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7. Juli 2015

Kostenoptimierung in der Lagerhaltung

Was Lagerhaltung bezweckt

Selbstverständlich ist der vorrangige Zweck der Lagerhaltung, dass Produkte, Rohstoffe und Verbrauchsgegenstände an einem zentralen Ort sicher aufbewahrt werden sollen. Wer jedoch nur diesen Aspekt betrachtet, versäumt den eigentlichen Sinn, denn Lagerhaltung folgt je nach Branche vollkommen unterschiedliche Ziele. So sollte in einem Unternehmen zunächst unterschieden werden, ob es in der Lagerhaltung saisonale Besonderheiten gibt oder ob gar auf einen plötzlichen Preisanstieg bei günstig eingekaufter Ware spekuliert werden soll.

Auch die Sicherung des Unternehmenszwecks wird erst durch eine intelligente Lagerhaltung gewährleistet, denn Sicherheitsbestände von Verbrauchsmaterialien und Rohstoffen zu lagern, ist in Zeiten möglicher Lieferengpässe ein essenzieller Schritt. In jedem Fall wirkt sich eine effiziente Lagerhaltung auf das gesamte Unternehmen, seine Abläufe und die Performance aus. So ist es nicht immer ratsam, auf chaotische Lagerhaltung zu setzen, denn bei vielen Unternehmen haben die Bedürfnisse diese Variante schon lange überflügelt. Allgemein unterscheiden Fachleute zwischen statischer Lagerhaltung und dynamischer Lagerhaltung:

Statische LagerhaltungDynamische Lagerhaltung
• Feste Plätze für alle Produkte• Kein geordnetes System
• Mangelhafter Nutzungsgrad von bislang leeren Flächen• Kurze Lauf- und Fahrtwege im Lager
• Vereinfachte Suche nach einzelnen Waren• Beschleunigte Ein- und Auslagerungsprozesse
• Stets gleichbleibende Aufteilung der Lagerflächen• Effiziente Nutzung leerer Lagerflächen
• Geeignet für Unternehmen mit gleichbleibendem und vergleichsweise geringem Lagerbestand• Geeignet für Unternehmen mit hoher Lagerkapazität

Lagerkosten optimieren für gesteigerte Handlungsfähigkeit

Nicht nur die Waren, die in einem Lager aufbewahrt werden, sorgen für die Entstehung zeitweise hoher Kosten. So setzen sich Lagerkosten aus einer breiten Vielfalt verschiedener Einzelfaktoren zusammen, die erst bei umfassender Betrachtung ein stimmiges Gesamtbild ergeben. Unternehmen, die ihre Lagerkosten optimieren wollen, sollten daher nicht nur einen Bereich betrachten, sondern sich diesem Themengebiet sehr umfangreich widmen. Allgemein setzen sich Lagerkosten aus den folgenden Einzelpunkten zusammen:

  • Kosten für Gebäude und Einrichtung
  • Kosten für Transportwagen wie Gabelstapler
  • Kosten für das Lagerpersonal
  • Energiekosten
  • Instandhaltungskosten
  • Kosten für vorbereitende und nachbereitende Schritte (Verpacken, Kommissionieren, Umlagern, Einlagern und Auslagern)
  • Kosten für kalkulatorische Zinsen durch gebundenes Kapital im Lagerbestand

Diese lange Liste verdeutlicht erneut, dass Unternehmern eine reiche Vielzahl möglicher Ansatzpunkte zur Optimierung zur Verfügung steht. So kann besonders im Bereich der Vor- und Nacharbeiten gespart werden, wenn dem Personal effiziente und durchdachte Fahrzeuge und Utensilien zur Verfügung stehen. Der Lagerspezialist Allpax nennt Rollcontainer und Gitterboxen als Instrumente für effiziente Zeitersparnis, da Entnahme und Einlagerung dank der speziellen Ausrichtung leichter und schneller vonstatten gehen. Wichtig ist es auch, den eigenen Mitarbeitern eine solide Lagerhaltungssoftware zu bieten, die eine Orientierung in Lagergebäuden erleichtert. So entfallen lange Suchvorgänge, die sonst einen Großteil der Personalkosten verschlingen. Eine gut sichtbare Beschriftung von Regalen und Fächern fördert diesen Effekt. Da laut Intralogistik der Vorgang des sogenannten „Order Pickings“ bis zu 55% der Lagerkosten einnimmt, ist hier durch Veränderung der wohl größte Effekt zu erwarten.

Im Bereich der Energiekosten lohnen sich Mitarbeiterschulungen zu diesem Thema, denn ein verantwortungsvoller Umgang mit Heizung und Licht kann sich nicht nur in Büroräumen, sondern auch im Lager positiv auswirken. Da sich innerhalb eines Lagers jedoch häufig hohe Energiekosten zeigen, auf die die Mitarbeiter keinen Einfluss haben, müssen Unternehmer dieses Gebiet noch etwas weiträumiger bearbeiten. So fallen beispielsweise für Kühlung und Belüftung Kosten an, die sich nur durch mögliche Anpassungen verringern lassen. Dies sollte jedoch niemals zum Nachteil der Produktqualität geschehen. Zu guter Letzt kann auch ein Wechsel des Energieanbieters dabei helfen, die Strom- und Heizungskosten in Lagerräumen zu senken.

Automatisierung als Ausweg

Eine weitere Möglichkeit für Unternehmen, Lagerkosten zu senken, ist die Einführung automatisierter Prozesse. Dies bedeutet nicht zwingend einen Abbau des Personals, kann jedoch durchaus damit verbunden sein. Im Rahmen einer Automatisierung ergeben sich deutlich schnellere Abläufe bei der Ein- und Auslagerung. Auch kann der Platz innerhalb des Lagers durch besonders hohe Lagerregale effizienter ausgenutzt werden . Da automatisierte Anlagen für gewöhnlich softwaregesteuert sind, ergibt sich außerdem eine deutlich genauere Arbeitsweise. Mitarbeitern im Lager fällt es mit dieser Unterstützung leichter, Prozesse zu steuern, zu kontrollieren und Lagerbestände exakt zu bestimmen.

All dies sorgt für eine immense Zeitersparnis, die sich wiederum in den Kosten für das Personal niederschlägt. Es braucht nun möglicherweise weniger Personal für das Absolvieren eines gleichbleibenden Arbeitspensums. Auch ergonomisch ist die Automatisierung nicht zu unterschätzen. Übernehmen Maschinen die schweren Arbeiten, so werden Mitarbeiter körperlich und auch geistig entlastet. Es kommt es, langfristig betrachtet, zu weniger Krankheitsfällen und die Gefahr einer Berufsunfähigkeit einzelner Mitarbeiter sinkt. Beachtet werden sollte jedoch stets, dass die Einführung automatisierter Systeme zunächst mit hohen Investitionen verbunden ist.

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