Aktuell·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
9. Juni 2016

Wieso plötzlich alle Studenten „jodeln“

Der Rucksack steht auf dem Boden, das Smartphone liegt in der rechten Hand, zwischendurch wird geschmunzelt, die Stirn gerunzelt und manchmal auch gelacht – der Grund dafür: Jodel. Die App ist bei deutschen Studenten äußerst beliebt. Unzählige User sammeln dort Karma und teilen Ihre Erlebnisse mit anderen Kommilitonen aus ihrer Stadt.

Zwischendurch mal das Smartphone checken

Jonas (22) ist gerade auf dem Weg zu seiner Uni und schaut sich in der Straßenbahn die neuesten Jodel an und schwärmt von der App: „Ich finde Jodel super, weil es anonym ist. Du kannst eigentlich alles schreiben, du kannst alles nachfragen und brauchst dich nicht zurückzuhalten. Und dadurch, dass es so regional auf 10km begrenzt, hast du auch aktuelle Informationen. Zum Beispiel: Wie ist das Wetter? Was kannst Du anziehen? Was ist heute noch so in der Stadt los? Oder fällt vielleicht sogar deine Vorlesung aus?“, scherzt der Student aus Köln.

Frei von Hetze, Rassismus und Co.

Im Vergleich zu vielen anderen Netzwerken, hat die App „Jodel“ mit Fremdenfeindlichkeit oder Hass keine Probleme. „Dadurch, dass Du die Jodel der anderen Studenten bewerten kannst, hast Du trotz der ganzen Anonymität keine Probleme mit Hasskommentaren, Rassismus oder sonstigen Äußerungen, die sich nicht gehören. Diese werden von der Community gnadenlos „downgevotet“ und verschwinden schnell wieder von der Plattform.“

App mit eigener Sprachkultur

Dadurch, dass sich die Studenten anonym bei Jodel bleiben können, finden sich die unterschiedlichsten Themen innerhalb der App wieder. Viele sind auf der Suche nach der großen Liebe , anderen suchen verzweifelt ein Geburtstagsgeschenk für die Freundin und suchen Hilfe bei der „Jodlerfamilie“. Aber auch Themen, die sich um Sex, Bier, Netflix, Vorlesungen, Partys und Co. drehen, bekommen großen Zuspruch der Community. Teilweise entwickelt sich sogar eine eigene Sprache innerhalb der Community. So wird gerne und häufig vom „Lörres reinhämmern“ gesprochen oder auch von der „Lörrelina“.

Flachwitze und geniale Situationskomik

Besonders lustig wird es meist, wenn man in die aktuellen Toplisten der App blickt. Dort findet man die Jodel, die momentan am besten gevotet wurden. Auf den vorderen Plätzen findet man meist sehr lustige Witze oder Erlebnisse aus dem Alltag, die sehr lustig sein können. Wem ein guter Jodel eingefallen ist, probiert ihn auch manchmal sogar in mehreren Städten aus – „so kann man auch sehen, wie die Leute in den anderen Städten so drauf sind“, erklärt Lea (23) aus Bonn. „Es gibt von Stadt zur Stadt durchaus große Unterschiede zwischen den Themen und auch zwischen dem Niveau der Posts. Aber ich entdecke immer wieder witzige neue Sprüche, die ich noch nicht kannte.“

Und das Internet kann doch vergessen

Eine Sache, die sowohl Lea, als auch Jonas sehr an der App für Studenten schätzen, ist nicht nur die Tatsache, dass die App anonym ist, sondern auch, dass sie scheinbar auch „vergessen“ kann. „Ich könnte mir vorstellen, da Jodel von Zeit zu Zeit plötzlich verschwinden und nicht mehr länger angezeigt werden, hast du immer wieder Drang nachzuschauen, um aktuell zu bleiben. Du willst einfach nichts verpassen. Das ist glaube ich auch der Grund, warum auch Snapchat so erfolgreich ist. Da sind die Sachen dann einfach irgendwann weg. Man sagt ja immer, dass das Internet nichts vergessen könnte – es geht anscheinend auch ein wenig anders“, stellt Jonas fest.

Siegeszug der App durch ganz Europa

Deutschland ist längst nicht das einzige Land, wo Jodel bereits präsent ist. So jodelt man schon längst in der Schweiz, in Italien oder auch in Schweden. Die App Jodel wurde vom Berliner Jungunternehmer Alessio Borgmeyer entwickelt und hat sich seitdem massiv in der europäischen Welt der Apps etabliert.

Christian Esser

Teilen:
Weitere Artikel
Selfcare als Geschäftsmodell: Das wirtschaftliche Potenzial der Wellness-Branche
Business
Selfcare als Geschäftsmodell: Das wirtschaftliche Potenzial der Wellness-Branche

Selfcare hat sich längst von einem kurzfristigen Lifestyle-Trend zu einem festen Bestandteil eines gesundheitsbewussten Lebensstils entwickelt. Immer mehr Menschen investieren gezielt in ihr körperliches und mentales Wohlbefinden sei es durch Entspannungsangebote, natürliche Pflegeprodukte oder individuelle Gesundheitskonzepte. Zugleich wächst das Bewusstsein für Prävention und eine ausgewogene Work-Life-Balance. Diese Entwicklung eröffnet der Wellness-Branche attraktive wirtschaftliche Perspektiven. Für Unternehmen, Gründer und Dienstleister entstehen neue Möglichkeiten, innovative Angebote zu entwickeln und auf die steigende Nachfrage nach ganzheitlichen Lösungen für mehr Wohlbefinden zu reagieren.

4 Min. LesezeitLesen
Instandhaltung von Nutzfahrzeugen: Warum präventive Wartung Unternehmen Kosten spart
Business
Instandhaltung von Nutzfahrzeugen: Warum präventive Wartung Unternehmen Kosten spart

Nutzfahrzeuge sind für viele Unternehmen unverzichtbar. Ob im Handwerk, in der Logistik, im Baugewerbe oder im Dienstleistungssektor sie müssen täglich zuverlässig einsatzbereit sein, damit Abläufe reibungslos funktionieren. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Wirtschaftlichkeit und Effizienz. Ungeplante Ausfälle führen nicht nur zu Reparaturkosten, sondern oft auch zu Terminverschiebungen, Produktionsunterbrechungen oder Lieferverzögerungen. Eine präventive Instandhaltung hilft dabei, Verschleiß frühzeitig zu erkennen, Wartungen planbar durchzuführen und die Einsatzbereitschaft des Fuhrparks dauerhaft zu sichern. So lassen sich Kosten reduzieren und die Lebensdauer der Fahrzeuge nachhaltig verlängern. Präventive Wartung statt teurer Reparaturen Viele Unternehmen reagieren erst dann auf Probleme, wenn ein Fahrzeug bereits ausgefallen ist. Diese reaktive Vorgehensweise verursacht häufig hohe Reparaturkosten und ungeplante Standzeiten. Eine präventive Instandhaltung verfolgt einen anderen Ansatz: Regelmäßige Inspektionen und Wartungen helfen dabei, Verschleiß frühzeitig zu erkennen und Bauteile rechtzeitig auszutauschen, bevor größere Schäden entstehen.

3 Min. LesezeitLesen
Fenster modernisieren im Gewerbe- und Wohnbau: Wie Eigentümer Energiekosten senken und den Gebäudewert sichern
Verbraucher
Fenster modernisieren im Gewerbe- und Wohnbau: Wie Eigentümer Energiekosten senken und den Gebäudewert sichern

Eine Fenstermodernisierung kann in Wohn- und Gewerbeobjekten spürbar zur Senkung der Heizkosten beitragen, das Raumklima verbessern und langfristig den Immobilienwert sichern vorausgesetzt, Verglasung, Rahmen und Montage passen zur tatsächlichen Nutzung. Steigende Energiepreise, neue Anforderungen an die Gebäudeeffizienz und ein angespannter Handwerkermarkt setzen Eigentümer, Bauherren und Architekten zusätzlich unter Druck. Wer ein Wohnhaus, ein Bürogebäude, ein Ladengeschäft oder eine vermietete Immobilie betreut, kommt um die Frage nach dem Zustand der Fenster kaum herum. Eine durchdachte Modernisierung ist deshalb keine reine Optikfrage, sondern eine wirtschaftliche Entscheidung und sie sollte mit einem erfahrenen Partner geplant werden, etwa mit den Experten für Fensterbau in Augsburg, die seit 1985 Privatkunden, Bauherren und Architekten in der Region betreuen. Warum Fenster eine unterschätzte Stellschraube sind In vielen Bestandsgebäuden stammen Fenster noch aus älteren Bauphasen, etwa aus den 1980er- oder 1990er-Jahren. Ihre Wärmedämmwerte liegen in der Regel über dem, was moderne Verglasungen leisten. Das kann sich in der Heiz- und Betriebskostenabrechnung niederschlagen: Wärmeverluste über veraltete Rahmen und ältere Verglasungen gehören zu den Posten, die sich durch eine Sanierung gezielt reduzieren lassen. Hinzu kommen Themen wie Schallschutz an verkehrsreichen Standorten, Einbruchsicherheit für Erdgeschossräume und sommerlicher Wärmeschutz in stark verglasten Flächen.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite