Landschaftsarchitekt Piet Oudolf bringt den Gräflichen Park wieder zum Leuchten

Denn der 60 ha große Landschaftsgarten schafft einen besonderen Spagat: Er verbindet die historisch geprägte Anlage gekonnt mit Highclass-Gartenkunst von international renommierten Landschaftsarchitekten. Highlight dieser Saison: Der erst zum zweiten Mal blühende Stauden- und Gräsergarten des niederländische Star-Gartenkünstlers Piet Oudolf. Mehr als 25.000 Pflanzen ließ er im Sommer 2009 anlegen, um einen atemberaubenden „blühenden Fluß“ zu kreieren, der sich jetzt von seiner prachtvollsten Seite zeigt.
Als einen „Tempel des Himmlischen“ beschrieb schon damals der Lyriker Friedrich Hölderlin den Gräflichen Park. So ähnlich empfindet es auch Star-Gärtner Piet Oudolf, den die Natur nach mehreren Aufenthalten im Gräflichen Park derart begeistert hat, dass er einen Entwurf seiner weltberühmten Staudengärten im westlichen Teil des historischen Landschaftsparks realisierte. Der im Juni 2009 eingeweihte Sinnesgarten Oudolfs besteht aus geschwungenen Beeten, leicht hügeligen Raseninseln und schmalen Wegen und kann als eine Art „Garten im Garten“ und als ein farbiger, ganzjährig blühender Fluß erlebt werden. In Zusammenarbeit mit Graf Marcus und Gräfin Annabelle von Oeynhausen-Sierstorpff ist Piet Oudolf zu der Entscheidung für einen nachhaltigen Garten mit „kleinen topographischen Andeutungen“ gekommen.
Nach Oudolfs präziser Planung wurden zehntausende aufeinander abgestimmte Pflanzen gesetzt, darunter zahlreiche – und auch sehr seltene – Sorten von Achillea, Annemonen, Astern, Echinacea, Geranien, Iris, Limonen, Salbei und Veronica. Der Effekt der Kreation: ein Blumen-Gemälde aus „lebendigen“ Beete, da die Fülle der Gräserund Staudensorten im Verlauf der Jahreszeiten wieder und wieder die Erscheinung wechseln. Bei der Farbwahl setzt Oudolf auf eine Harmonie aus dezenten Nuancen wie Rosa, Pink, Violett und Blau, dazwischen ein paar Tupfer von hellem Gelb, kühlem Weiß oder mattem Rot. Eine weitere Besonderheit des Oudolf-Gartens sind außerdem ein Dutzend Magnolienbäume, die im Westen eine starke Kulisse, einen schönen Abschluss und eine Ergänzung für die historischen Parkteile bilden. Piet Oudolf über das Projekt im Gräflichen Park: „Das Konzept basiert auf Rhythmus, auf Bewegung und dem Wechsel der Jahreszeiten, auf natürlichen Elementen und sanften farbigen Strukturen.
Der Garten wurde in einem natürlichen Wiesen-Stil angelegt. Ohne die Natur kopieren zu wollen, sind die verschiedenen Gräser und ganzjährigen Pflanzen in einer Weise komponiert, dass man den Eindruck bekommt, sie könnten so auch in der Natur existieren. Mein Garten ist ein Bild, das sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten verändert. Der Einsatz von Stauden und Gräsern stimuliert die Sinne nicht nur durch die Schönheit der Blumen, sondern auch durch eine Vielfalt, die Insekten wie zum Beispiel Hummeln, Bienen und Schmetterlinge anlockt. Die durchschnittliche Höhe der Pflanzen wird 1,20 m erreichen, so dass der Passant das Gefühl haben wird, er laufe durch eine blühende Wiese.“
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