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30. Juni 2023

Erste vertikale Agri-PV Großanlage Österreichs in Gabersdorf eröffnet

Das Projekt hat gleich in mehrfacher Hinsicht Vorzeige-Charakter, zuvorderst natürlich durch die Doppelnutzung mit Landwirtschaft und Photovoltaik: Während die Modulreihen bei herrlichem Sonnenwetter einen maximalen Stromertrag produzieren, reifen auf mehr als 90% der Fläche zwischen den Modulreihen Kürbisse. „Das ist mein bester Acker, den kann ich nicht einfach zubauen“, sagt Josef Gründl, Eigentümer und Bewirtschafter der Fläche. Die vertikale Technologie der Next2Sun überbaut nur ca. 1% der Fläche, so dass gute 90% weiterhin effektiv mit konventionellen landwirtschaftlichen Maschinen bewirtschaftet werden können – ca. 10% rund um die Modulreihen können zudem für ökologische Aufwertungsmaßnahmen verwendet werden. „Hier nimmt die Steiermark eine Vorreiterrolle ein“ sagt Hubert Lang, Bereichssprecher für Landwirtschaft, Umwelt- und Naturschutz der ÖVP Steiermark: „Unsere frühzeitige gesetzliche Regelung für Agri-Photovoltaik ermöglicht dieses Leuchtturmprojekt und sicher auch viele Folgeprojekte“. Mit einer Förderung aus dem Ökofonds des Landes Steiermark wird das Projekt drei Jahre lang wissenschaftlich begleitet, um die Synergien von vertikaler Photovoltaik und landwirtschaftlicher Urproduktion umfassender zu erforschen und zu dokumentieren.

Seine besondere Relevanz für die Energiewende erläutert Heiko Hildebrandt, CEO der Next2Sun AG, dem deutsch-österreichischen Agri-Photovoltaik-Pionierunternehmen und Erfinder des Systems: „In Österreich wie in Deutschland sind wir langsam an dem Punkt, dass wir zeitweise vollständig mit erneuerbarer Energie versorgt werden. Der weitere Ausbau mit konventioneller Photovoltaik erhöht das zeitweise Überangebot und belastet die knappen Netzkapazitäten. Mit den Next2Sun-Anlagen können wir auch in den Morgen- und Abendstunden Strom erzeugen und somit gewissermaßen die Energiewende auf eine breitere Basis stellen – wir verstetigen die PV-Stromproduktion und lasten damit die Stromnetze gleichmäßiger aus.“

Besonders bemerkenswert ist zudem die lokale Verankerung des Projektes: Projektentwickler, Erbauer und Betreiber sind nicht etwa überregionale Großunternehmen, sondern mit dem Gabersdorfer Landwirt Josef Gründl und dem Elektromeister Peter Gsell zwei lokale Akteure. Wolfgang Kubassa, Modellregions-Manager der Klima- und Energieregion Gabersdorf-Schwarzautal, freut sich, dass hier aus seiner Region Impulse für die Energiewende in ganz Österreich ausgehen: „Wir sind überzeugt, dass dieses Projekt Schule machen wird.“

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