News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
29. September 2021

Neue Regierung: schnell einigen, kräftig zupacken und Ergebnisse liefern

Grüne und Liberale in engem Kontakt

Interessanterweise haben die Liberalen und die Grünen schon relativ schnell nach der Wahl Kontakt aufgenommen, um auszuloten, wo Gemeinsamkeiten bestehen und in welchen Punkten sich doch stärkere Differenzen feststellen lassen. Klar ist: ohne die beiden geht es nicht. Sie sind die Königsmacher und können entweder Armin Laschet oder aber Olaf Scholz auf den Schild des Häuptlings hieven. Wobei dem klaren Wahlverlierer Laschet auch aus den eigenen Reihen mächtig Gegenwind ins nicht mehr lachende Gesicht bläst.

Händler wollen die Ampel

Doch welche Regierungskoalition wünscht sich die Wirtschaft? Um das herauszufinden, hat die Pro-Bono-Initiative „Händler helfen Händlern“ auf LinkedIn eine Blitzumfrage gestartet. Mehr als 1.700 befragte Personen lieferten ein eindeutiges Ergebnis. 60 Prozent der Händler und Unternehmer plädieren klar für die Zusammenarbeit von rot, gelb, grün. 37 Prozent sprechen sich für „Jamaika“ aus, und nur drei Prozent würden gerne mit einer „Groko“ aus SPD und der Union weitermachen.

Tempo bei der Regierungsbildung

Die Umfrage von „Händler helfen Händlern“ läuft noch einige Tage. Das finale Ergebnis wird die Initiative bei den Parteien einreichen. Man befindet sich bereits im Kontakt zu FDP-Chef Christian Lindner sowie den beiden Grünen-Bundestagsabgeordneten Katharina Dröge und Annemone Spallek. Auch mit dem Handelsverband HDE tauscht sich „Händler helfen Händlern“ regelmäßig aus. Es herrscht zwischen den beiden Partnern der Übereinstimmung in der Frage, dass eine schnelle Regierungsbildung oberste Priorität haben muss.

Handlungsbedarf auf sechs Themenfeldern

In Sachen Wirtschaft und Nachhaltigkeit steht Deutschland vor großen Herausforderungen. Darüber sind sich die Handelsbranche und deren Unternehmensvertreter einig. Sie sehen in erster Linie Handlungsbedarf in folgenden sechs Themenschwerpunkten:

  1. Die Auswirkungen von Corona auf Wirtschaft, Gastronomie und Innenstadt verbunden mit der Frage, welche Förderkonzepte die Branche wieder in Schwung bringen und wie die Innenstädte wieder für die Menschen attraktiv werden können.
  2. Bei der Digitalisierung wurde in den vergangenen Jahren vieles verschlafen. Und dabei nur auf den Netzaufbau zu schielen ist zu kurz gesprungen. Übergeordnet muss die Frage stehen, wie die digitale Transformation unseres Landes gestaltet werden muss.
  3. Für eine nachhaltige Wirtschaf muss die Politik Rahmenbedingungen setzen, dass Unternehmen sich zu den Pariser Klimazielen verpflichten, ohne dabei die Wirtschaftlichkeit ihres Geschäftsmodells aus den Augen zu verlieren. Viele Unternehmen in Deutschland sind in Sachen Dekarbonisierung ihrer Wertschöpfungskette bereits weit fortgeschritten. Es sind aber noch bei weitem nicht genug.
  4. Auch in Sachen Schul-, Aus- und Weiterbildung kommt die Digitalisierung wieder ins Spiel. Denn wen die Baby-Boomer in den kommenden Jahren in Rente gehen, entsteht am Arbeitsmarkt – Stichwort Fachkräftemangel – eine Riesenlücke. Hier stellt sich die Frage, wie digitale Bildung in Deutschland zukünftig ausgestattet und ausgestaltet sein muss, um gegenüber dem ausländischen Wettbewerb konkurrenzfähig zu bleiben.
  5. Beim Thema Start-Ups gilt es Wege aufzuzeigen, Unternehmertum und eigenverantwortliches Handeln stärker in den Fokus zu rücken. Vor allem bei jungen Menschen muss das Mindset gestärkt werden, unternehmerische Chancen zu ergreifen und ins Risiko zu gehen.
  6. Und schließlich muss die neue Regierung, in welchem Farbenspiel auch immer, dafür Sorge tragen, dass Europa im internationalen Kontext eine führende Rolle einnimmt und nicht in Bürokratie verzwergt und in Kleinteiligkeit zerfällt.

Wir dürfen gespannt sein, wer demnächst als Kanzler die Geschicke des Landes führt. Und hoffen, dass sich die an der Regierung beteiligten Parteien schnell auf ein solides Programm für die kommende Legislaturperiode einigen. Denn Fakt ist, dass unter der „Groko“ viele Dinge einfach liegen gebelieben sind oder aber nur halbherzig in Angriff genommen wurden. Es bleibt festzuhalten: es gibt viel zu tun – lassen wir es nicht länger liegen.

Teilen:
Weitere Artikel
Planungssicherheit trotz Krise: Wege zur zukunftssicheren Energieversorgung
Business
Planungssicherheit trotz Krise: Wege zur zukunftssicheren Energieversorgung

Die globale Energielandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der besonders den deutschen Mittelstand vor enorme Herausforderungen stellt. Schwankende Preise an den Börsen und politische Unwägbarkeiten machen eine verlässliche Kalkulation der Betriebskosten für viele Unternehmen schwierig. Dennoch bleibt eine stabile Versorgung das Rückgrat jeder wirtschaftlichen Tätigkeit. Die aktuelle Marktsituation als Weckruf für Entscheider In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass bewährte Bezugsmodelle allein oft nicht mehr ausreichen. Die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern oder kurzfristigen Spotmarkt-Entwicklungen hat viele Betriebe in Bedrängnis gebracht. Daher setzen immer mehr Firmen auf Diversifikation und eine schrittweise Eigenversorgung durch erneuerbare Quellen.

5 Min. LesezeitLesen
Digitale Präsenz aufbauen: Warum Unternehmen 2026 mehr brauchen als nur eine Website
Business
Digitale Präsenz aufbauen: Warum Unternehmen 2026 mehr brauchen als nur eine Website

Kleine und mittelständische Unternehmen stehen heute vor einer paradoxen Situation: Noch nie war es einfacher, eine Website zu erstellen – und noch nie war es schwieriger, damit tatsächlich Kunden zu erreichen. Die Zeiten, in denen eine hübsche Homepage ausreichte, sind längst vorbei. Wer heute im digitalen Raum Fuß fassen will, braucht eine durchdachte Strategie, die alle Kanäle miteinander verbindet. Viele Unternehmen entscheiden sich daher, eine Full-Service Digitalagentur anfragen zu können, die nicht nur Websites baut, sondern ganzheitliche digitale Ökosysteme entwickelt. Der Unterschied zwischen Online-Präsenz und digitaler Sichtbarkeit Eine Website zu haben bedeutet nicht automatisch, gefunden zu werden. Tausende Unternehmen investieren in ansprechende Webdesigns, nur um festzustellen, dass ihre Seiten in den Suchergebnissen auf Seite fünf oder sechs landen – ein digitales Niemandsland, das praktisch unsichtbar ist. Die Herausforderung liegt darin, Präsenz in Sichtbarkeit zu verwandeln.

5 Min. LesezeitLesen
Die besten Verbraucherportale im Vergleich: Orientierung im Informationsdschungel
Ratgeber
Die besten Verbraucherportale im Vergleich: Orientierung im Informationsdschungel

Verbraucher stehen heute vor einer Vielzahl an Entscheidungen – vom Kauf technischer Produkte über Vertragsabschlüsse bis hin zu Fragen rund um Energie, Haushalt oder Digitalisierung. Gleichzeitig wächst das Angebot an Informationen im Internet stetig. Vergleichsportale, Testberichte und Ratgeber versprechen Orientierung, doch nicht alle Inhalte sind gleich zuverlässig oder hilfreich. Gerade in Zeiten, in denen Kaufentscheidungen zunehmend online getroffen werden, gewinnen Verbraucherportale eine zentrale Rolle. Sie bündeln Informationen, bereiten komplexe Themen verständlich auf und helfen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen. Doch welche Plattformen überzeugen wirklich durch Qualität, Transparenz und Mehrwert? Die Unterschiede sind oft größer, als es auf den ersten Blick scheint. Während einige Portale auf oberflächliche Vergleiche setzen, bieten andere tiefgehende Analysen, unabhängige Bewertungen und praxisnahe Empfehlungen. Für Nutzer wird es daher immer wichtiger, die Qualität eines Portals richtig einschätzen zu können.

8 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite