Expertentalk·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
17. April 2025

Im Interview: Wie die körpermanufaktur in Aschau und Rosenheim die Physiotherapie neu denkt

Physiotherapie und Osteopathie – das klingt für viele zunächst nach Reha und Rückenschmerzen. Dass hinter dem Begriff jedoch ein Ansatz steckt, der Körper, Geist und sogar die Lebenseinstellung nachhaltig verändern kann, zeigt die körpermanufaktur hoffmann & hoffmann aus Aschau und Rosenheim. Gegründet und geführt von Katrin und Philip Hoffmann, verfolgt das Unternehmen eine Philosophie, die weit über die Behandlung akuter Beschwerden hinausgeht. Es geht um mehr: nicht nur um Reparatur, sondern um Optimierung des Körpers, um Prävention und um langfristige Verbesserung des Wohlbefindens.

Im Kern steht dabei ein ganzheitliches Konzept. Jeder Körper ist individuell – warum also nicht auch individuell behandeln? Dieser Physiotherapeut aus Rosenheim setzt auf eine interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Physiotherapeuten und Osteopathen. So entstehen keine Standardlösungen, sondern maßgeschneiderte Konzepte, die genau auf den Einzelnen abgestimmt werden. Dazu gehören neben der klassischen Physiotherapie und der Osteopathie auch funktionelles Training und medizinische Trainingstherapie – Methoden, die längst nicht mehr nur Profisportlern vorbehalten sind, sondern inzwischen mitten im Alltag angekommen sind.

Auch die Atmosphäre in der körpermanufaktur spielt eine entscheidende Rolle. Denn wer sagt eigentlich, dass Physiotherapie-Praxen steril oder ungemütlich sein müssen? Die Hoffmanns sehen das anders. Ihre Räumlichkeiten sind bewusst großzügig und freundlich gestaltet, damit das Wohlfühlen schon mit der ersten Minute beginnt. Was bedeutet das konkret für die Kunden? Und wie gelingt der Spagat zwischen modernster Therapie und traditionellem, ganzheitlichem Denken? Spannend ist sicherlich auch die Frage, wie sich die Einstellung zur Gesundheit in den letzten Jahren verändert hat. Ist Prävention heute wichtiger geworden als Heilung?

Business-on: Sie bezeichnen sich als „körpermanufaktur“. Was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Physiotherapie- oder Osteopathiepraxen – und wie schlägt sich das konkret in der Behandlung nieder?

körpermanufaktur hoffmann & hoffmann:

Unser Ansatz ist es, den Körper als ganzheitliches Konstrukt zu sehen. Der Ort der Symptomatik entspricht oft nicht der Ursache der Beschwerden. Aufgrund unserer individuellen Befundung erstellen wir einen angepassten Behandlungsplan. Dabei steht für uns das Ziel des Kunden im Mittelpunkt. Der Körper des Kunden ist die Basis unserer Arbeit.

Business-on: Gerade beim Thema Physiotherapie oder Osteopathie ist Vertrauen entscheidend. Wie gewinnen Sie das Vertrauen Ihrer Kunden, und was macht Ihre persönliche Handschrift als Physiotherapeut dabei aus?

körpermanufaktur hoffmann & hoffmann: Das Vertrauen des Kunden ist die Grundlage eine erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Therapeuten und Kunden. Wir versuchen, den Kunden dort abzuholen, wo er herkommt und seine problematische Handlung in den Mittelpunkt zu stellen. Entscheidend dabei ist für uns der Grundsatz: ein Kunde – ein Therapeut. Diese Konstanz ermöglicht uns den Aufbau eines großen Vertrauens zwischen beiden Parteien. Dabei wird bereits bei der Terminplanung darauf geachtet, dass der Therapeut mit seiner individuellen Handschrift passend zum Kunden ausgewählt wird.

Business-on: Moderne Therapieverfahren einerseits, traditionelle und ganzheitliche Ansätze andererseits – wie gelingt Ihnen in der Praxis dieser Balanceakt zwischen Fortschritt und bewährten Methoden?

körpermanufaktur hoffmann & hoffmann: Unser junges dynamisches Team, verstärkt durch etablierte und erfahrene Therapeuten, gibt uns den idealen Balanceakt zwischen Fortschritt und bewährten Methoden. Regelmäßige interne und externe Fortbildungen, in denen wir unser Wissen teilen, ermöglichen den Therapeuten ihr unterschiedliches Know-how zu teilen. Ein großer Anteil unserer Therapeuten ist nach neuesten Standards ausgebildet. Somit können wir guten Gewissens behaupten, dass unsere Arbeit evidence-based erfolgt. Dadurch können wir die neuesten Ansätze mit der Erfahrung des einzelnen kombinieren.

Business-on: Funktionelles Training und medizinische Trainingstherapie wirken oft wie Trends aus dem Leistungssport. Haben diese Methoden inzwischen tatsächlich den Sprung in den Alltag geschafft – und welche Veränderungen beobachten Sie dabei konkret bei Ihren Kunden?

körpermanufaktur hoffmann & hoffmann: Funktionelles Training ist für uns die Grundlage eines aktiven und stabilen Alltagsleben mit all seinen Belastungen in körperlicher wie auch emotionaler Art. Dieser Trend muss unserer Meinung nach ein Bestandteil der aktuellen/modernen Physiotherapie sein, auch für nicht Leistungssportler. Dadurch bekommen wir die Möglichkeit, den Kunden nachhaltig zu therapieren und ihn mit einem guten Gefühl in den Alltag zurückzuschicken. Entscheidend ist für uns dabei, dass der Kunde Verantwortung für sein Handeln und seinen Körper übernimmt. Nicht der Therapeut alleine ist verantwortlich für eine Verbesserung des Zustandes, sondern die Compliance des Kunden ist entscheidend für den Behandlungserfolg. Eine entsprechende Compliance des Kunden gepaart mit dem aktuellsten Wissen und modernen Trainingsmethoden ist die Basis einer erfolgreichen Therapie.

Business-on: Welche Veränderungen haben Sie in den letzten Jahren beobachtet – hat Prävention tatsächlich einen höheren Stellenwert als die reine Behandlung von Beschwerden bekommen?

körpermanufaktur hoffmann & hoffmann: In den letzten Jahren hatten wir speziell durch die Corona-Krise ein Umdenken. Vielen Menschen ist bewusst geworden, dass ein gesunder Körper die Basis eines glücklichen Lebens ist. Dadurch ist uns aufgefallen, dass der Präventionsgedanken die Denkweise der Kunden verändert hat. Die Eigeninitiative ist gestiegen und die Kunden haben verstanden, dass ihr aktiver Anteil an der Therapie die Basis des Erfolgs widerspiegelt. Prävention ist ein positiver Trend für die Medizin.

Business-on:

Vielen Dank an Katrin und Philip Hoffmann für das Gespräch und die Einblicke in die Arbeit und Haltung ihrer körpermanufaktur!

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Digitales Aufmaß im Bau: Wie Scanflow Solutions Bestandsdaten nutzbar macht
    Business
    Digitales Aufmaß im Bau: Wie Scanflow Solutions Bestandsdaten nutzbar macht

    Wer in Bau, Planung oder Handwerk arbeitet, kennt das Bild: Zollstock, Lasermessgerät und eine handschriftliche Skizze gelten seit Jahrzehnten als Standardwerkzeuge bei der Bestandserfassung. Doch gerade bei komplexen Räumen, verwinkelten Gebäuden oder großen Außenanlagen stößt das klassische Aufmaß immer häufiger an Grenzen. Maße fehlen, Nachmessungen werden nötig, und Unsicherheiten tauchen oft erst auf, wenn die Planung schon fortgeschritten oder die Ausführung angelaufen ist. Immer mehr Betriebe setzen deshalb auf 3D-Scanner, um Bestandsdaten vollständig und digital zu erfassen und genau auf diesen Wandel hat sich Scanflow Solutions spezialisiert. Warum klassisches Aufmaß an seine Grenzen stößt Das manuelle Aufmaß ist in der Theorie einfach: Vor Ort messen, Werte notieren, im Büro übertragen. In der Praxis zeigen sich jedoch wiederkehrende Schwachstellen. Bei unregelmäßigen Grundrissen, schrägen Wänden oder technisch dicht belegten Räumen lassen sich relevante Maße leicht übersehen. Fehlt später ein Wert für die Planung, bedeutet das häufig einen zweiten Vor-Ort-Termin mit entsprechendem Zeit- und Kostenaufwand.

    6 Min. LesezeitLesen
    Glas im Gewerberaum: Worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten
    Guide's
    Glas im Gewerberaum: Worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten

    In Büros, Praxen, Verkaufsflächen und Eingangsbereichen prägt die Raumgestaltung maßgeblich, wie ein Standort genutzt wird und wie er auf Kunden, Patienten und Mitarbeitende wirkt. Glas kann dabei eine besondere Rolle spielen: Es trennt Bereiche, ohne Räume optisch zu verkleinern, lässt Tageslicht tief ins Gebäude und wirkt wertig, ohne aufdringlich zu sein. Die kurze Antwort auf die Frage, worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten, lautet deshalb: Funktion schlägt Optik. Eine Glaslösung erfüllt ihre Aufgabe im Alltag nur dann zuverlässig, wenn Konstruktion, Ausführung und Einbausituation zur konkreten Nutzung passen und wenn Maße, Anschlüsse und Sicherheitsanforderungen früh mit einem Fachbetrieb geklärt werden. Dieser Beitrag ordnet die wesentlichen Überlegungen ein, bevor Unternehmen ein Glasbauteil neu planen, modernisieren oder reparieren lassen. Warum Glas im Gewerberaum mehr als Gestaltung ist Glas wird in gewerblichen Räumen häufig zuerst als gestalterisches Element wahrgenommen. Tatsächlich ist der Werkstoff vor allem eine funktionale Entscheidung. Eine Glastrennwand grenzt Arbeitsbereiche ab, ohne die Sichtachsen im Raum zu unterbrechen. Große Fensterflächen und verglaste Eingangsbereiche bringen Tageslicht in Zonen, die sonst künstlich beleuchtet werden müssten. Mattierte oder strukturierte Ausführungen schaffen Sichtschutz, wo Vertraulichkeit nötig ist, etwa in Besprechungs- oder Behandlungszimmern. Je nach Aufbau kann eine Verglasung auch die Geräuschübertragung dämpfen oder kaum, wenn die Konstruktion nicht dafür ausgelegt ist. Zudem lassen sich Glasflächen in der Regel unkompliziert reinigen, was in Praxen und stark frequentierten Empfangsbereichen ein praktischer Vorteil ist.

    5 Min. LesezeitLesen
    Edi Renovierung aus Taufkirchen: Innenausbau und Modernisierung im Raum München
    Ratgeber
    Edi Renovierung aus Taufkirchen: Innenausbau und Modernisierung im Raum München

    Wer eine Wohnung, ein Haus oder Geschäftsräume renovieren lässt, denkt meist zuerst an das sichtbare Ergebnis: glatte Wände, neue Oberflächen, eine durchdachte Raumaufteilung. Ob ein Vorhaben tatsächlich gelingt, entscheidet sich jedoch lange vor dem letzten Anstrich. Die Abstimmung der beteiligten Gewerke, ein nachvollziehbarer Ablauf und feste Ansprechpartner bestimmen maßgeblich, ob ein Projekt für Eigentümer planbar bleibt insbesondere dann, wenn Innenausbau, Trockenbau und Verputzarbeiten zusammenkommen. Dieses Porträt zeigt, wie ein regionaler Handwerksbetrieb diesen gebündelten Ansatz umsetzt, und benennt die Punkte, die Auftraggeber vor dem Projektstart klären sollten. Renovieren als Organisationsaufgabe Eine Renovierung ist selten eine einzelne Maßnahme. Wer etwa die Aufteilung einer Altbauwohnung verändern möchte, benötigt zunächst neue Wände im Trockenbau, anschließend Putz und Oberflächen, häufig ergänzt um weitere Arbeiten im Innenausbau. Jedes Gewerk baut auf dem vorherigen auf und jede Unklarheit an einer Schnittstelle wirkt sich auf das Gesamtergebnis aus.

    6 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite