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31. Juli 2026

Physiotherapie, Training und Wellness unter einem Dach: Wie ganzheitliche Gesundheitskonzepte den Unternehmensalltag entlasten

Ganzheitliche Gesundheitskonzepte können Unternehmen entlasten, indem sie Physiotherapie, medizinisches Training, Prävention und Wellness an einem Ort bündeln so lassen sich Übergänge zwischen Therapie und Training enger gestalten, Präventionsangebote leichter zugänglich machen und HR erhält klare Ansprechpartner statt verteilter Schnittstellen. Muskuloskelettale Beschwerden verursachten laut BKK-Gesundheitsreport 2024 mit 20,3 % aller Fehltage die meisten krankheitsbedingten Arbeitsausfälle. Für Unternehmen bedeutet das nicht nur Ausfalltage, sondern auch zusätzliche Belastung der verbleibenden Teams und Aufwand im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Gleichzeitig wächst der Anspruch vieler Mitarbeitender, dass Arbeitgeber ihre Gesundheit aktiv unterstützen.

Warum getrennte Lösungen oft an ihre Grenzen stoßen

In der Praxis laufen Physiotherapie, Fitnesstraining und Präventionskurse häufig in unterschiedlichen Einrichtungen ab. Beschäftigte gehen zur Physiotherapie, anschließend ins Fitnessstudio und buchen separat einen Rückenkurs über die Krankenkasse. Diese Trennung kann zu Reibungsverlusten führen: Therapieziele werden im Training nicht immer konsequent weiterverfolgt, Übungen passen nicht zwingend zur aktuellen Belastbarkeit, und der Übergang von der Reha zurück in den Alltag bleibt häufig eine Lücke. Anbieter wie liventum.de setzen daher auf ein anderes Modell: Physiotherapie, medizinisches Training, Prävention und Wellness werden räumlich und konzeptionell unter einem Dach zusammengeführt, sodass Befund, Trainingsplan und Erholung aufeinander abgestimmt sein können.

Prävention als Wettbewerbsvorteil: Liventum-Geschäftsführer Sercan Bayrak im Interview

business-on.de: Herr Bayrak, als Geschäftsführer der Liventum GmbH beschäftigen Sie sich intensiv mit betrieblichem Gesundheitsmanagement. Was zeichnet ein ganzheitliches Konzept in diesem Bereich im Kern aus? Reicht es, wenn ein Standort möglichst viele Leistungen anbietet?

Sercan Bayrak: Nein, das ist ein häufiger Irrtum. Entscheidend ist nicht die Menge der angebotenen Leistungen, sondern dass diese inhaltlich eng miteinander verzahnt sind. Aus Sicht von Unternehmen sind dabei drei Merkmale besonders relevant: Erstens ein durchgehender Behandlungspfad. Das bedeutet, dass die Befunde aus der Physiotherapie direkt in den individuellen Trainingsplan einfließen. Mitarbeitende werden nach der Therapie nicht einfach „entlassen“, sondern in ein begleitetes Anschlusstraining überführt.

business-on.de: Und die anderen beiden Merkmale?

Sercan Bayrak: Das zweite ist ein medizinisch fundiertes Training. Statt klassischem Studiotraining steht ein an die Belastung und das Beschwerdebild angepasstes Programm im Vordergrund, das bei Bedarf eng mit der Therapieabteilung abgestimmt wird. Und drittens: Prävention statt Reaktion. Kurse, Wellness und Erholung sind bei uns keine Extras, sondern elementarer Bestandteil der langfristigen Stabilisierung. Das ist gerade bei Bürotätigkeiten mit hohem Sitzanteil extrem relevant.

business-on.de: Sie sagen: „Der Mehrwert entsteht im Übergang“. Was unterscheidet ein solches integriertes Konzept aus Ihrer Sicht von klassischen Einzelangeboten?

Sercan Bayrak: Der entscheidende Punkt ist genau dieser Übergang. In klassischen Strukturen endet die Physiotherapie mit dem letzten Rezept und dann beginnt für die Person die mühsame Suche nach einem passenden Training. Bei uns ist dieser Übergang ein definierter Prozess. Therapeut und Trainer sprechen miteinander, der Trainingsplan baut direkt auf dem Befund auf. Das kann für die Mitarbeitenden Zeit sparen und das Risiko massiv reduzieren, dass alte Beschwerden zurückkehren.

business-on.de: Was berichten die Unternehmen, die bereits mit Ihnen kooperieren? Welche Vorteile ergeben sich in der Praxis?

Sercan Bayrak: Viele HR-Verantwortliche schätzen vor allem die organisatorische Klarheit. Sie haben nur noch einen Ansprechpartner statt mehrerer. Wenn ein Gesundheitstag geplant wird, ein Reha-Anschluss organisiert werden soll oder Firmenfitness ausgerollt wird, läuft das über dieselbe Stelle. Das senkt den internen Aufwand spürbar. Zudem sinkt die Hürde für die Mitarbeitenden, überhaupt aktiv zu werden. Wer nach der Therapie nicht noch ein zweites Studio suchen muss, bleibt nach unserer Praxiserfahrung häufiger dran. Das bedeutet eine bessere Annahme von Präventionsangeboten in vertrauter Umgebung und eine viel bessere Planbarkeit von Kooperationen.

business-on.de: Wo sehen Sie denn die häufigsten Missverständnisse, wenn Unternehmen über solche Konzepte nachdenken?

Sercan Bayrak: Manche erwarten eine schnelle, kurzfristige Wirkung. Gesundheit ist aber ein langfristiges Thema. Die positiven Effekte zeigen sich erst, wenn Mitarbeitende über Monate dranbleiben und genau hier ist die räumliche und inhaltliche Verzahnung ein riesiger Hebel. Wer den Weg kurz hält, bleibt erfahrungsgemäß eher dabei.

business-on.de: Worauf sollten Entscheider bei der Auswahl eines Gesundheitsdienstleisters besonders achten?

Sercan Bayrak: Nicht jedes Studio mit angeschlossener Physiotherapie liefert automatisch ein integriertes Konzept. Wenn Sie als Unternehmen einen Partner suchen, sollten Sie gezielt prüfen, ob die Abläufe wirklich verzahnt sind. Werden Befunde aus der Therapie strukturiert in das Training übernommen? Gibt es feste Kommunikationswege zwischen Therapeuten und Trainern? Wie wird der Erfolg von Präventionsmaßnahmen dokumentiert? Und passen Öffnungszeiten, Erreichbarkeit und Terminstruktur zum Arbeitsalltag der Belegschaft? Anbieter, die diese Punkte transparent beantworten, sind in der Regel auch in der Lage, individuelle Firmenlösungen aufzusetzen.

business-on.de: Wie bewerten Sie die wirtschaftliche Relevanz dieses Themas für die Zukunft?

Sercan Bayrak: Das Interesse an integrierten Gesundheitsangeboten nimmt stark zu, weil sich zwei Entwicklungen verstärken: Einerseits führen sitzende Tätigkeiten zu einem immer höheren Risiko für Rücken-, Nacken- und Schulterbeschwerden. Andererseits ist Gesundheit ein zunehmend wichtiger Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte geworden. Wer als Arbeitgeber glaubwürdig in Prävention investiert, signalisiert nicht nur Wertschätzung, sondern adressiert auch ganz handfeste betriebliche Risiken. Integrierte Konzepte bieten dafür einen pragmatischen Rahmen, ohne dass das Unternehmen selbst zu einer Gesundheitsorganisation werden muss.

business-on.de: Was ist Ihr abschließendes Fazit für Unternehmen?

Sercan Bayrak: Aus Einzelmaßnahmen muss eine Strategie werden. Betriebliche Gesundheit lässt sich nur schwer durch einzelne Kurse oder gelegentliche Aktionstage absichern. Wenn Sie als Organisation Verantwortung für Ihre Belegschaft tragen, lohnt es sich, das Thema strategisch anzugehen. Die Mitarbeitenden brauchen einen klaren Weg von der akuten Beschwerde über die Therapie bis hin zur dauerhaften Prävention idealerweise an einem Ort. So wird aus einer reinen Kostenposition im Personalbereich ein echtes Investitionsfeld mit erkennbarem Nutzen für die Belegschaft und das gesamte Unternehmen.


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