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6. Juli 2016

„Die Qualität des Denkens ändert sich“

Arnsberg (hwk). So unterschiedlich ihre Lebensentwürfe auch sind, so gradlinig verfolgen sie ihre Ziele. Christoph Falke und Patrick Eickler verbindet nicht nur die Arbeit als Kollegen in der Abtei Königsmünster in Meschede, sondern auch der gemeinsam erlangte Abschluss „Geprüfter Betriebswirt (HWO)“. Damit sind sie gut vorbereitet auf die neuen Aufgaben, die vor ihnen liegen.

Christoph Falke hat sprichwörtlich Feuer gefangen für seinen Beruf: In der Schmiede der Abtei Königsmünster ging der Mescheder in die Lehre, es folgte die Prüfung zum Metallbauermeister der Fachrichtung Gestaltung. Jetzt heißt es für ihn, mehr Verantwortung als stellvertretender Leiter der weiter wachsenden Schmiede zu übernehmen. Dafür hat sich der 28-Jährige mit seiner Fortbildung das nötige Fachwissen geholt.

Ganz ähnlich und dann doch wieder ganz anders ging es Patrick Eickler: Nach dem Abitur entschied sich der ehemalige Ramsbecker für eine Ausbildung zum Bankkaufmann – und blieb auf der Suche, wie er den Glauben in sein Leben integrieren, dem Leben eine andere Form geben kann. Gefunden hat er diese Erfüllung in der Abtei Königsmünster: „Hier kann ich Kaufmann sein und intensiv in der Gemeinschaft meinen Glauben leben.“ 2009 trat er in die Abtei ein, aus Patrick Eickler wurde Bruder Elias. Entsprechend seiner Ausbildung ist er in der Verwaltung tätig und unterstützt den kaufmännischen Leiter.

Fitness- und Aufstiegstraining parallel zum Berufsalltag

Ein Fitness- und Ausstiegstraining für angehende Führungskräfte und Unternehmer ist der Lehrgang „Geprüfter Betriebswirt (HWO)“. In einer sich rasant verändernden Welt wachsen die Herausforderungen. Entscheider, Strategen und Problemlöser sind gefragt. Unternehmensstrategie, Unternehmensführung, Personalmanagement und Innovationsmanagement sind die Themen, in die Falke und Eickler tief eingestiegen sind. Dabei waren die Ansprüche an Fitness und Durchhaltevermögen besonders groß, denn sie haben an einem berufsbegleitenden Lehrgang im bbz Arnsberg teilgenommen. Jedes zweite Wochenende drückten sie von September 2014 bis Mai 2016 die Schulbank. Um vor den Prüfungsphasen genug Zeit und Ruhe zu haben, gingen die Beiden quasi in Klausur und mieteten sich außerhalb der Klostermauern im Internat des bbz Arnsberg ein.

Neue Impulse – fundiertes Wissen

Nach der erfolgreich abgelegten Prüfung steht ihnen das Schwierigste noch bevor: Die Umsetzung des Erlernten in den Alltag. „Die Qualität des Denkens ändert sich“, zieht Bruder Elias ein positives Fazit. Als zukünftige rechte Hand des neuen kaufmännischen Leiters fühlt er sich den Aufgaben gewachsen: „Vorher hätte ich nicht mitreden können, jetzt ist man auf Augenhöhe.“ Mit „vielen neuen Impulsen“ und „fundiertem Wissen“ stürzt er sich jetzt in die Arbeit.

„Stärker und selbstbewusster“ geht auch Christoph Falke in den Alltag. Organisation, Strategie, Ablaufplanung – dies sind die Themen, die ihm als stellvertretender Leiter der Schmiede im Kurs ebenso wichtig waren wie Führungsqualitäten: „Führen heißt vorleben.“ Und diese Qualitäten sind gefragt, denn in der Schmiede werden zurzeit zwei, ab August drei Metallbauer ausgebildet.

Neben den schriftlichen Prüfungen gilt es in diesem Lehrgang auch, eine Projektarbeit mit einer Problemstellung aus dem eigenen Betrieb zu schreiben und zu präsentieren. Ganz konsequent stimmten die Kollegen diese auf ihre neuen Aufgaben ab: Eine langfristige Unternehmensstrategie mit Blick auf den Zukunftsmarkt entwickelte Christoph Falke für die Schmiede, während Bruder Elias ein Konzept zur elektronisch gestützten Arbeitszeiterfassung entwarf.

Förderung der Persönlichkeit

Befürwortet und begleitet hat Pater Abraham den Weg der jungen Absolventen. Der langjährige Leiter der Klosterschmiede und Prior der Benediktinerabtei legt die operative Leitung der Schmiede gerne in Falkes Hände: „Den besonderen Nutzen der Fortbildung sehe ich in der Förderung der wirtschaftlichen Persönlichkeit“, betont Pater Abraham. Durststrecken und schwierige Probleme müssen selbstständig durchgestanden werden. Dazu habe der berufsbegleitende Lehrgang zusätzlich beigetragen. „Die Persönlichkeit ist mehr gefordert, beide haben ihre Grenzen kennengelernt.“

Christoph Falke und Bruder Elias fühlen sich gut gewappnet für ihre neuen verantwortungsvollen Aufgaben. Sie haben sich bereit erklärt, anderen über ihre Erfahrungen zu berichten: Am Dienstag, 12. Juli, wird ab 18 Uhr im bbz Arnsberg ein Info-Abend zum nächsten Betriebswirt-Lehrgang, der im Oktober als Vollzeitkurs beginnt, veranstaltet. Wer diesen Abend besuchen möchte, wird gebeten, sich im bbz Arnsberg anzumelden bei Rebecca Hellmann, Telefon 02931/ 877-309, E-Mail: rebecca.hellmann@hwk-swf.de.

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