cairo AG: „Deutschlands Onlinehandel ist auf der Überholspur. E-Commerce wird immer effizienter und die Händler sind für weiteres Wachstum gut gerüstet. Die Steigerung der Kundenzufriedenheit in einem erneuten Wachstumsjahr hat dies eindrucksvoll gezeigt.“
Am Wachstum hatten alle Versendertypen Anteil. Deutlich vorne lagen im Jahr 2019 die Multichannel-Versender, die in Summe mit 13 Prozent zulegen konnten. Dabei wuchsen die Onlineshops der stationären Händler mit 8,2 Prozent deutlich unter dem Marktniveau. Anbieter, die ein Katalogangebot mit dem Onlinehandel verknüpften, legten demgegenüber um 18,1 Prozent zu. Online-Pureplayer und Marktplätze legten mit jeweils 10,7 Prozent beziehungsweise 10,8 Prozent fast gleich stark zu. An der Verteilung des Umsatzes ändert sich dadurch fast nichts: Wie im Vorjahr entfallen 47 Prozent der Umsätze auf Online-Marktplätze, 35 Prozent auf Multichannel-Anbieter und 15 Prozent auf Internet-Pure-Player.
Im vierten Quartal 2019 hat der E-Commerce allein erstmals mit brutto 22 Mrd. Euro deutlich mehr als 20 Mrd. Euro in einem Quartal umgesetzt. Der gesamte Interaktive Handel in Deutschland erreichte mit 22,3 Mrd. Euro inkl. USt wenig mehr. Der Online-Handel machte erstmals fast 99 Prozent des Interaktiven Handels aus.
Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh: „Das Rekordjahr 2019 hat gezeigt: Das digitale Geschäft ist der Motor des Handels und Plattformen werden mehr und mehr zum Betriebssystem der gesamten Wertschöpfungskette. Einzel- und Großhandel werden digital, oder verschwunden sein.“ Der bevh veröffentlicht deshalb ab heute unter www.weissbuch-digitalisierung.de eine umfassende Darstellung des globalen, digitalen sowie plattformgetriebenen „Neuen Handels“.
Auf Basis der guten Geschäftsergebnisse des Jahres 2019 erwartet der bevh in diesem Jahr für den E-Commerce einen weiteren Zuwachs. Dieser wird nach unserer Prognose, wegen der 2020 gedämpften Konjunkturaussichten, aber mit 10 Prozent etwas geringer ausfallen, als in 2019. Dennoch werden voraussichtlich 80 Mrd. Euro inkl. USt im E-Commerce mit Waren erreicht. Der gesamte Interaktive Umsatz mit Waren und Dienstleistungen wird 2020 erstmals die Schwelle von 100 Mrd. Euro inkl. USt überschreiten.
Warengruppen-Cluster „Freizeit“ (DIY/Blumen, Spielwaren, Auto/Motorrad/Zubehör, Hobby/Freizeitartikel)
Der gesamte Online-Umsatz des Warengruppen-Clusters stieg in 2019 auf 8,66 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 7,89 Mrd. Euro inkl. USt) um 9,8 Prozent. Der Bereich Spielwaren steigerte sich auf einen Online-Umsatz von 1,47 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 1,30 Mrd. Euro inkl. USt) und stieg um 13,1 Prozent.
Warengruppen-Cluster „Einrichtung“ (Möbel/Lampen/Deko, Haus-/Heimtextilien, Haushaltswaren/-geräte)
Der gesamte Online-Umsatz des Clusters „Einrichtung“ überstieg in 2019 die Grenze von 10 Mrd. Euro inkl. USt und erreichte 10,92 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 9,63 Mrd. Euro inkl. USt), ein Wachstum um 13,5 Prozent nach 12,5 Prozent im Vorjahr. In der Einzel-Kategorie Möbel, Lampen & Deko zeigte sich sehr hohes Wachstum. Hier stieg der Umsatz in 2019 um 11,4 Prozent auf 4,71 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 4,24 Mrd. Euro inkl. USt).
Warengruppen-Cluster „Bekleidung inkl. Schuhe“
In Folge stieg der Umsatz in den Kategorien „Bekleidung“ und „Schuhe“ konsolidiert an und legte mit 11,4 Prozent so stark zu wie seit fünf Jahren nicht mehr. Der entsprechende Online-Umsatz erhöhte sich von 16,79 Mrd. Euro inkl. USt auf 18,71 Mrd. Euro inkl. USt. Bekleidung allein wuchs um 12,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr und erwirtschaftete einen Online-Umsatz von 14,26 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 12,69 Mrd. Euro inkl. USt).
Warengruppen-Cluster „Täglicher Bedarf“ (Lebensmittel, Drogerie, Tierbedarf)
Das Onlinevolumen des Warengruppen-Clusters setzte sich mit +14,1 Prozent an die Wachstumsspitze und erreichte einen Gesamtumsatz von 4,90 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 4,29 Mrd. Euro inkl. USt). Die weitere stark ansteigende Akzeptanz für das Warensegment „Lebensmittel“ innerhalb dieses Clusters bescherte in 2019 einen Online-Umsatz von 1,60 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 1,36 Mrd. Euro inkl. USt) und stieg um 17,3 Prozent.
Warengruppen-Cluster „Unterhaltung“ (Bücher/Ebooks/Hörbücher, Bild-/Tonträger, Computer/Zubehör/Spiele/Software inkl. Downloads, Elektronikartikel/Telekommunikation)
Die Warengruppe „Computer/Zubehör/Spiele/Software inkl. Downloads“ im Cluster „Unterhaltung“ erreichte 2019 ein Gesamtvolumen von 6,00 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 5,28 Mrd. Euro inkl. USt) und stieg um 13,5 Prozent. Der Einzelbereich „Elektronikartikel und Telekommunikation“ wuchs online um 12,2 Prozent und verzeichnete einen Umsatz von 13,23 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 11,79 Mrd. Euro inkl. USt). Die Online-Umsätze bei „Bücher/Ebooks/Hörbücher“ wuchsen um 7,1 Prozent und lagen bei 3,86 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 3,60 Mrd. Euro inkl. USt). Das gesamte Cluster „Unterhaltung“ wuchs mit 11,5 Prozent etwas schwächer als im Vorjahr, überschritt jedoch die Schwelle von 25 Mrd. Euro und erreichte 25,84 Mrd. Euro inkl. USt (2018: 23,19 Mrd. Euro inkl. USt).
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ExpertentalkEin Immobilienverkauf beginnt nicht mit dem Inserat. Für Eigentümer stellt sich zuerst die Frage, welcher Preis unter den konkreten Bedingungen plausibel ist, welche Unterlagen fehlen und wie viel Abstimmung der Prozess erfordert. Wer hier zu schnell startet, riskiert falsche Erwartungen und unnötige Verzögerungen. Im Interview erklärt Franz Knon, der nach eigenen Angaben seit 1999 gemeinsam mit Manuela Karl-Knon in Niederbayern tätig ist, welche Schritte beim Immobilienverkauf für Eigentümer aus seiner Sicht für eine belastbare Vorbereitung entscheidend sind. business-on.de: Warum sollte der Verkauf nicht mit dem Inserat beginnen? Franz Knon: Weil ein Inserat nur funktioniert, wenn vorher die grundlegenden Fragen geklärt sind. Häufig haben Eigentümer bereits eine konkrete Preisvorstellung und einen Wunschtermin im Kopf, bevor überhaupt klar ist, in welchem Zustand das Objekt ist oder welche Unterlagen fehlen. Dann entsteht Druck, der im weiteren Verlauf teuer werden kann. Am Anfang sollte eine ehrliche Bestandsaufnahme stehen: Was ist der Anlass des Verkaufs, welches Ziel verfolgt der Eigentümer, und wie sieht der realistische Zeitrahmen aus? Gerade bei familiären Anlässen wie einer Erbschaft oder einer Trennung spielen oft mehrere Personen und unterschiedliche Erwartungen hinein, die frühzeitig auf einen gemeinsamen Nenner gebracht werden müssen. Erst wenn diese Punkte benannt sind, lohnt es sich, über Vermarktung und Veröffentlichung nachzudenken. Diese Reihenfolge kostet am Anfang etwas Zeit, spart aber später deutlich mehr Zeit und Nerven. Ein überstürzter Start führt dagegen häufig dazu, dass Fragen erst dann auftauchen, wenn Interessenten bereits vor der Tür stehen.
