Expertentalk·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
26. November 2019

Interview mit Frank S. Jorga

Business-on.de erhielt die Möglichkeit, mit dem Erfinder der digitalen Innovation „Video-Ident“ Frank S. Jorga, der auch Gründer und Geschäftsführer von WebID ist, ein Interview über sein Unternehmen und seine künftigen KI-Produkte zu führen:

business-on.de: Herr Jorga, stellen Sie unseren Lesern doch einmal kurz die WebID vor.

Frank S. Jorga: Die WebID Solutions GmbH wurde im Jahr 2012 in Berlin gegründet und hat sich auf international anwendbare Sicherheitsprodukte und Dienstleistungen für Online-Rechtsgeschäfte spezialisiert. Mit unseren Lösungen sorgen wir für eine sichere und schnelle Durchführung von Online-Identifikationen und -Vertragsabschlüssen. Wir sind der Erfinder der Videoidentifikation, kurz „Video-Ident“, die heute als GwG-konforme Lösung von zahlreichen Unternehmen der Finanzbranche eingesetzt wird – beispielsweise bei der Kontoeröffnung.

Mit unserer Global Trust Technology Platform (GTTP) bieten wir sowohl unseren Geschäftskunden als auch Partnerunternehmen ein großes Spektrum an Kompetenz, Technologien und Lösungen. Für unsere Geschäftskunden können je nach Anforderung und Use Case individuelle Lösungen zusammenstellt werden: Von einfach, schnell und sicher bis zu hochkomplex, GwG-konform usw. Der Kunde ist dabei über eine einzige Schnittstelle angebunden. Der entscheidende Vorteil unserer Lösung ist, dass unsere eigenen Produkte direkt an die Plattform angebunden sind und wir parallel die Plattform kontinuierlich mit unserer Produktlösungskompetenz an die internationalen Anforderungen bei Identifikationen & Online-Signaturen anpassen können.
Aktuell sind neben den GwG-konformen Identifikationsverfahren auch automatische Produkte an die Plattform angebunden, die zum Teil bereits heute künstliche Intelligenz zur Personenidentifikation nutzen. So können mit unserem Produkt „WebID AI“, welches seit Juli 2017 angewendet wird und seit 2019 um künstliche Intelligenz erweitert wurde, etwa 7.000 Ausweisdokumente aus 194 Ländern in Sekundenschnelle geprüft werden.

business-on.de: In welchen Branchen finden sich Ihre Kunden und wieviel kosten Ihre Dienstleistungen?

Frank S. Jorga: Unsere Videoidentifikation orientiert sich an den Regularien der BaFin sowie an Gesetzesvorgaben wie der eIDAS-Verordnung und dem GwG, welche von Banken erfüllt werden müssen. Entsprechend zählen insbesondere Unternehmen des Finanzsektors zu unseren Kunden. Getrieben durch die Entwicklung automatisierter Produkte kommen zunehmend jedoch auch andere Branchen hinzu, die nicht den strengen Anforderungen der Finanzbranche unterliegen und trotzdem die Identität der Kunden kennen wollen. Der Grund sind steigende Sicherheitsbedürfnisse, aber auch gesetzlich vorgeschriebene Alters- und Identitäts-Verifizierungen bei Onlinegeschäften. Diese Aspekte sind unter anderem in den Bereichen E-Commerce, Versicherungen, Telekommunikation, Mobility und Gaming relevant.

Für Endnutzer sind unsere Lösungen kostenfrei. Bei Unternehmen sind die Kosten im Regelfall an die Anzahl der Transaktionen gekoppelt. Generell können wir sagen, dass unsere Videoidentifikation personalintensiv und daher mit höheren Kosten verbunden ist als die automatisierten Lösungen wie z. B. WebID AI.

business-on.de: Im Zuge digitaler Transformation setzen immer mehr Fintechs auf den Einsatz künstlicher Intelligenz – so auch Ihr Unternehmen. An welchen konkreten Punkten kommt Ihre Technologie im Finanzwesen zum Einsatz?

Frank S. Jorga: Mit der voranschreitenden Digitalisierung wachsen die Sicherheitsauflagen von Gesetzgebern und Behörden wie der BaFin zur Verhinderung der Geldwäsche. Wir sind stolz, mit unserer Videoidentifikationslösung der Pionier im Video-Ident-Prozess zu sein und die Sicherheitsauflagen der BaFin nicht nur vollständig zu erfüllen, sondern auch mitgestaltet zu haben. Unsere Lösungen eignen sich für den Know-your-Customer-Prozess, kurz KYC-Prozess, und auch zur Betrugsprävention. Unsere spezialisierten Mitarbeiter werden in diesem Kontext regelmäßig durch erfahrene Kriminalbeamte geschult. Zudem haben wir mit „WebID QES“ eine Lösung zur digitalen Unterzeichnung von Verträgen im Portfolio. Dieses Produkt lässt sich im Finanzbereich ideal in Kombination mit der Videoidentifikation oder anderen Identifikationen einsetzen.
In der Zusammenarbeit mit unseren Geschäftskunden zeigt sich eine steigende Nachfrage nach immer sichereren, aber auch immer schnelleren Prozessen. Automatisierte Produkte gewinnen kontinuierlich an Bedeutung, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. WebID setzt dabei auf die Leistungsfähigkeit künstlicher Intelligenz, um Identifikationen unabhängig von menschlichen Einflüssen noch sicherer und schneller durchführen zu können.

business-on.de: Welche konkreten Vorteile ergeben sich für Finanzdienstleister und auch für Kunden durch Ihre Technologie und wie unterscheidet sie sich von anderen?

Frank S. Jorga: Unsere Lösungen reduzieren den Zeitaufwand von Transaktionen wie Kontoeröffnungen erheblich – und zwar für beide Seiten. Mit „WebID QES“ ermöglichen wir zudem eine Digitalisierung ehemals papiergebundener Prozesse beim Vertragsabschluss.

Unser Technologievorsprung und Wettbewerbsvorteil liegt in der raschen, verlässlichen und ortsunabhängigen Abwicklung von Identifikationsprozessen und der Möglichkeit, Kunden individuell auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnittene Lösungen zu entwickeln und anzubieten. Einzigartig ist zudem unser Hochsicherheits-Videoident-Center in Deutschland mit eigenen Mitarbeitern. Auch unsere Server befinden sich ausschließlich im Inland. Unternehmen erhalten somit Datenschutz und Datensicherheit „Made in Germany“, der sämtlichen hierzulande gültigen Gesetzesvorgaben entspricht.

business-on.de: Planen Sie weitere Produkte im Bereich KI, und wenn ja, welche?

Frank S. Jorga: Als Technologieunternehmen entwickeln wir unsere erfolgreichen Lösungen fortlaufend weiter. Daneben stehen weitere Produkte vor der Markteinführung. Interessant wird, wann automatisierte, KI-unterstützte Produkte auch als alleinstehende Identifikationslösung von den Behörden zugelassen werden und welche Voraussetzungen Dienstleister in diesem Fall erfüllen müssen.

Im Fokus steht bei WebID aber auch die Weiterentwicklung unserer True-Identity-Datenbank, die derzeit bereits über 4 Millionen datenschutzkonform gespeicherte Identitäten enthält. Sie ermöglicht es erfolgreich identifizierten Anwendern, bei weiteren Legitimationen auf ihre verifizierten Daten zurückzugreifen, so dass der Aufwand einer erneuten Durchführung eines Identifikationsverfahrens unnötig wird. Ein klarer Vorteil für alle.

business-on.de: Herr Jorga, wir danken Ihnen vielmals für dieses interessante Interview.

Teilen:
Weitere Artikel
Digitales Aufmaß im Bau: Wie Scanflow Solutions Bestandsdaten nutzbar macht
Business
Digitales Aufmaß im Bau: Wie Scanflow Solutions Bestandsdaten nutzbar macht

Wer in Bau, Planung oder Handwerk arbeitet, kennt das Bild: Zollstock, Lasermessgerät und eine handschriftliche Skizze gelten seit Jahrzehnten als Standardwerkzeuge bei der Bestandserfassung. Doch gerade bei komplexen Räumen, verwinkelten Gebäuden oder großen Außenanlagen stößt das klassische Aufmaß immer häufiger an Grenzen. Maße fehlen, Nachmessungen werden nötig, und Unsicherheiten tauchen oft erst auf, wenn die Planung schon fortgeschritten oder die Ausführung angelaufen ist. Immer mehr Betriebe setzen deshalb auf 3D-Scanner, um Bestandsdaten vollständig und digital zu erfassen und genau auf diesen Wandel hat sich Scanflow Solutions spezialisiert. Warum klassisches Aufmaß an seine Grenzen stößt Das manuelle Aufmaß ist in der Theorie einfach: Vor Ort messen, Werte notieren, im Büro übertragen. In der Praxis zeigen sich jedoch wiederkehrende Schwachstellen. Bei unregelmäßigen Grundrissen, schrägen Wänden oder technisch dicht belegten Räumen lassen sich relevante Maße leicht übersehen. Fehlt später ein Wert für die Planung, bedeutet das häufig einen zweiten Vor-Ort-Termin mit entsprechendem Zeit- und Kostenaufwand.

6 Min. LesezeitLesen
Glas im Gewerberaum: Worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten
Guide's
Glas im Gewerberaum: Worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten

In Büros, Praxen, Verkaufsflächen und Eingangsbereichen prägt die Raumgestaltung maßgeblich, wie ein Standort genutzt wird und wie er auf Kunden, Patienten und Mitarbeitende wirkt. Glas kann dabei eine besondere Rolle spielen: Es trennt Bereiche, ohne Räume optisch zu verkleinern, lässt Tageslicht tief ins Gebäude und wirkt wertig, ohne aufdringlich zu sein. Die kurze Antwort auf die Frage, worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten, lautet deshalb: Funktion schlägt Optik. Eine Glaslösung erfüllt ihre Aufgabe im Alltag nur dann zuverlässig, wenn Konstruktion, Ausführung und Einbausituation zur konkreten Nutzung passen und wenn Maße, Anschlüsse und Sicherheitsanforderungen früh mit einem Fachbetrieb geklärt werden. Dieser Beitrag ordnet die wesentlichen Überlegungen ein, bevor Unternehmen ein Glasbauteil neu planen, modernisieren oder reparieren lassen. Warum Glas im Gewerberaum mehr als Gestaltung ist Glas wird in gewerblichen Räumen häufig zuerst als gestalterisches Element wahrgenommen. Tatsächlich ist der Werkstoff vor allem eine funktionale Entscheidung. Eine Glastrennwand grenzt Arbeitsbereiche ab, ohne die Sichtachsen im Raum zu unterbrechen. Große Fensterflächen und verglaste Eingangsbereiche bringen Tageslicht in Zonen, die sonst künstlich beleuchtet werden müssten. Mattierte oder strukturierte Ausführungen schaffen Sichtschutz, wo Vertraulichkeit nötig ist, etwa in Besprechungs- oder Behandlungszimmern. Je nach Aufbau kann eine Verglasung auch die Geräuschübertragung dämpfen oder kaum, wenn die Konstruktion nicht dafür ausgelegt ist. Zudem lassen sich Glasflächen in der Regel unkompliziert reinigen, was in Praxen und stark frequentierten Empfangsbereichen ein praktischer Vorteil ist.

5 Min. LesezeitLesen
Edi Renovierung aus Taufkirchen: Innenausbau und Modernisierung im Raum München
Ratgeber
Edi Renovierung aus Taufkirchen: Innenausbau und Modernisierung im Raum München

Wer eine Wohnung, ein Haus oder Geschäftsräume renovieren lässt, denkt meist zuerst an das sichtbare Ergebnis: glatte Wände, neue Oberflächen, eine durchdachte Raumaufteilung. Ob ein Vorhaben tatsächlich gelingt, entscheidet sich jedoch lange vor dem letzten Anstrich. Die Abstimmung der beteiligten Gewerke, ein nachvollziehbarer Ablauf und feste Ansprechpartner bestimmen maßgeblich, ob ein Projekt für Eigentümer planbar bleibt insbesondere dann, wenn Innenausbau, Trockenbau und Verputzarbeiten zusammenkommen. Dieses Porträt zeigt, wie ein regionaler Handwerksbetrieb diesen gebündelten Ansatz umsetzt, und benennt die Punkte, die Auftraggeber vor dem Projektstart klären sollten. Renovieren als Organisationsaufgabe Eine Renovierung ist selten eine einzelne Maßnahme. Wer etwa die Aufteilung einer Altbauwohnung verändern möchte, benötigt zunächst neue Wände im Trockenbau, anschließend Putz und Oberflächen, häufig ergänzt um weitere Arbeiten im Innenausbau. Jedes Gewerk baut auf dem vorherigen auf und jede Unklarheit an einer Schnittstelle wirkt sich auf das Gesamtergebnis aus.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite