Annette Müller: „Wir werden Freiheit neu definieren“ – Viele Menschen erfahren erstmals Ohnmacht

„Was die Begriffe Gemeinschaft, Gesellschaft und Solidarität bedeuten, wird gerade neu definiert“, sagt die Münchner Publizistin, Unternehmerin und Philosophin Annette Müller. Im Moment helfen weder der Ich-zuerst-Egoismus noch der Wir-sind-alle-eins-Kollektivismus. Die alten Denk- und Verhaltensmuster funktionieren nicht mehr. Weltbilder wackeln. Denn plötzlich scheint jeder für jeden durch sein Verhalten mitverantwortlich, ja sogar dafür, dass das Gesundheitssystem nicht überlastet wird. Und dennoch kann man sich nicht organisieren oder andere anklagen. Denn auch die freie Meinungsäußerung in Form von Demonstrationen und Versammlungen ist eingeschränkt. Das Virus hebt die üblichen Muster auf. Es ist einfach da. Es ist niemandes konkrete Schuld. Keiner ist verantwortlich für seine Existenz. Wir können uns alle nur darauf einstellen und sind abhängig von dem, was andere tun und entscheiden. „Wer noch nie in einer Diktatur gelebt hat oder aus gesundheitlichen Gründen ohnehin existenziell auf die Hilfe anderer angewiesen und somit abhängig ist, erlebt einen solchen Zustand zum ersten Mal in seinem Leben“, so Annette Müller, die unlängst einen Podcast unter dem Titel „Gedanken zur Menschlichkeit“ gestartet hat.
Plötzlich, so die Autorin und Publizistin, helfe Geld nicht mehr weiter. „Man kann es ja kaum ausgeben.“ Status spielt auch kaum mehr eine Rolle in einer Zeit, in der Supermarkt-Verkäuferinnen, Pflegekräfte und Arbeiter in der Schutzmasken-Produktion nicht nur auf den abendlich beleuchteten Balkonen gefeiert werden, sondern auch in der Politik. Die Sichtweisen über das, was „systemrelevant“ ist, verändern sich. Der SUV wird zur Nebensache. Die individuelle Freiheit und das eigene Streben nach Glück werden gesellschaftlich relativiert. „Es ist die Stunde des Staates“, sagen selbst Liberale und Wirtschaftsvertreter.
Viele, so Müller, riefen jetzt nach einer starken Führung. Allerdings, selbst wenn man diese im Staat und dessen politischen Akteuren zu sehen bereit sei, müsse man feststellen, dass auch diese mehr oder weniger machtlos sind. „Die Maßnahmen der Kontaktbeschränkung, das Schließen von Geschäften und das Verteilen von Geld ist keine Führung, keine aktive Strategie, sondern auch nur Ausdruck einer mehr oder weniger hilflosen Reaktion. Es ist mehr Aktionismus als Zielverfolgung, die man aber von verantwortungsvoller Führung erwarten müsste.“ Die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Folgen, so die Publizistin, werden verheerend sein und am Ende sei die Enttäuschung groß. „Man konnte sich auf die Führung nicht verlassen“, wird der bleibende Eindruck sein, wenn das Gröbste erstmal überstanden ist. „Operation gelungen, Patient tot.“
Nun stelle sich die Frage, was bleibt nach der Krise. Die eigenverantwortliche Individualität und das Ausleben der persönlichen Freiheit werden verstärkt zurückkehren, aber anders wahrgenommen als zuvor. Davon zeigt sich Annette Müller überzeugt. Zugleich werde die gesellschaftliche und wirtschaftliche Verantwortungsethik zunehmen – wenn nicht freiwillig, dann staatlich, kulturell oder gesellschaftlich oktroyiert. „Wir werden in eine neue Phase des Bewusstseins eintreten und auch eintreten müssen“, sagt die Publizistin und Vordenkerin. Das sei vielleicht das Beste an der jetzigen Krise. Man werde am Ende zu mehr Freiheit gelangen, aber möglicherweise zu einer neuen Definition des Begriffes. Die Frage werde sein, wieviel Freiheit das neue Gemeinschaftskollektiv verträgt und wieviel Kollektiv persönliche Freiheit ertragen kann nach einer Zeit der gefühlten Freiheitsberaubung. Das sei, so Müller, eine immer dagewesene Debatte, die aber jetzt in ihrer ganzen Breite massiv an Fahrt aufnehmen werde. Was vorher eine akademische Diskussion in Feuilletons war, wird nun zu einer gesamtgesellschaftlichen Debatte avancieren. Das wird der erste Ausdruck der neuen Freiheit sein.
BusinessDas Bauen mit Holz hat sich von einer traditionellen Nische zu einer treibenden Kraft im modernen Bauwesen entwickelt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch eine hohe architektonische Flexibilität ermöglicht. Gleichzeitig erfordert der Holzbau jedoch ein grundlegend anderes Herangehen als der klassische Massivbau. Der Erfolg eines Holzbauprojekts entscheidet sich nämlich selten auf der Baustelle, sondern fast immer am Schreibtisch. Weil viele Bauteile exakt vorgefertigt werden, muss jedes Detail im Vorfeld stimmen. Wenn in der Planungsphase ungenau gearbeitet wird, führt das später unweigerlich zu Verzögerungen und höheren Kosten. Daher bildet eine akribische Vorbereitung das eigentliche Fundament für jedes Gebäude aus Holz. Zusätzlich rückt die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern immer stärker in den Fokus. Wer auf regionale Netzwerke setzt, schafft nicht nur Sicherheit in der Umsetzung, sondern stärkt auch die Wirtschaftskreisläufe vor Ort.
ArbeitslebenLanges Sitzen, feste Deadlines und einseitige Bewegungen gehören für viele zum beruflichen Alltag. Doch dieser Rhythmus fordert oft einen spürbaren Tribut vom eigenen Körper. Rücken- und Gelenkbeschwerden schleichen sich unauffällig ein und werden bald zu ständigen Begleitern. Solche körperlichen Einschränkungen sind nicht nur unangenehm. Sie wirken sich auch direkt auf die Konzentration und die allgemeine Leistungsfähigkeit aus. Wenn die Haltung am Schreibtisch schwerfällt, leidet unweigerlich die Qualität der Arbeit. Ein bewusster Umgang mit diesen Signalen ist daher wichtig. Wer langfristig gesund und produktiv bleiben möchte, sollte die körperlichen Bedürfnisse genauso professionell im Blick behalten wie den täglichen Terminkalender.
BusinessOb historisches Ziegeldach, moderne Photovoltaikanlage oder sanierungsbedürftiges Flachdach: Die Anforderungen an das Dachdeckerhandwerk sind vielfältiger geworden. Während bei älteren Gebäuden häufig der Erhalt der vorhandenen Bausubstanz im Mittelpunkt steht, gewinnen energetische Sanierungen und die technische Nutzung von Dachflächen zunehmend an Bedeutung. Gefragt sind Handwerksbetriebe, die unterschiedliche Bauweisen beherrschen und den Zustand eines Daches im Zusammenhang mit dem gesamten Gebäude beurteilen können. Zu diesen Betrieben gehört MA Bedachungen aus Waldorf bei Sinzig. Das von Mohammed Al Jassem geführte Unternehmen verbindet klassische Dachdecker- und Klempnerarbeiten mit zeitgemäßen Lösungen für die Gebäudesanierung. Das Spektrum reicht von kleineren Reparaturen über vollständige Neueindeckungen bis zur Restaurierung historischer Dächer. Auch bei kurzfristigen Schäden durch Unwetter ist der Meisterbetrieb Ansprechpartner. Dachsanierung und Reparatur als handwerklicher Schwerpunkt
