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business-on.de Redaktion
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1. September 2026

Zwischen KI-Lernsoftware und echtem Trainer: Wie Unternehmen heute Sprachtraining einkaufen sollten

business-on.de: Sprachkompetenz ist im Mittelstand längst ein Produktivitätsfaktor. Wir haben mit der Geschäftsführung der Eifert. Sprachen. Seminare. Coaching. Verwaltungs GmbH, Wolfgang Eifert und Jan Ach, darüber gesprochen, wie sich Firmentrainings verändern, wo KI wirklich hilft und woran gute Kurse erkennbar sind.

Herr Eifert, Sprachtraining klingt nach einem klassischen Weiterbildungsthema. Warum bekommen Sie derzeit mehr Anfragen aus Unternehmen?

Wolfgang Eifert: Weil Sprache im Arbeitsalltag konkreter wird. Ein Vertriebsteam, das mit Kunden in Italien verhandelt, ein Pflegedienst, der internationale Fachkräfte einstellt, oder eine Kanzlei, die englischsprachige Mandate übernimmt: In all diesen Fällen entscheidet das Sprachniveau darüber, wie schnell jemand produktiv wird. Unsere Ansprechpartner in HR und Fachabteilungen wollen keine reinen Vokabeltrainings mehr buchen, sondern nachvollziehbare Fortschritte für definierte Aufgaben.

business-on.de: Viele Firmen setzen bereits auf Apps oder Selbstlernplattformen. Herr Ach, wo stößt das an Grenzen?

Jan Ach: Selbstlernangebote sind gut für Wortschatz und Grammatikwiederholung. Sie stoßen dort an Grenzen, wo Sprache Interaktion ist: Kundengespräche, Übergaben in der Pflege, Meetings mit widersprüchlichen Standpunkten. Wer das nur mit einer App übt, hat im Ernstfall zwar Vokabeln, aber wenig Routine im Gespräch. Deshalb kombinieren wir in unseren qualifizierten Sprachkursen in Frankfurt am Main KI-gestützte Lernsoftware mit Live-Training bei einem Trainer. Die Software unterstützt bei Wiederholung und Diagnostik, der Trainer übernimmt das, was in unserer Erfahrung Menschen besser können: korrigieren, einordnen, Situationen simulieren.

business-on.de: Sie sprechen von KI-gestützter Lernsoftware. Was verändert KI konkret im Kursalltag?

Wolfgang Eifert: Vor allem drei Dinge. Erstens die Einstufung: Wir sehen früher, wo jemand wirklich steht, nicht nur, welches Zertifikat er vor Jahren gemacht hat. Zweitens die Wiederholung: Die Software erkennt, welche Strukturen sitzen und welche nicht, und passt die Übungen an. Drittens die Zeit zwischen den Terminen: Teilnehmende können in kurzen Einheiten dranbleiben, statt einmal pro Woche neu einzusteigen. Was KI nicht ersetzt, ist der Trainer, der einer Pflegekraft erklärt, warum „Ich mache dann mal" in einer Übergabe missverständlich ist.

business-on.de: Gibt es Branchen, in denen der Bedarf besonders sichtbar ist?

Jan Ach: Medizin, Pflege und Dental sind bei uns eigene Bereiche. Kliniken und Praxen stellen international ein und brauchen Personal, das nicht nur Alltagsdeutsch spricht, sondern auch Anamnese, Dokumentation und Patientenaufklärung sprachlich sicher bewältigt. Für diese Gruppe bieten wir fachspezifische Deutschkurse und Prüfungsvorbereitung an, unter anderem für telc-Prüfungen, die je nach Bundesland und Beruf im Anerkennungsverfahren relevant sein können. Der zweite große Block ist klassisches Business-Englisch für Vertrieb, Einkauf und Projektarbeit.

business-on.de: Worauf sollten Personalverantwortliche achten, wenn sie ein Sprachtraining einkaufen?

Wolfgang Eifert: Ich würde vier Fragen stellen. Erstens: Wird vor Kursbeginn eingestuft, und zwar nicht nur nach Selbsteinschätzung? Zweitens: Sind die Inhalte an die Aufgaben im Job gebunden, oder handelt es sich um einen Standardkurs? Drittens: Wie wird Fortschritt sichtbar, etwa über Zwischenchecks oder ein anerkanntes Zertifikat wie telc? Viertens: Wie flexibel ist das Format, wenn Schichten oder Projekte dazwischenkommen? Wer auf diese Punkte klare Antworten bekommt, kauft aus unserer Sicht in der Regel kein Trainingsrisiko ein.

business-on.de: Ein Argument gegen Weiterbildung ist immer die Zeit. Wie lösen Sie das?

Jan Ach: Über Blended Learning. In der Praxis heißt das: kürzere Live-Einheiten, oft online, kombiniert mit selbstgesteuerten Übungen. Ein Team aus dem Vertrieb kann so zum Beispiel zwei Termine pro Woche à 45 Minuten fest einplanen und dazwischen kurze Übungseinheiten am Tag einbauen. Das ist für viele Teilnehmende realistischer als ein Vier-Stunden-Block am Freitagnachmittag, den nach einigen Wochen kaum noch jemand wahrnimmt.

business-on.de: Zum Schluss: Was ist der häufigste Fehler, den Sie bei Sprachprojekten in Unternehmen sehen?

Wolfgang Eifert: Zu spät zu starten. Sprachkompetenz wird oft erst dann zum Thema, wenn ein Auslandsprojekt schon läuft oder eine Pflegekraft bereits im Team ist. Der Sprung von einem Niveau zum nächsten, etwa von B1 auf B2, erfordert nach dem Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmen in der Regel mehrere Monate strukturiertes Training. Wer das früh einplant und die Kursziele an die konkrete Aufgabe koppelt, bekommt Mitarbeitende, die im Job sprechen, nicht nur im Kursraum.

business-on.de: Für Unternehmen aus dem Rhein-Main-Gebiet, die ein passendes Trainingsformat prüfen möchten, ist ein Erstgespräch mit einer spezialisierten Sprachschule der pragmatischste Einstieg. Herr Eifert, Herr Ach, vielen Dank für das Gespräch!


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