Wer Arbeitslosengeld I bezieht, darf 2026 monatlich bis zu 165 Euro aus einem Nebenjob behalten, ohne dass das Arbeitslosengeld gekürzt wird. Voraussetzung ist, dass die wöchentliche Erwerbstätigkeit unter 15 Stunden bleibt. Jeder Euro oberhalb der Hinzuverdienstgrenze wird vollständig vom ALG I abgezogen. Die Regeln wirken auf den ersten Blick einfach, haben aber konkrete Fehlerquellen bei Anrechnung, Meldepflichten und Steuer, die zu Rückforderungen führen können. Dieser Guide erklärt die Anrechnungsmechanik mit Beispielrechnung, zeigt Möglichkeiten zur Erhöhung des Freibetrags und hilft beim Widerspruch gegen fehlerhafte Bescheide.
Die Kurzversion
- 165 Euro monatlicher Freibetrag auf den Nebenverdienst bei ALG-I-Bezug.
- Ab 15 Wochenstunden im Nebenjob entfällt der ALG-I-Anspruch komplett.
- Nachgewiesene Werbungskosten oder eine bereits vor der Arbeitslosigkeit ausgeübte Nebentätigkeit können den Freibetrag erhöhen.
- Maßgeblich sind die Melderegeln der Agentur für Arbeit und die fristgerechte Übermittlung der Einkommensdaten.
- ALG I unterliegt dem Progressionsvorbehalt, der Nebenverdienst kann den Steuersatz erhöhen. Eine Steuererklärung ist Pflicht.
Rechtsgrundlage: § 155 SGB 3 und § 138 SGB 3 im Zusammenspiel
Zwei Paragrafen des Dritten Sozialgesetzbuchs bestimmen, was neben dem Arbeitslosengeld I verdient werden darf. § 138 SGB 3 legt fest, wann jemand als arbeitslos gilt: Wer weniger als 15 Stunden pro Woche erwerbstätig ist, behält den Status. Wer diese Grenze erreicht oder überschreitet, verliert den Anspruch. § 155 SGB 3 regelt die finanzielle Seite und bestimmt, dass Nebeneinkommen nach Abzug von Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Werbungskosten auf das ALG I angerechnet wird, soweit es 165 Euro übersteigt. Die Details erläutert die Bundesagentur für Arbeit in ihren fachlichen Weisungen zu § 155 SGB III.
Die Prüfung läuft zweistufig ab: Zuerst kontrolliert die Agentur, ob die Arbeitslosigkeit im Sinn von § 138 SGB 3 noch vorliegt. Erst danach wird das Nebeneinkommen nach § 155 SGB 3 angerechnet.
15-Stunden-Grenze: Ab wann der ALG-1-Anspruch komplett entfällt
Die 15-Stunden-Grenze bezieht sich auf jede einzelne Kalenderwoche, nicht auf einen Monatsdurchschnitt. Wird in einer einzigen Woche 15 Stunden oder mehr gearbeitet, entfällt der Anspruch für diese Woche vollständig. Deshalb sollte vertraglich eine Obergrenze von maximal 14 Stunden pro Woche vereinbart werden. Eine mündliche Absprache reicht nicht.
Bereitschaftszeiten und bezahlte Pausen zählen mit. Das gilt auch für Stunden als mithelfender Familienangehöriger.
Die Kalenderwoche läuft von Montag bis Sonntag. Werden freitags sechs Stunden und samstags neun Stunden gearbeitet, ergibt das 15 Stunden in derselben Woche. Der Anspruch entfällt, obwohl es nur zwei Arbeitstage sind. Ein schriftliches Stundenprotokoll mit Datum und exakter Stundenzahl, gegengezeichnet vom Arbeitgeber, hilft im Streitfall.
So wird der ALG-1-Zuverdienst angerechnet – Beispielrechnung
Vom Bruttoeinkommen werden zunächst Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und nachgewiesene Werbungskosten abgezogen. Vom verbleibenden Nettoverdienst bleibt der Freibetrag von 165 Euro unangetastet. Der darüber liegende Rest wird Euro für Euro vom ALG I abgezogen.
| Szenario | Bruttoverdienst | Abzüge (Steuern, SV, Werbungskosten) | Nettoverdienst | Freibetrag | Kürzung ALG I |
|---|---|---|---|---|---|
| Minijob 603 € | 603 € | 40 € (Fahrtkosten) | 563 € | 165 € | 398 € |
| Teilzeitjob 300 € | 300 € | 25 € | 275 € | 165 € | 110 € |
| Job mit hohen Werbungskosten | 300 € | 150 € | 150 € | 165 € | 0 € |
Entscheidend ist also nicht nur der Lohn, sondern der anrechenbare Nettoverdienst nach allen zulässigen Abzügen.

Freibetrag erhöhen: Werbungskosten gezielt nutzen
Der häufigste Fehler bei Werbungskosten: Belege werden erst gesammelt, wenn der Bescheid schon da ist. Dann fehlt oft der Nachweis. Die Agentur für Arbeit erkennt nur tatsächlich belegte Werbungskosten an. Eine Pauschale wie im Steuerrecht gibt es hier nicht.
Typische anerkannte Posten sind Fahrtkosten mit 0,38 Euro je Entfernungskilometer, Arbeitskleidung samt Reinigung sowie Arbeitsmittel wie Werkzeug oder Software. Auch Kontoführungsgebühren für ein beruflich genutztes Konto, Fortbildungsliteratur und Kommunikationskosten kommen in Betracht, wenn die berufliche Nutzung nachvollziehbar dargelegt wird.
Die Nachweise sollten möglichst gesammelt mit dem Nebeneinkommen über den eService der Bundesagentur eingereicht werden. Die Originale sollten aufbewahrt werden.
Erhöhter Freibetrag bei vorheriger Nebentätigkeit
Wurde bereits vor Eintritt der Arbeitslosigkeit eine Nebentätigkeit ausgeübt, kann der Freibetrag höher als 165 Euro sein. Maßgeblich ist der durchschnittliche monatliche Nettoverdienst aus dieser Nebentätigkeit in den letzten zwölf Monaten vor Entstehung des Anspruchs, wenn dieser Betrag über 165 Euro lag. Wer zuvor 400 Euro netto im Nebenjob verdiente, darf bis zu 400 Euro anrechnungsfrei behalten.
Wichtig ist die zeitliche Voraussetzung: Die Nebentätigkeit muss innerhalb der letzten 18 Monate vor Entstehung des Anspruchs mindestens zwölf Monate lang neben einem Versicherungspflichtverhältnis ausgeübt worden sein (§ 155 Abs. 2 SGB III). Der erhöhte Freibetrag muss aktiv beantragt und mit Gehaltsabrechnungen oder anderen Nachweisen belegt werden.
Der Freibetragsbetrag wird auf Basis der durchschnittlichen monatlichen Nettoeinkünfte der letzten zwölf Monate vor Anspruchsbeginn berechnet. Im Zweifel ist eine individuelle Rückfrage bei der Agentur für Arbeit sinnvoll.
400-Euro-Freibetrag bei beruflicher Weiterbildung
Wer Arbeitslosengeld bei beruflicher Weiterbildung bezieht und dabei Leistungen vom Arbeitgeber oder Weiterbildungsträger erhält, etwa eine Praktikumsvergütung, profitiert von einem Freibetrag von 400 Euro monatlich. Dieser ersetzt den regulären Freibetrag von 165 Euro, wird also nicht zusätzlich gewährt.
Minijob, Selbstständigkeit, Ehrenamt neben ALG I: Was gilt wo?
Je nach Tätigkeitsform unterscheiden sich Anrechnung, Nachweise und praktische Risiken.
Gewerblicher Minijob und Haushaltsminijob bei ALG I
Der Minijob ist die häufigste Nebenverdienstform bei ALG-I-Bezug. Seit 2026 liegt die Minijob-Verdienstgrenze bei 603 Euro monatlich. Für die Anrechnung gilt das bekannte Schema: 165 Euro Freibetrag, der Rest wird abgezogen.
Kurzfristige Beschäftigung neben ALG I: Die 70-Tage-Regel
Kurzfristige Beschäftigungen von maximal 70 Arbeitstagen pro Kalenderjahr sind grundsätzlich zulässig. Praktisch liegt das Risiko weniger bei der Verdiensthöhe als bei gebündelten Einsätzen: Saisonarbeit oder einzelne lange Wochen können die 15-Stunden-Grenze schnell überschreiten.
Nebenberufliche Selbstständigkeit: Anmeldung und Anrechnung
Bei selbstständiger Tätigkeit setzt die Agentur für Arbeit grundsätzlich Betriebseinnahmen an und zieht davon Betriebsausgaben ab. Ohne Nachweis höherer Kosten werden pauschal 30 Prozent der Betriebseinnahmen als Betriebsausgaben berücksichtigt (§ 155 Abs. 1 S. 2 SGB III). Wer höhere tatsächliche Betriebsausgaben nachweist, kann stattdessen diesen höheren Betrag geltend machen.
Die Agentur verlangt außerdem eine Prognose der wöchentlichen Stundenzahl und des voraussichtlichen Gewinns und prüft die Angaben später nach. Für die praktische Dokumentation bleibt eine Einnahmen-Überschuss-Rechnung sinnvoll, sie ersetzt aber nicht die Berechnungslogik der Agentur.
Gründungszuschuss: Von der Nebenselbstständigkeit zur Hauptgründung
Wer die nebenberufliche Selbstständigkeit zum Haupterwerb ausbauen möchte, kann einen Gründungszuschuss beantragen. Er wird für sechs Monate in Höhe des zuletzt bezogenen ALG I zuzüglich 300 Euro Sozialpauschale gezahlt. Voraussetzung ist unter anderem ein noch mindestens 150 Tage bestehender ALG-I-Restanspruch und ein tragfähiger Businessplan. Die Agentur entscheidet nach Ermessen.
Ehrenamtspauschale und Übungsleiterpauschale
Die Ehrenamtspauschale bis 960 Euro jährlich und die Übungsleiterpauschale bis 3.300 Euro jährlich bleiben unter bestimmten Voraussetzungen anrechnungsfrei. Die Tätigkeit darf nicht in einem Arbeitsverhältnis erfolgen, und die steuerlichen Freibeträge müssen eingehalten werden. Die Anhebung dieser Pauschalen geht auf die jüngste Reform des Gemeinnützigkeitsrechts zurück, mit der die Bundesregierung ehrenamtliches Engagement gezielt stärkt.
Meldepflichten und Fristen bei der Agentur für Arbeit
Jede Nebentätigkeit muss vor Aufnahme bei der Agentur für Arbeit gemeldet werden, spätestens am ersten Arbeitstag. Die Meldung erfolgt über den eService der Bundesagentur oder per Veränderungsmitteilung. Der Beschäftigungsgeber übermittelt die Bescheinigung über Nebeneinkommen elektronisch über das BEA-Verfahren. Wer die Meldung unterlässt oder verzögert, muss mit Rückforderungen rechnen. Bei vorsätzlich falschen Angaben droht ein Bußgeld.
Änderungen wie eine Erhöhung der Stundenzahl oder des Verdienstes müssen unverzüglich nachgemeldet werden.
Die Meldung sollte schriftlich dokumentiert und eine Eingangsbestätigung aufbewahrt werden. Per Post ist ein Einschreiben mit Rückschein die sicherste Variante. Alle Belege sollten mindestens vier Jahre aufbewahrt werden. Erstattungsansprüche verjähren nach § 50 Abs. 4 SGB X grundsätzlich vier Jahre nach Unanfechtbarkeit des Erstattungsbescheids.
Steuerliche Auswirkungen des Zuverdienstes
Arbeitslosengeld I ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. Das bedeutet: Es erhöht den Steuersatz auf das übrige Einkommen. Wer ALG I bezieht, muss eine Einkommensteuererklärung abgeben. Bei einem Minijob mit pauschaler Besteuerung entfällt dieses Problem. Bei normal abgerechneten Beschäftigungen kann eine Nachzahlung drohen.
Konkretes Beispiel: Bei 12.000 Euro ALG I im Jahr und 3.000 Euro netto im Nebenjob wird der Steuersatz so berechnet, als läge das Einkommen bei 15.000 Euro. Dieser höhere Satz wird dann auf die 3.000 Euro angewendet. Ein Progressionsvorbehalt-Rechner hilft, die voraussichtliche Steuerlast vor Aufnahme der Nebentätigkeit abzuschätzen.
Abgrenzung: ALG 1 Zuverdienst vs. Bürgergeld-Zuverdienst
Beim Bürgergeld gelten gestaffelte Freibeträge statt der pauschalen 165-Euro-Grenze. Angerechnet wird dort der Bruttoverdienst nach Abzug von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen, beim ALG I dagegen ebenfalls der Bruttoverdienst abzüglich Steuern, Sozialversicherungsbeiträgen und Werbungskosten. Die 15-Stunden-Grenze existiert beim Bürgergeld nicht. Wer vom ALG I ins Bürgergeld wechselt, sollte die veränderten Anrechnungsregeln kennen, weil sich die Berechnung des anrechnungsfreien Betrags deutlich verschiebt.
Sonderfälle beim ALG-I-Zuverdienst
In den folgenden Konstellationen gelten keine völlig neuen Regeln, aber andere praktische Folgen.
ALG I und Zuverdienst während der Sperrzeit
Während einer Sperrzeit darf einer Nebentätigkeit nachgegangen werden. Die 15-Stunden-Grenze gilt weiter. Da in der Sperrzeit kein ALG I ausgezahlt wird, findet in dieser Phase keine Anrechnung statt. Gemeldet werden muss die Tätigkeit trotzdem nach den allgemeinen Regeln.
Schwankendes Nebeneinkommen korrekt melden
Die Agentur rechnet monatsbezogen ab. Deshalb sollte jeden Monat das tatsächliche Einkommen gemeldet werden. Gerade bei unregelmäßigen Einsätzen entstehen sonst schnell Überzahlungen, die später zurückgefordert werden.
Mehrere Nebenjobs gleichzeitig: Stunden und Freibetrag
Bei mehreren Nebenjobs werden Arbeitsstunden und Einkünfte zusammengerechnet. Werden insgesamt 15 Stunden oder mehr pro Woche erreicht, entfällt der ALG-I-Anspruch. Der Freibetrag von 165 Euro gilt nur einmal für alle Tätigkeiten zusammen.
Widerspruch bei fehlerhafter Anrechnung des Nebenverdiensts
Wer einen Bescheid mit fehlerhafter Anrechnung erhält, hat ab Zugang genau einen Monat Zeit für einen Widerspruch. Er kann schriftlich per Post, Fax oder eService eingereicht werden. Wichtig ist eine konkrete Begründung: Der fehlerhafte Punkt sollte benannt, auf die korrekte Berechnung verwiesen und Belege sollten beigefügt werden. Häufige Fehlerquellen sind nicht berücksichtigte Werbungskosten, ein falsch berechneter Nettoverdienst oder ein ignorierter erhöhter Freibetrag. Wird der Widerspruch abgelehnt, steht der Klageweg vor dem Sozialgericht offen. Die erste Instanz ist kostenfrei.
Oben im Schreiben sollten das Aktenzeichen und das Datum des Bescheids stehen. Außerdem empfiehlt sich ein eindeutiger Antrag sowie nummerierte Anlagen. Der Versand per Einschreiben erleichtert den Nachweis des fristgerechten Zugangs.
Checkliste: Vor Arbeitsaufnahme des Nebenjobs erledigen
Bevor der Nebenjob startet, sollten diese Punkte abgearbeitet werden:
- Nebentätigkeit bei der Agentur für Arbeit melden – Details dazu stehen im Abschnitt zu Meldepflichten und Fristen.
- Wöchentliche Stundenzahl vertraglich auf weniger als 15 Stunden begrenzen – schriftlich im Arbeitsvertrag festhalten.
- Werbungskosten von Anfang an dokumentieren – Belege für Fahrtkosten und Arbeitsmittel sammeln.
- Einkommensnachweise rechtzeitig organisieren – damit die Meldung vollständig und fristgerecht erfolgt.
- Steuerklasse prüfen – Auswirkung des Progressionsvorbehalts kalkulieren.
- Erhöhten Freibetrag beantragen – falls vor der Arbeitslosigkeit bereits eine Nebentätigkeit bestand.
- Jeden Bescheid innerhalb der Widerspruchsfrist prüfen – bei fehlerhafter Anrechnung sofort reagieren.
Häufige Fragen zum ALG 1 Zuverdienst
Beeinflusst der Zuverdienst die Bezugsdauer des ALG I? Nein. Eine Nebentätigkeit bei weniger als 15 Stunden pro Woche verkürzt die Bezugsdauer nicht.
Welche Einkünfte werden nicht auf das ALG I angerechnet? Mieteinnahmen, Kapitalerträge, Pflegegeld für Angehörige und Elterngeld bis zur gesetzlichen Freigrenze fallen nicht unter § 155 SGB 3 und bleiben unberücksichtigt.
Muss ein unbezahltes Praktikum bei der Agentur gemeldet werden? Ja. Die Agentur prüft die wöchentlichen Stunden. Wird die 15-Stunden-Grenze überschritten, entfällt der Anspruch.
Wird eine Abfindung auf den Zuverdienst angerechnet? Abfindung und Nebenverdienst werden getrennt behandelt. Die Abfindung kann eine Sperrzeit oder ein Ruhen des Anspruchs auslösen, hat aber keinen Einfluss auf die Anrechnung nach § 155 SGB 3.
Dürfen mehrere Minijobs gleichzeitig ausgeübt werden? Ja, solange die Stunden zusammen weniger als 15 pro Woche betragen. Ab dem zweiten gewerblichen Minijob kann Sozialversicherungspflicht eintreten, was die Anrechnungsberechnung verändert.
Quellen
BusinessWer in Bau, Planung oder Handwerk arbeitet, kennt das Bild: Zollstock, Lasermessgerät und eine handschriftliche Skizze gelten seit Jahrzehnten als Standardwerkzeuge bei der Bestandserfassung. Doch gerade bei komplexen Räumen, verwinkelten Gebäuden oder großen Außenanlagen stößt das klassische Aufmaß immer häufiger an Grenzen. Maße fehlen, Nachmessungen werden nötig, und Unsicherheiten tauchen oft erst auf, wenn die Planung schon fortgeschritten oder die Ausführung angelaufen ist. Immer mehr Betriebe setzen deshalb auf 3D-Scanner, um Bestandsdaten vollständig und digital zu erfassen und genau auf diesen Wandel hat sich Scanflow Solutions spezialisiert. Warum klassisches Aufmaß an seine Grenzen stößt Das manuelle Aufmaß ist in der Theorie einfach: Vor Ort messen, Werte notieren, im Büro übertragen. In der Praxis zeigen sich jedoch wiederkehrende Schwachstellen. Bei unregelmäßigen Grundrissen, schrägen Wänden oder technisch dicht belegten Räumen lassen sich relevante Maße leicht übersehen. Fehlt später ein Wert für die Planung, bedeutet das häufig einen zweiten Vor-Ort-Termin mit entsprechendem Zeit- und Kostenaufwand.
Guide'sIn Büros, Praxen, Verkaufsflächen und Eingangsbereichen prägt die Raumgestaltung maßgeblich, wie ein Standort genutzt wird und wie er auf Kunden, Patienten und Mitarbeitende wirkt. Glas kann dabei eine besondere Rolle spielen: Es trennt Bereiche, ohne Räume optisch zu verkleinern, lässt Tageslicht tief ins Gebäude und wirkt wertig, ohne aufdringlich zu sein. Die kurze Antwort auf die Frage, worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten, lautet deshalb: Funktion schlägt Optik. Eine Glaslösung erfüllt ihre Aufgabe im Alltag nur dann zuverlässig, wenn Konstruktion, Ausführung und Einbausituation zur konkreten Nutzung passen und wenn Maße, Anschlüsse und Sicherheitsanforderungen früh mit einem Fachbetrieb geklärt werden. Dieser Beitrag ordnet die wesentlichen Überlegungen ein, bevor Unternehmen ein Glasbauteil neu planen, modernisieren oder reparieren lassen. Warum Glas im Gewerberaum mehr als Gestaltung ist Glas wird in gewerblichen Räumen häufig zuerst als gestalterisches Element wahrgenommen. Tatsächlich ist der Werkstoff vor allem eine funktionale Entscheidung. Eine Glastrennwand grenzt Arbeitsbereiche ab, ohne die Sichtachsen im Raum zu unterbrechen. Große Fensterflächen und verglaste Eingangsbereiche bringen Tageslicht in Zonen, die sonst künstlich beleuchtet werden müssten. Mattierte oder strukturierte Ausführungen schaffen Sichtschutz, wo Vertraulichkeit nötig ist, etwa in Besprechungs- oder Behandlungszimmern. Je nach Aufbau kann eine Verglasung auch die Geräuschübertragung dämpfen oder kaum, wenn die Konstruktion nicht dafür ausgelegt ist. Zudem lassen sich Glasflächen in der Regel unkompliziert reinigen, was in Praxen und stark frequentierten Empfangsbereichen ein praktischer Vorteil ist.
RatgeberWer eine Wohnung, ein Haus oder Geschäftsräume renovieren lässt, denkt meist zuerst an das sichtbare Ergebnis: glatte Wände, neue Oberflächen, eine durchdachte Raumaufteilung. Ob ein Vorhaben tatsächlich gelingt, entscheidet sich jedoch lange vor dem letzten Anstrich. Die Abstimmung der beteiligten Gewerke, ein nachvollziehbarer Ablauf und feste Ansprechpartner bestimmen maßgeblich, ob ein Projekt für Eigentümer planbar bleibt insbesondere dann, wenn Innenausbau, Trockenbau und Verputzarbeiten zusammenkommen. Dieses Porträt zeigt, wie ein regionaler Handwerksbetrieb diesen gebündelten Ansatz umsetzt, und benennt die Punkte, die Auftraggeber vor dem Projektstart klären sollten. Renovieren als Organisationsaufgabe Eine Renovierung ist selten eine einzelne Maßnahme. Wer etwa die Aufteilung einer Altbauwohnung verändern möchte, benötigt zunächst neue Wände im Trockenbau, anschließend Putz und Oberflächen, häufig ergänzt um weitere Arbeiten im Innenausbau. Jedes Gewerk baut auf dem vorherigen auf und jede Unklarheit an einer Schnittstelle wirkt sich auf das Gesamtergebnis aus.
