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23. März 2020

Coronavirus: Ein am Markt befindliches Medikament könnte rasch helfen

Ausgerechnet China: Das Land, in dem im Dezember letzten Jahres das Coronavirus ausbrach, hat Studien zur Behandlung der neu entdeckten schweren Lungenkrankheit durchgeführt. Und ist dabei auf ein japanisches Medikament gestoßen, das bei ersten klinischen Tests überraschend gute Erfolge aufwies. Dies berichtet das Schweizer Nachrichtenportal blick.ch.

Bei dem Medikament handelt es sich um Avigan. Das ist ein Grippemedikament, welches in Japan von dem Unternehmen Fujifilm Toyama Chemical entwickelt wurde. Allerdings ist es in Japan als Generika unter dem Namen Favipiravir im Umlauf. Das Medikament hat eine interessante Vergangenheit.

Jetzt, wo sich so langsam das ganze brutale Ausmaß der Pandemie aufzeigt, wäre eine solch schnelle Möglichkeit zur Bekämpfung von Covid-19 durch ein bereits vorhandenes Medikament fast schon ein Wunder. Aber Zhang Xinmin, Mitarbeiter beim chinesischen Wissensschafts- und Technologieministerium, berichtet von ermutigenden Ergebnissen. Am 17. März 2020 sprach er vor der Presse von einer sicheren und eindeutig wirksamen Arznei. Die Studien wurden mit Patienten in Wuhan und Shenzhen durchgeführt, also den Millionenmetropolen, in denen die Katastrophe ihren Beginn hatte.

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Patienten schon nach viertägiger Behandlung negativ getestet

Wie effektiv der Wirkstoff in Avigan arbeitet, zeigen die Ergebnisse der Studie. Die mit dem Virus infizierten Personen seien bei der Behandlung bereits nach vier Tagen negativ getestet worden. Zum Vergleich: Ohne den Einsatz von Favipiravir dauert es elf Tage, bis ein Patient negativ getestet wird. Vergleichende Röntgenaufnahmen lassen außerdem den Schluss zu, dass sich bei 90 Prozent der Teilnehmer der klinischen Studie der Lungenzustand deutlich verbessert hat.

Sollte Avigan zeitig auf den Markt kommen, ginge für das Medikament quasi eine Odyssee zu Ende. Vor 30 Jahren startete Toyama Chemical mit der Entwicklung eines antiviralen Medikaments. Um die erforderlichen internationalen Zulassungen zu erwerben, fehlte es dem Mittelständler allerdings an den finanziellen Möglichkeiten.

Im Jahr 2000 ging außerdem der schweizerische Pharmariese Roche mit dem Präparat Tamiflu an den Start. Ebenfalls ein Grippemittel, das die Zukunft von Avigan noch düsterer erscheinen ließ. Daraufhin verkaufte Toyama Chemical einen Teil seiner Aktien an Taisho Pharmaceutical.

Wirksame Waffe gegen neuen Influenza-Stamm – und gegen Corona

Im Jahr 2006 allerdings kam die unerwartete und kaum mehr für möglich gehaltene Wende. Ausgerechnet das US-amerikanische nationale Institut für Allergie und Infektionskrankheiten (NIAID) wurde auf Avigan aufmerksam. Bei ausgiebigen Tests von mehr als 3000 Wirkstoffen zeigte sich Avigan als wirksame Waffe gegen einen neuen Influenza-Stamm. Die Nachricht veranlasste Toyama Chemical das Projekt wieder zu forcieren. Die Verantwortlichen nahmen Fujifilm mit ins Boot, und als Fujifilm Toyama Chemical beantragte das Unternehmen die Zulassung des Medikaments in Japan. Bis die Behörden grünes Licht gaben vergingen drei Jahre. Üblicherweise ein Prozess, der nach einem Jahr abgeschlossen ist.

Der Ausbruch des Ebolavirus in Westafrika im Jahr 2014 war der Kickstart für Avigan. Eine französische Krankenschwester wurde durch das Medikament Ebolafrei. 2016 lieferte Japans Regierung das gleich aufgebaute Generika Favipiravir nach Guinea, um dort den Ausbruch von Ebola unter Kontrolle zu bekommen. Fujifilm hat Avigan nach China lizenziert, wo es als Favipiravir die anfangs beschriebenen, positiven Wirkungen erzielte. Vor allem Patienten mit niedrigen oder mittleren Virenaufkommen sprachen auf das Medikament an. So könnte es nicht mehr allzu lange dauern, bis das Präparat zur Bekämpfung von Covid-19 zugelassen wird.

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