Recht & Steuern·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
10. Februar 2011

Wie werden Zinsen für Geschäftskonten behandelt?

In der Tat sind zahlreiche Steuerpflichtige noch der Auffassung, dass Zinsen aus Geschäftskonten nicht der Kapitalertrag steuer (Definition Kapitalertrag) unterliegen. Und tatsächlich enthält das Gesetz eine gesonderte Kapitalertragsteuerbefreiung für bestimmte Einnahmen auf Geschäftskonten (vgl. § 43 Abs. 2 Sätze 3 bis 8 EStG). Danach ist ein Steuerabzug u.a. dann nicht vorzunehmen, wenn die Kapitalerträge Betriebseinnahmen eines inländischen Betriebs sind und der Gläubiger der Kapitalerträge (Unternehmer) dies gegenüber der auszahlenden Stelle nach amtlich vorgeschriebenem Vordruck erklärt.

Dass Zinsen für Geschäftskonten dennoch dem Kapitalertragsteuerabzug unterliegen, ergibt sich erst bei ganz genauem Hinsehen. Freigestellt vom Kapitalertragsteuerabzug werden nämlich nach § 43 Abs. 2 Satz 3 EStG nur Kapitalerträge im Sinne des § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 6 und 8 bis 12 EStG. Weil es sich bei Zinsen um Kapitalerträge nach § 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG handelt, gilt die Befreiung vom Kapitalertragsteuerabzug gerade nicht für Zinsen aus Geschäftskonten – auch wenn die versandten Vordrucke der Banken dem schnellen Leser auf den ersten Blick durchaus suggerieren, dass für das Geschäftskonto kein Kapitalertragsteuerabzug vorzunehmen ist.

Aber auch die Vordrucke halten sich streng an den Gesetzeswortlaut und zählen den Tatbestand für Zinsen (§ 43 Abs. 1 Satz 1 Nr. 7 EStG) ausdrücklich nicht auf (vgl. Mustervordruck, BMF-Schreiben vom 22.12.2009, siehe Steuerzahler-Tip Nr. 2/2010, S. 5).

(!) Wie eingangs bereits erwähnt, unterliegen Zinsen auf Geschäftskonten natürlicher Personen, wie gewöhnliche Betriebseinnahmen auch, grundsätzlich in voller Höhe der Einkommensteuer und der Gewerbesteuer . Der Kapitalertragsteuerabzug durch die Banken hat keine abgeltende Wirkung, sondern gilt als Steuervorauszahlung.

VSRW-Verlag

Teilen:
Weitere Artikel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
Handel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

5 Min. LesezeitLesen
Unfallrisiken im Betrieb – so schützen Unternehmen ihre Mitarbeiter
Arbeitsleben
Unfallrisiken im Betrieb – so schützen Unternehmen ihre Mitarbeiter

Arbeitssicherheit ist ein Erfolgsfaktor. Sie schützt die Gesundheit der Mitarbeiter, stabilisiert Abläufe und senkt Ausfallzeiten sowie Kosten. Wer Unfallrisiken im Betrieb früh erkennt und systematisch bewertet, verbessert den Schutz im Arbeitsalltag. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und wirtschaftlich sinnvoll. Gerade bei hoher Belastung, knapper Personaldecke und wachsendem Dokumentationsaufwand wird ein gut organisierter Mitarbeiterschutz für viele Unternehmen immer wichtiger. Arbeitsschutz entscheidet über Stabilität im Betrieb Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass Mitarbeiter ihre Arbeit sicher und ohne vermeidbare Gesundheitsrisiken ausüben können. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Unternehmen, Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen, passende Maßnahmen festzulegen, deren Wirkung zu prüfen und die Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren.

8 Min. LesezeitLesen
Wärmepumpen für Gewerbeimmobilien: Planung und Vorteile
Aktuell
Wärmepumpen für Gewerbeimmobilien: Planung und Vorteile

Wer heute ein Bürogebäude, einen Handelsstandort oder eine gemischt genutzte Gewerbeimmobilie modernisiert, landet schnell bei derselben Frage: Reicht ein konventionelles Heizsystem noch aus, wenn Energiekosten, CO2-Emissionen und regulatorische Vorgaben gleichzeitig Druck machen? Genau an diesem Punkt wird die Wärmepumpe für viele Unternehmen interessant. Das zeigt auch der Blick auf den Markt. In Nichtwohngebäuden lag der Wärmeverbrauch 2023 bei 207 TWh. Davon entfielen noch 69 Prozent auf Öl, Gas und Kohle. Zugleich gewinnen Wärmepumpen im Neubau und bei neuen Projekten spürbar an Bedeutung. Die Debatte wird trotzdem noch zu grob geführt. In vielen Gesprächen geht es nur um die Frage, ob eine Wärmepumpe funktioniert. Die bessere Frage lautet: In welchem Gebäude, mit welcher Wärmequelle und unter welchen Lastprofilen rechnet sie sich? Für eine kleine Büroeinheit gelten andere Maßstäbe als für ein Produktionsgebäude mit hohem Wärmebedarf, langen Laufzeiten oder zusätzlicher Kälteversorgung. Genau deshalb braucht das Thema eine wirtschaftliche und technische Einordnung, die näher an der Praxis bleibt. Warum Wärmepumpen im Gewerbe gerade jetzt ein reales Entscheidungsthema sind

12 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite