„Das teuerste Wort im Lager heißt‚ austauschen" – Daniel Plapp im Interview über Regalsicherheit als unterschätzten Kostenhebel

Neukauf oder Reparatur? Ein Rechenfehler, der Lager Millionen kostet
Daniel Plapp, Geschäftsführer der ROS Deutschland GmbH, über Regalsicherheit als unterschätzten Kostenhebel – und warum sich Inspektion, Reparatur und Schutz doppelt rechnen: für die Bilanz und für die Haftung.
business on: Herr Plapp, ROS Deutschland kümmert sich seit 2009 um die Sicherheit von Lagerregalen. In vielen Unternehmen klingt das nach einem Randthema. Zu Unrecht?
Daniel Plapp: Eindeutig zu Unrecht. Das Lager ist das pochende Herz der Lieferkette – und gleichzeitig oft ihr blinder Fleck. Solange alles läuft, schaut niemand hin. Genau das ist das Problem: Eine angefahrene Regalstütze, eine verformte Strebe – das sieht harmlos aus, bis die Tragkraft kippt. Dann reden wir nicht über eine Reparatur, sondern über einen Stillstand, eine Sperrung ganzer Gassen oder im Extremfall über einen Einsturz. Wir holen dieses Thema aus der Ecke „lästige Pflicht" heraus und machen daraus, was es ist: eine strategische Führungsaufgabe.
business on: Was bedeutet das konkret für einen Logistik- oder Betriebsleiter?
Daniel Plapp: Dass er in der Pflicht steht – auch rechtlich. Die Betriebssicherheitsverordnung verlangt eine Gefährdungsbeurteilung und regelmäßige Prüfungen der Arbeitsmittel, die DIN EN 15635 fordert die regelmäßige Experteninspektion von Regalanlagen, und die DGUV Information 208-061 konkretisiert die Anforderungen an Lagereinrichtungen. Die Verantwortung lässt sich nicht delegieren, indem man sie ignoriert. Wer hier nichts dokumentiert, trägt das volle Risiko – versicherungstechnisch wie persönlich. Wir sorgen für eine rechtssichere und nachvollziehbare Dokumentation, damit Betreiber ihren Nachweispflichten zuverlässig nachkommen können.
business on: Viele scheuen genau diese lückenlose Prüfung – aus Angst, dass danach sofort hohe Investitionen fällig werden. Wie begegnen Sie dem?
Daniel Plapp: Mit einem klaren Versprechen: Wir decken alles auf, aber das Tempo geben Sie vor. Eine Inspektion ist kein Ultimatum, sondern eine Entscheidungsgrundlage. Wir trennen sauber, was akut sicherheitsrelevant ist und sofort gehandhabt werden muss, von dem, was sich planbar über das Jahr verteilen lässt. So wird aus einer befürchteten Großausgabe ein kalkulierbares Budget. Bei einem großen Handelskunden haben wir genau so gearbeitet: Mängel an der Regalanlage aufgenommen, priorisiert und dann Schritt für Schritt abgearbeitet – zuerst dort, wo die höchsten Lasten und der größte Umschlag aufeinandertreffen. Aus dem einmaligen Schreckmoment wurde ein ruhiger Jahreszyklus. Die Unterhaltskosten sind seitdem deutlich niedriger und vor allem vorhersehbar.
business on: Ihr Leitsatz lautet „Reparatur statt Austausch". Warum lohnt sich das für den Kunden?
Daniel Plapp: Weil der Reflex „kaputt, also raus und neu" in den meisten Fällen der teuerste Weg ist. Unser Reparaturverfahren ist zertifiziert und versichert – und wir führen es im laufenden Betrieb durch, also unter Last. Der Kunde muss sein Lager nicht leerräumen, damit wir arbeiten können. Eine beschädigte Stütze wird präzise in ihre Originalgeometrie zurückgeführt und erhält ihre volle Tragfähigkeit zurück. Wirtschaftlich liegt das Einsparpotenzial gegenüber einem Neukauf häufig bei 50 bis 80 Prozent. Dazu kommt eine saubere, auditsichere Dokumentation mit Vorher-Nachher-Aufnahmen, eine klare Zuordnung der offenen Punkte und eine abschließende Kontrolle.
business on: Haben Sie ein Beispiel, bei dem die Reparatur den Lebenszyklus eines Lagers strategisch verlängert hat?
Daniel Plapp: Ja, und es zeigt schön, dass es nicht nur um Technik geht, sondern um Timing. Ein produzierendes Unternehmen plante den Umzug an einen neuen Standort, der Neubau war beschlossen. Die bestehende Anlage hätte aus Sicherheitsgründen eigentlich ausgetauscht werden müssen – aber wer steckt Millionen in ein Lager, das in drei Jahren ohnehin aufgegeben wird? Wir haben die kritischen Mängel fachgerecht behoben und die Anlage so für die Übergangszeit sicher und voll nutzbar gehalten. Nach drei Jahren ist der Betrieb planmäßig in den Neubau migriert – ganz ohne überflüssige Zwischeninvestition. Wir verlängern den Lebenszyklus also genau so weit, wie es zur Unternehmensplanung passt. Nicht länger, nicht kürzer.
business on: Sie investieren stark in Digitalisierung. Wie sieht der Nutzen für den Kunden im Alltag aus?
Daniel Plapp: Die Regalprüfer App macht Sicht- und Expertenprüfungen nach DIN EN 15635 und DGUV Information 208-061 einfach und rechtssicher: Regale per Barcode scannen, Schäden mit Foto dokumentieren, PDF-Bericht auf Knopfdruck – alles digital, nachvollziehbar und auch offline nutzbar. Termine, Wartungen und Ersatzteilbedarf werden im selben System verwaltet und sind bei Bedarf in der Cloud abrufbar.
Das spart Zeit, reduziert Papier und sorgt für lückenlose, auditsichere Dokumentation – direkt vor Ort.
business on: Der dritte Baustein neben Inspektion und Reparatur ist „Schutz". Was steckt dahinter?
Daniel Plapp: Schutz ist die intelligenteste – weil günstigste – Form der Schadensvermeidung. Der beste Schaden ist der, der gar nicht entsteht. Wir analysieren, wo die Gefahr am größten ist, und setzen dort gezielt Anfahrschutz. Das System ist modular aufgebaut, fast wie ein Baukasten, robust und langlebig. Es ist bewusst so einfach gehalten, dass Kunden viele Lösungen sogar selbst nachrüsten können.
business on: Abschließend: Welche Rolle spielt ROS Deutschland für die CO₂-Bilanz Ihrer Kunden?
Daniel Plapp: Eine messbare. Reparatur statt Austausch senkt den CO₂-Abdruck eines Bauteils um 80 bis 90 Prozent. Stahlerzeugung ist extrem energieintensiv – jede Tonne Stahl, die nicht neu produziert und transportiert werden muss, ist ein direkter Gewinn für die Klimabilanz. Das ist das Schöne an unserem Ansatz: Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit stehen nicht im Widerspruch, sondern sind dieselbe Entscheidung. Wer repariert statt austauscht, spart Geld und CO₂ gleichzeitig.
Auf einen Blick: ROS Deutschland GmbH
Seit 2009 ist die ROS Deutschland GmbH spezialisierter Partner für die Sicherheit von Lagerregalen. Kern ist ein zertifiziertes Reparatursystem, mit dem beschädigte Regalstützen normkonform – nach DIN EN 15635, DGUV Information 208-061 und Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) – wieder in ihre volle Tragkraft zurückversetzt werden. Ergänzend bietet ROS Deutschland herstellerneutrale Regalinspektionen sowie modulare Anfahrschutz-Systeme.
Der ROS-Kreislauf: Inspektion → Reparatur → Austausch → Schutz – als jährlicher, planbarer Zyklus statt unkalkulierbarer Einzelausgaben.
„Wir kümmern uns proaktiv um Ihre Regalsicherheit – mit transparenter Dokumentation von der Inspektion bis zur abgeschlossenen Reparatur."
— Daniel Plapp, Geschäftsführer der ROS Deutschland GmbH
Weitere Informationen finden Sie unter www.rosdeutschland.de
- Titelbild: Daniel Plapp (©ROS Deutschland GmbH)
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