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business-on.de Redaktion
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10. September 2026

„Handwerk lebt von Vertrauen": Interview mit Stefan Heimerl, Geschäftsführer des Malermeisterbetriebs J. Wolf GmbH

Was macht einen langlebigen Handwerksbetrieb aus und was dürfen Auftraggeber konkret erwarten? Verbindliche Termine, faire Kommunikation und Materialien, die zum eigenen Anspruch passen, gehören heute zum Grundstandard. Wie sich diese Erwartungen im Alltag umsetzen lassen, zeigt ein Blick auf einen Malerbetrieb in Würzburg mit langjähriger Tradition. Die J. Wolf GmbH aus Gerbrunn arbeitet nach eigenen Angaben seit 1880 also seit über 145 Jahren für Privatkunden ebenso wie für Kanzleien, Arztpraxen, Wohnungsgenossenschaften, Hausverwaltungen und Gewerbekunden.

Was Kunden heute von einem Malermeisterbetrieb erwarten

business-on.de: Ein Handwerksbetrieb mit langer Geschichte was hat sich in dieser Zeit am stärksten verändert?

Stefan Heimerl: Die Materialien und die Ansprüche der Auftraggeber. Früher ging es vor allem um saubere handwerkliche Ausführung. Heute erwarten Sie als Kunde zusätzlich eine transparente Terminplanung, klare Kostenrahmen und Materialien, die zum Nutzungszweck passen. So sind zum Beispiel in einer Arztpraxis oder einer Kanzlei emissionsarme, geruchsmilde Farben gefragt, damit der Betrieb schnell wieder aufgenommen werden kann. Im gewerblichen Umfeld zählen Beständigkeit und kurze Stillstandszeiten. Auch im Handwerk haben sich die Rahmenbedingungen und Anforderungen im Laufe der Zeit verändert.

business-on.de: Ihr Motto lautet „flott, sauber und zuverlässig". Was steckt konkret dahinter?

Stefan Heimerl: Drei sehr praktische Dinge. „Flott" heißt, dass ein zugesagter Termin auch gehalten wird und Baustellen nicht unnötig lange liegen bleiben. „Sauber" bezieht sich auf das Arbeitsergebnis, aber genauso auf den Umgang mit der Wohnung oder dem Geschäftsraum: Möbel werden ordentlich abgedeckt, Böden geschützt, am Abend wird aufgeräumt. „Zuverlässig" heißt, dass der Ansprechpartner erreichbar ist und Absprachen eingehalten werden. Das klingt selbstverständlich, ist es aber im Alltag nicht immer.

Umweltschonende Materialien: mehr als ein Verkaufsargument

business-on.de: Sie verwenden immer häufiger umweltschonende, lösemittelfreie und geruchsmilde Anstriche. Warum?

Stefan Heimerl: Das hat zwei Seiten. Zum einen die Umwelt: Viele moderne Dispersionsfarben und Naturprodukte belasten die Innenraumluft weniger. Zum anderen die Gesundheit der Bewohner und unserer eigenen Mitarbeitenden. Wer täglich mit Farben arbeitet, merkt schnell, ob ein Produkt aggressiv ausdünstet oder nicht. Für Wohnräume, Praxen, Kanzleien und Einrichtungen mit Publikumsverkehr ist das ein echtes Qualitätsmerkmal und kein reines Marketingthema.

Zwischen privaten und gewerblichen Auftraggebern und Hausverwaltung

business-on.de: Ihre Aufträge reichen von kleineren Arbeiten in einzelnen Räumen bis hin zu größeren Projekten wie Mehrfamilienhäusern. Wie unterschiedlich sind die Anforderungen?

Stefan Heimerl: Sehr unterschiedlich. Privatkunden möchten meist eine persönliche Beratung, gemeinsam Farbtöne festlegen und wissen, wie lange die Räume nicht nutzbar sind. Bei Hausverwaltungen und Wohnungsgenossenschaften geht es um standardisierte Abläufe, Mieterkommunikation und verlässliche Abwicklung mehrerer Objekte. Gewerbliche wie private Kunden legen Wert darauf, dass Arbeiten außerhalb der Geschäftszeiten oder in Abschnitten stattfinden. Die handwerkliche Grundleistung ist die gleiche, die Organisation dahinter ist es nicht.

Fassade, Wärmedämmung, Innenraum: was sinnvoll zusammen gedacht wird

business-on.de: Neben klassischen Malerarbeiten bieten Sie auch Fassadenrenovierung und Wärmedämmung an. Warum aus einer Hand?

Stefan Heimerl: Weil Fassade, Dämmung und Anstrich technisch zusammengehören. Wer eine Fassade nur neu streicht, ohne Untergrund, Risse und Feuchtigkeit zu prüfen, verschiebt das Problem nur um wenige Jahre. Bei einer energetischen Sanierung muss das Dämmsystem zur Substanz passen und der abschließende Anstrich zum Dämmsystem. Wenn ein Betrieb alle drei Schritte berücksichtigt und ausführt, gibt es weniger Schnittstellen, weniger Gewährleistungslücken und in der Regel ein besseres Ergebnis. Dazu gehört bei uns auch die fachgerechte Holzpflege unter anderem an Fenstern, Dachuntersichten, Türen, Balkonen und Fassadenelementen, die oft unterschätzt wird.

Was Auftraggeber vor der Beauftragung klären sollten

business-on.de: Welche Empfehlung geben Sie Auftraggebern, bevor sie einen Malerbetrieb beauftragen?

Stefan Heimerl: Drei Punkte. Erstens: einen schriftlichen Kostenvoranschlag verlangen, in dem die Leistungen genau beschrieben und nachvollziehbar sind. Zweitens: nach Qualifikationen und Referenzen aus vergleichbaren Projekten fragen. Drittens: klären, wer während der Arbeiten Ansprechpartner ist. Ein guter Betrieb beantwortet diese Fragen ohne Umschweife.

Regionalität als Standortfaktor

business-on.de: Warum spielt der regionale Bezug für einen Handwerksbetrieb heute noch eine Rolle?

Stefan Heimerl: Weil kurze Wege bedeuten, dass ein Team schnell vor Ort ist, auch bei Nacharbeiten oder Kundendienstfällen. Zwischen Gerbrunn und Würzburg sind es wenige Minuten, und auch die Randgemeinden sind zuverlässig erreichbar. Regionalität heißt außerdem, dass man sich kennt zum Beispiel Architekten, Hausverwaltungen, private Auftraggeber. Wer über viele Jahre in einer Region arbeitet, weiß, wie wichtig saubere Arbeit ist. Dauerhaft gute Qualität ist dabei der wirksamste Hebel für den eigenen Ruf.


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