News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
11. November 2013

7 Fragen an Dieter Scholz von IBM

business-on.de: Der Fachkräftemangel ist Dauerthema in den Medien. Wie macht er sich in Ihrer Branche im Allgemeinen und in Ihrem Unternehmen im Speziellen bemerkbar?

Dieter Scholz, IBM: Die Anzahl an qualifizierten Bewerbungen in den IT-spezifischen Bereichen hat abgenommen. Das gilt auch für uns als einer der führendem IT-Konzerne und wir müssen um die besten Köpfe im Markt kämpfen.

Die Hochschulen können derzeit den Bedarf der Unternehmen an hochqualifiziertem akademischem Nachwuchs kaum noch decken. Hinzu kommt der demographische Wandel.

Hervorragend ausgebildete Mitarbeiter sind aber im Informationszeitalter die wichtigste Ressource für den Unternehmenserfolg.

Unser Unternehmen kann aber mit seinem Namen und Renommee punkten. IBM hat sich in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder neu erfunden. Triebfedern sind in erster Linie natürlich der technische Fortschritt und die sich damit ändernden Bedürfnisse und Anforderungen unserer Kunden.

Damit das alles funktioniert, brauchen wir die richtigen Software-Werkzeuge und die passenden Services und Beratungsleistungen. Darauf haben wir reagiert und die Schwerpunkte unseres Geschäfts sehr erfolgreich in diese Wachstumsfelder verlagert.

IT-Systeme durchdringen die Geschäftsabläufe in praktisch allen Bereichen des Unternehmens. Das Aufgabenspektrum ist damit sehr breit. Durch diese Entwicklungen und den rasanten technischen Fortschritt sind die Berufsprofile und Karrierechancen bei IBM heute so vielfältig wie in kaum einer anderen Branche.

business-on.de: Unternehmen stehen mit anderen Firmen im Wettbewerb um die besten Arbeitskräfte. Was tun Sie allgemein, um Ihr Unternehmen als Arbeitgebermarke zu stärken?

Dieter Scholz, IBM: Um die besten Absolventinnen und Absolventen schon in einer frühen Phase des Studiums kennenzulernen, arbeiten wir eng mit ausgewählten deutschen Hochschulen zusammen. Außerdem bieten wir auch ein sehr breites Praktikantenprogramm sowie ein berufsbegleitendes Master@IBM Programm an.

Ein wichtiges Kriterium für zukünftige Mitarbeiter ist sicherlich, dass sie bei IBM an der Entwicklung zukünftiger Technologien mitarbeiten können, die eine gesellschaftliche Relevanz haben. Hier sei beispielsweise die Entwicklung eines „Tsunami-Frühwarnsystems“ oder unsere Lösungen zu einem effizienteren Energiemanagement genannt.

Wie man den Kampf um die besten Talente gewinnt

business-on.de: Wo platzieren Sie Ihre Stellenanzeigen und in welchen Medien haben Sie die besten Erfahrungen gemacht?

Dieter Scholz, IBM: Wir passen unsere Personalmarketingaktivitäten ständig den neuen Marktbedingungen an. Dazu gehört beispielsweise E-Recruiting, Direct Sourcing und eine erhöhte Webpräsenz.

Um Absolventen und Professionals zu gewinnen, ist für uns auch die Professionalisierung im Personalmarketing wichtig. Mit zielgruppenspezifischen Veranstaltungen und studienbegleitenden Förderprogrammen wollen wir Toptalente schon frühzeitig identifizieren und für IBM begeistern.

Zudem trägt auch unser Angebot von Praktika mit anspruchsvollen Arbeitsinhalten dazu bei, vor allem junge Menschen an das Unternehmen zu binden.

Wer Toptalente von seinem Unternehmen überzeugen will, muss verantwortungsvolle Tätigkeiten, verlockende Karriere-Programme und unkonventionelle Arbeitsmodelle bieten – nur dann kann der Kampf um die Besten gewonnen werden.

business-on.de: Welche Online-Maßnahmen setzen Sie ein, um potentielle Bewerber zu gewinnen?

Dieter Scholz, IBM: Hauptkanal bilden sicherlich unsere Karriereseiten sowie Auftritte auf Facebook, Twitter und Google+. Darüber hinaus nutzen wir diverse soziale Netzwerke wie Xing und LinkedIn für die Mitarbeitersuche und -gewinnung.

Auch Stellenanzeigen auf diversen Jobbörsen sowie die Schaltung von Bannern auf prominenten Online-Plattformen helfen, IBM als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und Talente für uns zu begeistern.

business-on.de: Immer mehr Unternehmen setzen sogenannte Mitarbeiter- oder Recruiting-Videos ein, um weiche Faktoren (z.B. Arbeitsklima) zu visualisieren. Beispiele für Recruitingfilme sehen Sie bei unserem Partner DREILANDMEDIEN (externer Link). Setzen Sie solche Videos ein oder planen Sie so ein Instrument für die Zukunft?

Dieter Scholz, IBM: Natürlich verwenden auch wir Videos zur Unternehmensdarstellung, allerdings legen wir mehr Wert auf einen „realistischen“ Einblick in das Unternehmen. Der gelingt vor allem durch den direkten Dialog mit der Zielgruppe beispielsweise auf Facebook. Hier kommt es weniger auf die professionelle Darstellung als auf die authentische Sichtweise an.

Um qualifiziertes Personal entbrennt ein harter Wettbewerb

business-on.de: Lässt man das Gehalt mal außen vor: Welche Faktoren sind aus Ihrer Erfahrung ausschlaggebend, dass ein Bewerber sich für Ihr Unternehmen entscheidet. Umgekehrt: Welche Faktoren sind für das Unternehmen entscheidend?

Dieter Scholz, IBM: IBM ist einer der größten und innovativsten Anbieter im Bereich Informationstechnlogie. Als ein globalisiertes Unternehmen bieten wir eine Vielzahl von interessanten Aspekten, die Bewerber zu einer Entscheidung für uns veranlassen: An erster Stelle sind hier die vielfältigen Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten im Unternehmen zu nennen.

Unsere Mitarbeiter arbeiten in internationalen Teams und übernehmen schon früh verantwortungsvolle Tätigkeiten.

Daneben bietet IBM ein attraktives Arbeitsumfeld, das beispielsweise durch die flexible Gestaltung von Arbeitsort und Arbeitszeit und ein offenes und tolerantes Klima gekennzeichnet ist.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für zukünftige Mitarbeiter ist, dass sie bei IBM an der Entwicklung zukünftiger Technologien teilhaben können. Wir investieren jährlich über sechs Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung – hier mitzuarbeiten, ist natürlich sehr attraktiv.

Neben fachlichen Fähigkeiten erwarten wir von unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein hohes Maß an Sozial – und Methodenkompetenz. Dazu gehören Kommunikations-, Präsentations- und Teamfähigkeit, analytisches Denken und das Erarbeiten kreativer Lösungen sowie Leistungsbereitschaft und Anpassungsfähigkeit.

business-on.de: Wird sich der Fachkräftemangel in den nächsten fünf Jahren eher verschärfen oder wird er wieder abflauen?

Dieter Scholz, IBM: In Zukunft wird die Situation für alle Marktteilnehmer sicherlich noch schwieriger.

Wer zukünftig qualifizierte Hochschulabsolventen aus dem IT-Bereich – aber auch aus anderen Berufsfeldern – einstellen möchte, muss sich einem sehr harten Wettbewerb mit anderen Unternehmen stellen.

Weitere Interviews mit Personalchefs in unserer Interviewserie

Teilen:
Weitere Artikel
Fenster sanieren ohne Komplettaustausch: Wann der Scheibentausch die wirtschaftlichere Lösung ist
Wirtschaftslexikon
Fenster sanieren ohne Komplettaustausch: Wann der Scheibentausch die wirtschaftlichere Lösung ist

Ein Scheibenaustausch ist oft die wirtschaftlichere Lösung als der komplette Fenstertausch vorausgesetzt, Ihr Rahmen ist noch intakt, verzugsfrei und dicht. Steigende Energiepreise und ein angespannter Handwerkermarkt zwingen Eigentümer und Unternehmer dazu, ihre Sanierungsbudgets genauer zu planen. Bei alten Fenstern denken viele sofort an einen kompletten Austausch aller Elemente, dabei liegt eine günstigere Alternative oft näher: der gezielte Austausch der Glasscheibe. Wenn Sie den Zustand Ihrer Verglasung richtig einschätzen, können Sie Kosten sparen und die Energieeffizienz trotzdem spürbar verbessern. Der folgende Beitrag ordnet ein, wann sich dieser Mittelweg lohnt, worauf es bei der Entscheidung ankommt und wie ein professioneller Scheibenaustausch abläuft. Warum die Verglasung oft die unterschätzte Stellschraube ist

6 Min. LesezeitLesen
Wenn Wasser zum Wirtschaftsfaktor wird: Worauf Unternehmen bei Sanitäranlagen achten müssen
Wirtschaft
Wenn Wasser zum Wirtschaftsfaktor wird: Worauf Unternehmen bei Sanitäranlagen achten müssen

Im täglichen Trubel eines Unternehmens gerät ein Bereich oft in den Hintergrund: die Sanitäranlagen. Solange das Wasser fließt und alles funktioniert, schenkt kaum jemand der Gebäudetechnik große Beachtung. Doch für einen reibungslosen Betriebsablauf und die Einhaltung aktueller Hygienevorschriften ist eine zuverlässige Infrastruktur unerlässlich. Fallen Anlagen aus oder arbeiten sie ineffizient, führt das schnell zu ungeplanten Störungen im Arbeitsalltag. Umso wichtiger ist es für Betriebe, vorausschauend zu planen. Im folgenden Interview erklärt ein Branchenexperte, warum moderne Technik und die Wahl der richtigen Fachbetriebe für Unternehmen heute ein handfester Wirtschaftsfaktor sind.

4 Min. LesezeitLesen
Naturkosmetik-Sonnencreme im Fachhandel: Worauf Apotheken und Wellness-Anbieter bei der Anbieterwahl achten sollten
Verbraucher
Naturkosmetik-Sonnencreme im Fachhandel: Worauf Apotheken und Wellness-Anbieter bei der Anbieterwahl achten sollten

Sonnenschutz ist längst kein reines Saisongeschäft mehr. Kundinnen und Kunden fragen in Apotheken, Drogerien und bei Wellness-Anbietern zunehmend gezielt nach zertifizierter Naturkosmetik statt nach Massenware aus dem Regal. Für den Handel bedeutet das eine Chance aber auch die Aufgabe, geeignete Lieferanten zu finden, die Herkunft, Inhaltsstoffe und Belieferung glaubwürdig belegen können. Wenn Sie Ihr Sortiment erweitern wollen, sollten Sie deshalb genau hinsehen: Welche Kriterien zählen bei der Anbieterwahl, und wie sieht ein Händlerprogramm aus, das Ihnen den Einstieg wirklich erleichtert? Die kurze Antwort vorweg: Entscheidend sind transparente Inhaltsstoffe, nachweisbare Herkunft, belastbare Zertifizierungen, kalkulierbare Lieferkonditionen und konkrete Unterstützung beim Verkauf. Dieser Beitrag zeigt, worauf es im Detail ankommt und woran Sie geeignete Anbieter erkennen. Warum Naturkosmetik im Sonnenschutz zum Handelsthema wird Das Bewusstsein für Inhaltsstoffe in der Hautpflege ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen internationale Trends wie der K-Beauty-Boom um koreanische Kosmetik und ihre Wirkstoffe haben diese Entwicklung zusätzlich befeuert. Was im Lebensmittelbereich längst selbstverständlich ist, nämlich ein kritischer Blick auf Herkunft und Zusammensetzung, hat sich auch auf Kosmetik übertragen. Beim Sonnenschutz zeigt sich das besonders deutlich: Verbraucherinnen und Verbraucher fragen nach UV-Filtern, nach der Verträglichkeit bei empfindlicher Haut und danach, ob Pflanzenextrakte aus kontrolliert biologischem Anbau stammen. Produkte mit Naturkosmetik-Anspruch gelten vielen Kundinnen und Kunden dabei als die konsequentere Wahl, weil sie Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs und nachvollziehbare Standards verbinden.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite