Stress, Burnout und Work-Life-Balance: Psychiater Dr. Gunther Karlbauer im Interview

Stress und Burnout sind längst keine Ausnahmeerscheinungen mehr – sie haben sich zu zentralen Themen in der modernen Arbeitswelt entwickelt. Hoher Leistungsdruck, ständige Erreichbarkeit und die Schwierigkeit, Beruf und Privatleben voneinander zu trennen, belasten viele Mitarbeitende nachhaltig. Doch wie können Unternehmen ihre Mitarbeitenden besser unterstützen und ihnen helfen, diesen Herausforderungen zu begegnen?
Im Gespräch mit business-on.de gibt Dr. Gunther Karlbauer, Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, wertvolle Einblicke in die Ursachen von Stress und Burnout, erklärt, wie präventive Maßnahmen wirken können und beleuchtet die Rolle von Einrichtungen wie der Psychiatrie in München. Erfahren Sie, warum mentale Gesundheit nicht nur für Mitarbeitende, sondern auch für Unternehmen entscheidend ist – und welche Schritte beide Seiten unternehmen können, um langfristig eine gesunde Balance zu finden.
business-on.de: Dr. Karlbauer, Burnout und Stress scheinen immer häufiger in der Arbeitswelt vorzukommen. Woran liegt das?
Dr. G. Karlbauer: Die Gründe sind vielschichtig. Unsere Arbeitswelt hat sich in den letzten Jahren drastisch verändert. Digitalisierung und ständige Erreichbarkeit erhöhen die Anforderungen. Viele Menschen arbeiten unter hohem Zeitdruck und mit einer Fülle an Aufgaben, die sie oft kaum bewältigen können. Hinzu kommt, dass die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben immer mehr verschwimmen. Das erschwert die Erholung und kann langfristig zur Überforderung führen. Ein weiterer Aspekt ist die oft fehlende Kommunikation über psychische Belastungen – das Thema wird nach wie vor stigmatisiert, sodass Betroffene sich nicht trauen, Hilfe zu suchen.
business-on.de: Was sind typische Anzeichen, dass Mitarbeitende unter Stress oder sogar Burnout leiden?
Dr. G. Karlbauer: Zu den häufigsten Anzeichen gehören körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Verdauungsprobleme. Psychisch zeigen sich oft Antriebslosigkeit, Gereiztheit und das Gefühl, ständig erschöpft zu sein. Viele Betroffene berichten auch von Konzentrationsproblemen und dem Gefühl, keine Kontrolle mehr über ihre Arbeitssituation zu haben. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu Zynismus und sozialem Rückzug kommen – das sind ernstzunehmende Warnsignale, die auf ein Burnout hinweisen können.
business-on.de: Wie können Unternehmen präventiv tätig werden, um solche Zustände bei ihren Mitarbeitenden zu verhindern?
Dr. G. Karlbauer: Prävention beginnt bei der Unternehmenskultur. Arbeitgeber müssen ein Umfeld schaffen, in dem psychische Gesundheit ernst genommen wird. Dazu gehören offene Kommunikationswege, regelmäßige Feedbackgespräche und ein achtsamer Umgang mit Überlastung. Wichtig sind auch konkrete Maßnahmen wie Stressmanagement-Programme, Resilienz-Workshops und die Förderung einer gesunden Work-Life-Balance. Flexible Arbeitszeiten oder die Möglichkeit, von zu Hause aus zu arbeiten, können ebenfalls helfen.
business-on.de: Sie sprechen von Resilienz. Warum ist diese Fähigkeit so entscheidend, und wie können Unternehmen sie fördern?
Dr. G. Karlbauer: Resilienz ist die Fähigkeit, mit Belastungen besser umzugehen und sich nach Rückschlägen schneller zu erholen. Sie schützt nicht nur vor Stress und Burnout, sondern hilft Mitarbeitenden, Herausforderungen aktiv zu bewältigen. Unternehmen können Resilienz durch gezielte Trainings fördern, die Techniken wie Achtsamkeit, Zeitmanagement und Problemlösungsstrategien vermitteln. Aber auch eine Kultur des Vertrauens und der Wertschätzung stärkt die Resilienz – Mitarbeitende fühlen sich weniger allein gelassen und wissen, dass sie Unterstützung bekommen.
business-on.de: Welche Rolle spielen externe Einrichtungen wie die Psychiatrie in München bei der Behandlung und Prävention von Stressstörungen?
Dr. G. Karlbauer: Eine Einrichtung wie die Psychiatrie in München kann eine entscheidende Rolle spielen, wenn präventive Maßnahmen nicht mehr ausreichen oder Mitarbeitende bereits stark belastet sind. Dort werden moderne Diagnostik und individualisierte Therapieansätze geboten, um Betroffenen zu helfen. Auch Unternehmen können davon profitieren, indem sie Partnerschaften mit solchen Einrichtungen eingehen, um Mitarbeitenden frühzeitig Zugang zu professioneller Hilfe zu ermöglichen. Es ist wichtig, dass Unternehmen signalisieren: Psychische Gesundheit ist kein Tabuthema, und professionelle Unterstützung ist willkommen.
business-on.de: Was kann man als Einzelner tun, um Stress und Burnout vorzubeugen?
Dr. G. Karlbauer: Es ist entscheidend, sich selbst Grenzen zu setzen – etwa durch klare Trennung von Arbeit und Freizeit. Regelmäßige Pausen, ausreichend Schlaf und eine ausgewogene Ernährung spielen ebenfalls eine große Rolle. Zudem hilft es, sich realistische Ziele zu setzen und sich nicht zu überfordern. Der Austausch mit Kolleg:innen oder Freunden kann entlastend wirken, und Sport oder Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation helfen, Stress abzubauen. Wichtig ist, bei den ersten Anzeichen von Überforderung nicht zu zögern, Hilfe zu suchen.
business-on.de: Glauben Sie, dass sich die Arbeitswelt in Bezug auf die psychische Gesundheit bereits verändert hat?
Dr. G. Karlbauer: Es gibt Fortschritte, aber es bleibt viel zu tun. In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für psychische Gesundheit in der Arbeitswelt gewachsen, auch durch die Pandemie, die viele Menschen stark belastet hat. Immer mehr Unternehmen erkennen, wie wichtig die mentale Gesundheit ihrer Mitarbeitenden ist – sowohl für das Wohlbefinden als auch für die Produktivität. Dennoch gibt es nach wie vor Unternehmen, die das Thema ignorieren oder unterschätzen. Hier ist ein Umdenken notwendig.
business-on.de: Was möchten Sie Unternehmen abschließend mit auf den Weg geben?
Dr. G. Karlbauer: Psychische Gesundheit sollte genauso ernst genommen werden wie körperliche Gesundheit. Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden unterstützen, schaffen nicht nur ein besseres Arbeitsklima, sondern profitieren langfristig von motivierten und leistungsfähigen Teams. Präventive Maßnahmen, die Zusammenarbeit mit professionellen Einrichtungen wie der Psychiatrie in München und eine offene Unternehmenskultur sind wichtige Bausteine, um Stress und Burnout entgegenzuwirken. Jeder Schritt in diese Richtung ist ein Gewinn – sowohl für die Mitarbeitenden als auch für das Unternehmen.
business-on.de: Vielen Dank für das aufschlussreiche Gespräch, Dr. Karlbauer.
Dr. G. Karlbauer: Ich danke Ihnen. Es ist wichtig, dass wir gemeinsam an einem gesunden Arbeitsumfeld arbeiten.
- Titelbild: Ivan-balvan
WirtschaftBei Eigentumswohnungen wird beim Kauf oft zuerst auf Lage, Grundriss, Kaufpreis und monatliches Hausgeld geschaut. Das ist verständlich, reicht aber nicht aus. In einer Wohnungseigentümergemeinschaft können Kosten entstehen, die nicht direkt in der eigenen Wohnung sichtbar sind. Ein undichtes Dach, alte Leitungen, eine marode Fassade oder verschlissene Fenster betreffen schnell die ganze Gemeinschaft. Wer diese Punkte zu spät erkennt, erlebt Sanierungsstau nicht als abstraktes Immobilienthema, sondern als konkrete Rechnung. Warum Sanierungsstau in WEGs oft unterschätzt wird Sanierungsstau entsteht selten über Nacht. Meist werden kleine Mängel jahrelang vertagt, weil die Rücklage knapp ist, die Eigentümer sich nicht einigen oder größere Maßnahmen unangenehm teuer wirken. Irgendwann wird aus dem kleinen Problem ein Beschluss mit fünfstelligen Kosten. Für Selbstnutzer ist das ärgerlich, für Kapitalanleger kann es die Rendite deutlich verändern.
HandelIn vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.
Frauen im BusinessInvestforwomen Kritik sorgt für Diskussionen, weil das Angebot ungewöhnlich wirkt: kostenlose Investmentberatung nur für Frauen. Für diesen Faktencheck wurden mehrere Quellen ausgewertet, darunter Bewertungsportale, Unternehmensdaten und Medienberichte. Kostenlose Finanzberatung nur für Frauen damit sorgt Investforwomen regelmäßig für Diskussionen. Während viele Kundinnen von positiven Erfahrungen berichten, gibt es auch kritische Stimmen, die das Geschäftsmodell hinterfragen. Genau hier setzt dieser Faktencheck an: Wir haben die häufigsten Vorwürfe rund um Investforwomen Kritik recherchiert, geprüft und mit Daten, Bewertungen sowie öffentlich zugänglichen Informationen abgeglichen.
