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Ausbildungsoffensive

Neue Chance für Betriebe und Azubis im Bergischen

Arbeitsagentur bietet zum Sommer 72 Teilnehmerplätze für eine „Assistierte Ausbildung (AsA)“ an

Viele Betriebe klagen darüber, dass der personelle Aufwand für eine Ausbildung zunehmend größer wird. Gleichzeitig geht die Zahl der ausbildungsfähigen Bewerber stetig zurück. Tatsächlich blieben im letzten Jahr im Bergischen Städtedreieck 226 bei der Arbeitsagentur gemeldete Lehrstellen, davon 130 in Wuppertal, unbesetzt – auch, weil Betriebe den Aufwand und die Risiken eines Abbruchs als zu hoch bewerteten und trotz zunehmender Fachkräfteknappheit auf die Einstellung eines Auszubildenden verzichteten.

Auf der anderen Seite suchen aber auch viele Jugendliche händeringend einen Ausbildungsplatz. 2015 gingen von insgesamt 4.939 Bewerbern 1.015 junge Menschen leer aus - rund 20 Prozent! Eine kritische Entwicklung, auf die im letzten Herbst mit Beginn des Ausbildungsjahres mit einem neuen arbeitsmarktpolitischen Instrument reagiert wurde: In der „Assistierten Ausbildung (AsA)“ bietet ein durch die Arbeitsagentur beauftragter Bildungsträger dem Auszubildenden und seinem Ausbildungsbetrieb individuell zugeschnittene Hilfen, zwischen vier bis neun Stunden in der Woche. Die Teilnahme kann auch bei bereits bestehenden Ausbildungsverhältnissen erfolgen, wenn der erfolgreiche Abschluss gefährdet ist.

Dabei gehören zu den Dienstleistungen für die Jugendlichen Elemente wie Nachhilfe, Beratung, Hilfen zur Lebensbewältigung und Existenzsicherung in der Ausbildung, Krisenintervention und Elternarbeit. Auch die Betriebe profitieren, etwa von der Begleitung im Betriebsalltag, der Unterstützung bei der Kooperation mit der Berufsschule, der Prüfungsvorbereitung und dem Coaching der Ausbilder. Ausbildungsabbrüchen soll so frühzeitig begegnet werden.

Best practice: Firma Picard in Wuppertal praktiziert erfolgreich "Assistierte Ausbildung"

Die Firma Joh. Hermann Picard GmbH & Co.KG in Wuppertal gehört mit zu den ersten Unternehmen, die im bergischen Städtedreieck an der assistierten Ausbildung teilnehmen. Laura Bischkopf vom Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit hat Ali Yildiz seine Ausbildungsstelle als Fachlagerist bei der Firma Picard vermittelt, auch er erhielt eine Begleitung der assistierten Ausbildung. In seinem Fall wurde der Internationale Bund (IB) als Bildungsdienstleister von der Arbeitsagentur beauftragt, um eine erfolgreiche Durchführung der Ausbildung zu unterstützen. Weder für den Jugendlichen noch für den Betrieb entstanden dabei Kosten.

„Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daran, jedem Jugendlichen ein Angebot zu machen, doch das geht nur gemeinsam mit der heimischen Wirtschaft“, erläutert Johannes Vogel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal, „die Unternehmen brauchen den Nachwuchs. Wir können mit dem Programm der assistierten Ausbildung beide Seiten unterstützen und bis zum erfolgreichen Abschluss begleiten. Kein Jugendlicher soll ohne Ausbildungsplatz und kein Betrieb ohne Nachwuchs bleiben.“

Für Johannes Vogel, ist die assistierte Ausbildung wegen der möglichen organisatorischen Unterstützung insbesondere für Unternehmen, die erstmals oder nach längerer Unterbrechung wieder ausbilden wollen, von besonderem Nutzen. „Die assistierte Ausbildung eröffnet den Betrieben die Möglichkeit, auch Jugendlichen eine Chance zu geben, die zwar beispielsweise keine ‚Zwei‘ in Deutsch oder Mathe haben, jedoch andere Fertigkeiten mitbringen.“ Dies sei angesichts der demografischen Entwicklung für manche Betriebe die einzige Chance, ihre betriebliche Zukunft zu sichern.

Für das neue Programm stehen im bergischen Städtedreieck zum Sommer insgesamt 72 Teilnehmerplätze zur Verfügung.
Unternehmen, die das Angebot nutzen oder mehr dazu wissen wollen, können sich mit der Ausbildungsstellenakquisiteurin der Agentur für Arbeit Solingen-Wuppertal für ihre Stadt in Verbindung setzen.
Wuppertal: Laura Bischkopf, Telefon 2828 175
Solingen: Marina Dobbert, Telefon 0212 2355 104
Remscheid: Jessica Nicolai, Telefon 02191 4606 156
Die Expertinnen des Arbeitgeber-Service beraten dann entsprechend zu den individuellen Fragen und können den Kontakt zum Internationalen Bund vermitteln.

(Liane Rapp)


 


 

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