News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
28. Oktober 2020

ZDF-Politbarometer Oktober II 2020: Klare Mehrheit glaubt, dass Deutschland eher gut durch die Pandemie kommt

Wachsender Anteil fordert härtere Corona-Maßnahmen

Weiterhin nur eine Minderheit (14 Prozent) findet die geltenden staatlichen Schutzmaßnahmen übertrieben, aber nur noch 54 Prozent halten sie für gerade richtig, denn inzwischen sind 30 Prozent für weitergehende Maßnahmen. Für härtere Regeln sprachen sich im September nur 18 Prozent und Anfang Oktober 23 Prozent aus, obwohl die Maßnahmen seither bereits verschärft worden sind.

Bewertung einzelner Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie

Für Risikogebiete in Deutschland gelten jetzt strengere Schutzmaßnahmen. Dies findet zumeist deutliche Zustimmung: So halten 87 Prozent die Ausweitung der Maskenpflicht für richtig (nicht richtig: 13 Prozent). Dass in den Risikogebieten deutlich weniger Personen an privaten Feiern teilnehmen dürfen, finden 86 Prozent richtig (nicht richtig: 12 Prozent), ähnlich wie die Begrenzung der Zahl der Teilnehmer von Treffen in der Öffentlichkeit (richtig: 79 Prozent; nicht richtig: 20 Prozent). Umstrittener hingegen ist es, dass Bars und Restaurant früher schließen müssen als bisher. Das befürworten 54 Prozent während es 42 Prozent ablehnen.

Was die Bürger am meisten stört

Unabhängig von der Notwendigkeit der Corona-Maßnahmen stören die meisten (33 Prozent) die Einschränkungen beim Treffen mit Freunden und Familie, gefolgt von denen bei Kultur- und Sportveranstaltungen (24 Prozent). Für 19 Prozent sind es die Einschränkungen beim Reisen, für 7 Prozent die beim Einkaufen und für 4 Prozent die beim Restaurantbesuch.

Verhalten in der Krise, Kontrollen und Strafen

Zwar glauben 52 Prozent, dass sich die Menschen in der Corona-Krise allgemein eher vernünftig verhalten (unvernünftig: 45 Prozent), dennoch fordern 71 Prozent aller Befragten, dass die Einhaltung der Schutzmaßnahmen stärker kontrolliert wird (dagegen: 28 Prozent). 62 Prozent sprechen sich für höhere Strafen aus als bisher, wenn jemand die Corona-Vorschriften nicht einhält. 35 Prozent sind gegen härtere Strafen.

Trotz allem viel Optimismus für die nächsten Monate

Obwohl die Meinungen geteilt sind, ob diese Maßnahmen ausreichen, einen zweiten Lockdown zu vermeiden (reichen: 49 Prozent; reichen nicht: 42 Prozent), glauben 81 Prozent aller Befragten, dass Deutschland in den nächsten Monaten eher gut durch die Corona-Pandemie kommen wird. Pessimistisch sind dabei nur 15 Prozent. Dieser Optimismus wird mehrheitlich in allen Partei-Anhängergruppen geteilt, wenn auch in unterschiedlichem Umfang. Am zuversichtlichsten sind dabei die Anhänger der CDU/CSU (86 Prozent) und am wenigsten die der AfD (60 Prozent).

Projektion Bundestagswahl

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, ergäben sich im Vergleich zu vor zwei Wochen einige Veränderungen: Die Union käme jetzt auf 38 Prozent (plus 1), die SPD nur noch auf 15 Prozent (minus 1), die AfD auf 9 Prozent (minus 1), die FDP auf 5 Prozent (unverändert), die Linke auf 8 Prozent (plus 1) und die Grünen auf 20 Prozent (unverändert). Die anderen Parteien zusammen lägen bei 5 Prozent (unverändert). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen ebenso eine Mehrheit wie eine aus CDU/CSU und SPD. Nicht reichen würde es für Grün-Rot-Rot.

Top Ten: kaum Veränderungen

Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung („Was halten Sie von?“) liegt Angela Merkel weiter auf Platz eins. Auf der Skala von +5 bis -5 erhält sie einen Durchschnittswert von 2,6 (Okt. I: 2,5). Es folgen Markus Söder mit 1,6 (Okt. I: 1,5), Jens Spahn mit 1,5 (Okt. I: 1,5), Olaf Scholz mit 1,3 (Okt. I: 1,4), Heiko Maas mit 1,2 (Okt. I: 1,2), Robert Habeck ebenfalls mit 1,2 (Okt. I: 1,2), Annalena Baerbock mit 0,7 (Okt. I: 0,8), Armin Laschet mit 0,6 (Okt. I: 0,7) und Horst Seehofer mit 0,3 (Okt. I: 0,3). Schlusslicht ist weiter Friedrich Merz mit minus 0,1 (Okt. I: minus 0,1).

US-Präsidentschaftswahl

Die Deutschen wünschen sich fast einhellig (89 Prozent) Joe Biden als nächsten US-Präsidenten (Donald Trump: 4 Prozent). Allerdings glauben nur 56 Prozent, dass es Biden auch schaffen wird, während 35 Prozent erwarten, dass Trump die Wahl gewinnt.

Die Umfrage zum Politbarometer wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 20. bis 22. Oktober 2020 bei 1.297 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 40 Prozent, SPD: 15 Prozent, AfD: 5 Prozent, FDP: 4 Prozent, Linke: 8 Prozent, Grüne: 23 Prozent. Das nächste Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, 13. November 2020.

Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf https://forschungsgruppe.de.

(ots)

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
    Handel
    RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

    In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

    5 Min. LesezeitLesen
    Sanierungsstau in der WEG: Wenn kleine Bauteile plötzlich große Kosten verursachen
    Wirtschaft
    Sanierungsstau in der WEG: Wenn kleine Bauteile plötzlich große Kosten verursachen

    Bei Eigentumswohnungen wird beim Kauf oft zuerst auf Lage, Grundriss, Kaufpreis und monatliches Hausgeld geschaut. Das ist verständlich, reicht aber nicht aus. In einer Wohnungseigentümergemeinschaft können Kosten entstehen, die nicht direkt in der eigenen Wohnung sichtbar sind. Ein undichtes Dach, alte Leitungen, eine marode Fassade oder verschlissene Fenster betreffen schnell die ganze Gemeinschaft. Wer diese Punkte zu spät erkennt, erlebt Sanierungsstau nicht als abstraktes Immobilienthema, sondern als konkrete Rechnung. Warum Sanierungsstau in WEGs oft unterschätzt wird Sanierungsstau entsteht selten über Nacht. Meist werden kleine Mängel jahrelang vertagt, weil die Rücklage knapp ist, die Eigentümer sich nicht einigen oder größere Maßnahmen unangenehm teuer wirken. Irgendwann wird aus dem kleinen Problem ein Beschluss mit fünfstelligen Kosten. Für Selbstnutzer ist das ärgerlich, für Kapitalanleger kann es die Rendite deutlich verändern.

    4 Min. LesezeitLesen
    Investforwomen Kritik im Faktencheck 2026: Was an den Vorwürfen dran ist
    Frauen im Business
    Investforwomen Kritik im Faktencheck 2026: Was an den Vorwürfen dran ist

    Investforwomen Kritik sorgt für Diskussionen, weil das Angebot ungewöhnlich wirkt: kostenlose Investmentberatung nur für Frauen. Für diesen Faktencheck wurden mehrere Quellen ausgewertet, darunter Bewertungsportale, Unternehmensdaten und Medienberichte. Kostenlose Finanzberatung nur für Frauen damit sorgt Investforwomen regelmäßig für Diskussionen. Während viele Kundinnen von positiven Erfahrungen berichten, gibt es auch kritische Stimmen, die das Geschäftsmodell hinterfragen. Genau hier setzt dieser Faktencheck an: Wir haben die häufigsten Vorwürfe rund um Investforwomen Kritik recherchiert, geprüft und mit Daten, Bewertungen sowie öffentlich zugänglichen Informationen abgeglichen.

    13 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite
    ZDF-Politbarometer Oktober II 2020: Klare Mehrheit glaubt, dass Deutschland eher gut durch die Pandemie kommt | business-on.de