Business·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
23. Oktober 2026

Schmuck und Antiquitäten verkaufen: Was bei der Einschätzung zählt

Schmuck aus einem Nachlass, alte Münzen, eine hochwertige Uhr oder Porzellan vom Dachboden: Für Laien ist häufig schwer einzuschätzen, welchen Wert solche Gegenstände haben und welche Merkmale beim Ankauf eine Rolle spielen. Die Kortum GmbH beschäftigt sich mit dem Ankauf und Handel von Gold, Silber, Schmuck und Antikwaren. Bei dem Juwelier in Dresden und Chemnitz für Gold-, Silber- und Antiquitäten gehören neben Edelmetallen unter anderem Münzen, Brillanten, hochwertige Uhren, Porzellan und verschiedene Antiquitäten zum Geschäft.

Im Interview spricht Geschäftsführer Klaus Kortum darüber, welche Stücke für eine Begutachtung infrage kommen, worauf bei der Einschätzung geachtet wird und was Verkäufer vor einem Ankauf wissen sollten.

business-on.de: Herr Kortum, mit welchen Gegenständen kommen Menschen typischerweise zu Ihnen?

Klaus Kortum: Das Spektrum ist recht breit. Ein wichtiger Bereich sind Edelmetalle wie Gold, Silber und Platin. Dazu kommen Schmuck, Brillanten, Münzen, Medaillen und hochwertige Uhren. Wir beschäftigen uns aber auch mit älteren Gegenständen wie Porzellan, Glas, Steingut oder Besteck. Bei Antiquitäten reicht das Spektrum darüber hinaus beispielsweise bis zu antiken Möbeln, Gemälden oder Sammlerstücken. Gerade bei Nachlässen kommt es deshalb häufig vor, dass uns ganz unterschiedliche Dinge gleichzeitig vorgelegt werden.

business-on.de: Viele Menschen finden beispielsweise einen Ring mit einer Zahl wie 333, 585 oder 750. Welche Bedeutung hat eine solche Kennzeichnung für Sie?

Klaus Kortum: Bei Gold ist die Legierung ein wichtiger Faktor. Zahlen wie 333, 585 oder 750 geben Hinweise auf den Goldgehalt eines Stücks. Für die Bewertung betrachten wir aber nicht nur eine einzelne Zahl. Beim Goldankauf spielen unter anderem Art, Gewicht und Reinheit des Goldes eine Rolle. Deshalb sollte man aus einer Punze allein noch keinen konkreten Ankaufspreis ableiten.

business-on.de: Was passiert, wenn jemand gar nicht weiß, aus welchem Material ein Schmuckstück besteht?

Klaus Kortum: Das ist kein ungewöhnlicher Fall. Gerade bei älteren Stücken oder Gegenständen aus einem Nachlass sind Herkunft und Material häufig nicht vollständig bekannt. Dafür ist die Begutachtung da. Wir prüfen die angebotenen Gegenstände und können anschließend einordnen, womit wir es zu tun haben. Verkäufer müssen also nicht bereits alle Details ihres Schmuckstücks kennen, bevor sie zu uns kommen.

business-on.de: Ist bei Goldschmuck ausschließlich der reine Materialwert entscheidend?

Klaus Kortum: Beim klassischen Goldankauf sind Gewicht, Goldart und Legierung zentrale Größen. Unser Geschäft beschränkt sich aber nicht auf reines Alt- oder Bruchgold. Wir handeln auch mit antikem und modernem Echtschmuck, Münzen und anderen Sammlerstücken. Deshalb ist zunächst wichtig zu klären, was für ein Gegenstand überhaupt vorliegt. Ein Schmuckstück, eine historische Münze oder ein Sammlerobjekt lässt sich nicht zwangsläufig auf dieselbe Weise beurteilen wie gewöhnliches Altgold.

business-on.de: Das dürfte besonders bei Münzen eine Rolle spielen?

Klaus Kortum: Ja. Münzen sind ein eigenes Sammelgebiet. Wir beschäftigen uns mit Münzen aus unterschiedlichen Epochen, verschiedenen Metallen und verschiedenen Prägungen. Neben Edelmetallmünzen gibt es auch Münzen aus anderen Metallen und Legierungen, die als Sammlerstücke interessant sein können. Deshalb schauen wir uns eine Münze zunächst genau an und ordnen sie ein, bevor über ihren Wert gesprochen wird.

business-on.de: Kaufen Sie ausschließlich Schmuck, Edelmetalle und Münzen an?

Klaus Kortum: Nein. Zu unserem Ankauf gehören beispielsweise auch Brillanten, hochwertige Uhren, Besteck und Meißner Porzellan. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit verschiedenen Antikwaren. Auf unserer Website zeigen wir unter anderem antiken Schmuck, Glas und Porzellan, Möbel, Ölgemälde, Orden, Tabakdosen, Uhren und weitere Sammlerstücke. Wer einen älteren Gegenstand besitzt und unsicher ist, ob er für uns interessant sein könnte, kann am besten vorab Kontakt mit uns aufnehmen.

business-on.de: Gerade bei einem Nachlass liegen häufig viele sehr unterschiedliche Stücke vor. Wie sollte man damit umgehen?

Klaus Kortum: Man muss nicht schon zu Hause entscheiden, welches Stück wertvoll sein könnte und welches nicht. Bei einem gemischten Nachlass ist es sinnvoller, zunächst einen Überblick über die vorhandenen Gegenstände zu bekommen. Gibt es Schmuck, Münzen, Uhren, Porzellan oder andere ältere Objekte, können wir klären, was davon für eine Begutachtung infrage kommt. Gerade bei ungewöhnlichen oder größeren Gegenständen bietet es sich an, vorher mit uns zu sprechen.

business-on.de: Wie entsteht beim Goldankauf schließlich der angebotene Preis?

Klaus Kortum: Zunächst werden die Gegenstände begutachtet. Bei Gold berücksichtigen wir Art, Gewicht und Reinheit beziehungsweise die jeweilige Legierung. Wenn diese Merkmale feststehen, kann darauf aufbauend die Wertermittlung erfolgen. Wir kaufen Gold zum aktuellen Tagespreis an. Ein konkreter Betrag lässt sich deshalb nicht seriös allein aus der Ferne oder anhand eines Fotos nennen.

business-on.de: Was verstehen Sie in diesem Zusammenhang unter dem Tagespreis?

Klaus Kortum: Der Goldpreis verändert sich. Deshalb bezieht sich der Ankauf auf den jeweils aktuellen Preis zum Zeitpunkt der Bewertung beziehungsweise des Verkaufs. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Schmuckstück allein anhand einer öffentlich sichtbaren Goldnotierung bewertet werden kann. Zunächst müssen unter anderem Gewicht und Legierung des tatsächlich enthaltenen Goldes festgestellt werden.

business-on.de: Was geschieht, nachdem Sie einen Gegenstand bewertet haben?

Klaus Kortum: Nach der Begutachtung unterbreiten wir ein Ankaufangebot. Der Verkäufer entscheidet anschließend, ob er dieses Angebot annehmen möchte. Erst wenn sich beide Seiten über den Ankauf einig sind, kommt der Verkauf zustande. Bei uns erfolgt die Bezahlung anschließend sofort in bar.

business-on.de: Müssen Verkäufer für eine Begutachtung grundsätzlich einen Termin vereinbaren?

Klaus Kortum: An unserem Standort in Dresden können Kunden während der Öffnungszeiten zu uns kommen. Eine vorherige Terminvereinbarung kann dennoch sinnvoll sein, damit ausreichend Zeit für die Begutachtung vorhanden ist. Für unseren Standort im Chemnitzer Hof in Chemnitz ist eine vorherige Vereinbarung erforderlich. Besonders bei mehreren Stücken, Sammlungen oder besonderen Objekten empfehlen wir ohnehin, kurz vorher Kontakt aufzunehmen.

business-on.de: Was sollten Menschen mitbringen, wenn sie Schmuck oder andere ältere Gegenstände einschätzen lassen möchten?

Klaus Kortum: Entscheidend ist natürlich zunächst der Gegenstand selbst. Wenn noch Unterlagen oder Informationen zur Herkunft vorhanden sind, können diese ebenfalls interessant sein. Niemand muss aber vor dem Besuch selbst eine vollständige Bewertung vornehmen. Genau dafür gibt es die Begutachtung. Wichtig ist, dass wir das konkrete Stück ansehen und anschließend nachvollziehbar besprechen können, wie es einzuordnen ist.

business-on.de: Welchen Rat würden Sie jemandem geben, der beim Aufräumen auf vermeintlich unscheinbare alte Stücke stößt?

Klaus Kortum: Nicht vorschnell aussortieren. Gerade bei alten Schmuckstücken, Münzen, Uhren, Porzellan oder anderen Antiquitäten ist für einen Laien nicht immer erkennbar, was genau vor ihm liegt. Eine Begutachtung kann zunächst klären, um welchen Gegenstand es sich handelt und ob ein Ankauf infrage kommt. Danach kann der Eigentümer in Ruhe entscheiden, ob er verkaufen möchte.

Persönliche Begutachtung schafft Klarheit

Ob Goldschmuck, Münze, Uhr oder Antiquität: Der Wert eines Gegenstands lässt sich nicht immer an einem einzelnen Merkmal erkennen. Material, Ausführung, Zustand und gegebenenfalls auch der Sammlerwert können zusammenspielen. Eine persönliche Begutachtung schafft deshalb eine bessere Grundlage als Vermutungen anhand von Stempeln, Alter oder äußeren Eindrücken. Wer mehrere Stücke aus einem Nachlass oder Haushalt prüfen lassen möchte, kann vorab mit Juwelier Kortum klären, welche Gegenstände für eine Begutachtung infrage kommen und welcher Standort sich dafür eignet.


Teilen:
Weitere Artikel
Business-Mail für KMU: So wächst die digitale Kommunikation mit
Business
Business-Mail für KMU: So wächst die digitale Kommunikation mit

Wenn aus einem Einzelunternehmen ein Team wird, steigen die Anforderungen an die digitale Kommunikation. Gemeinsame Postfächer, klare Zuständigkeiten und sichere Zugänge helfen dabei, Kundenanfragen zu koordinieren und Informationen zuverlässig verfügbar zu halten. Eine passende E-Mail-Infrastruktur unterstützt kleine und mittlere Unternehmen dabei, ihre Abläufe an neue Mitarbeiter und wachsende Aufgaben anzupassen. Am Anfang genügt häufig ein einzelnes E-Mail-Konto für Angebote, Rechnungen und Kundenkontakte. Mit jedem neuen Teammitglied wächst jedoch der Abstimmungsbedarf. Wer beantwortet eingehende Anfragen? Wie bleibt die Korrespondenz für Vertretungen zugänglich? Und wer verwaltet die Zugänge, wenn Beschäftigte das Unternehmen verlassen? Eine Business-E-Mail mit eigener Domain schafft eine einheitliche Grundlage. Damit sie im Alltag funktioniert, müssen Unternehmen auch die organisatorischen und technischen Rahmenbedingungen festlegen. Von der Einzelperson zur koordinierten Teamkommunikation

4 Min. LesezeitLesen
Gründungsrekord 2026: KI treibt Deutschlands Start-up-Boom an
Aktuell
Gründungsrekord 2026: KI treibt Deutschlands Start-up-Boom an

Für einen neuen Gründungsrekord brauchte Deutschland 2026 gerade einmal sechs Monate. Zwischen Januar und Juni entstanden 3.053 Start-ups – mehr als im gesamten Jahr 2024. Damit erreicht die Gründungsaktivität ausgerechnet in einer Phase einen historischen Höchststand, in der zahlreiche etablierte Industrieunternehmen unter wirtschaftlichem Druck stehen. Hinter der Entwicklung steckt vor allem der technologische Wandel: Künstliche Intelligenz erleichtert den Aufbau neuer Geschäftsmodelle und verkürzt Entwicklungsprozesse. Zugleich zieht die deutsche Verteidigungsindustrie erhebliche Summen an Wagniskapital an. Die wachsende Zahl junger Unternehmen gilt als ermutigendes Signal für den Wirtschaftsstandort. Allerdings entscheidet sich ihr langfristiger Beitrag zur Wirtschaft erst dann, wenn aus den Gründungen tragfähige Unternehmen mit dauerhaftem Wachstum entstehen.

Lesen
Renditefaktor Schönheit: Erfolgsstrategien im Businessmodell Hautpflege und Ästhetik
Business
Renditefaktor Schönheit: Erfolgsstrategien im Businessmodell Hautpflege und Ästhetik

Schöne Haut galt lange Zeit vor allem als kleiner Luxus oder als gelegentliche Auszeit vom Alltag. Ein entspannender Besuch im Kosmetikstudio, eine Gesichtsmaske und ein wenig Erholung so sah das klassische Bild der Branche aus. In den vergangenen Jahren hat sich dieser Markt jedoch spürbar gewandelt. Die Pflege des eigenen Erscheinungsbildes ist für viele Menschen zu einem festen Bestandteil der persönlichen Gesundheitsvorsorge geworden. Wer heute Geld für Behandlungen ausgibt, wünscht sich fundiertes Fachwissen, messbare Resultate und eine Betreuung, die weit über das traditionelle Wohlfühlprogramm hinausgeht. Aus wirtschaftlicher Sicht macht diese Entwicklung das Segment greifbar und attraktiv. Wo früher einfache Dienstleistungen dominierten, entstehen heute klar strukturierte Unternehmen mit verlässlichen Einnahmen. Die Nachfrage nach professioneller Ästhetik erweist sich als bemerkenswert krisenfest, da persönliche Pflege und das eigene Wohlbefinden auch in wirtschaftlich unruhigen Zeiten einen hohen Stellenwert behalten.

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite