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2. September 2026

Interview: Wie professionelle Gebäudereinigung zum Produktivitätsfaktor für den Mittelstand wird

Professionelle Gebäudereinigung ist für den Mittelstand kein reiner Kostenpunkt, sondern kann ein Produktivitätsfaktor sein: Saubere Büros können dazu beitragen, Krankmeldungen zu reduzieren, die Konzentration zu unterstützen und bei Kundenterminen einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Wie kleine und mittelständische Unternehmen die Reinigung strategisch aufsetzen, welche Fehler häufig passieren und warum ein verlässlicher Dienstleister mehr wert sein kann als der günstigste Anbieter, erklärt Marc Forczak, Geschäftsführer von MJ Dienstleistungen. Das Unternehmen betreut private Haushalte ebenso wie Büros und gewerbliche Objekte und ist Experte für Gebäudereinigung in Oberursel.

Interview mit der Geschäftsführung der MJ Dienstleistungen GbR: Marc Forczak

business-on.de: Das Thema Sauberkeit im Unternehmen wird oft unterschätzt. Unser Motto heute lautet daher: „Reinigung ist keine Nebensache, sondern Teil der Betriebsorganisation“. Herr Forczak, viele Unternehmer sehen Gebäudereinigung als reinen Kostenpunkt. Ist das ein Denkfehler?

Marc Forczak: Es ist zumindest eine verkürzte Sicht. Reinigung wirkt sich auf Arbeitsklima, Hygiene und Außenwirkung aus. Wer Empfang, Sanitäranlagen oder Küche vernachlässigt, riskiert konkrete Folgen: unzufriedene Mitarbeitende und einen schlechten ersten Eindruck bei Kundenterminen. Wir raten unseren Auftraggebern, Reinigung als Teil der Betriebsorganisation zu behandeln mit klarem Leistungsverzeichnis, festen Ansprechpartnern und dokumentierten Abläufen.

business-on.de: Kommen wir zu den Begriffen Unterhalts-, Grund- oder Sonderreinigung: Wo liegen hier die Unterschiede? Herr Forzak, welche Leistungsarten sollten Entscheider genau auseinanderhalten?

Marc Forczak: Die drei wichtigsten Bausteine im gewerblichen Bereich sind Unterhaltsreinigung, Grundreinigung und ergänzende Sonderleistungen. Die Unterhaltsreinigung ist der regelmäßige Turnus täglich, mehrmals wöchentlich oder wöchentlich. Sie hält den erreichten Sauberkeitszustand. Die Grundreinigung geht tiefer: Bodenbeläge werden intensiv behandelt, Fugen, Heizkörper und schwer zugängliche Flächen bearbeitet. Sie ist je nach Nutzung meist ein- bis zweimal im Jahr sinnvoll. Dazu kommen Sonderaufträge wie Bauschlussreinigung, Fensterreinigung in größerem Umfang oder Reinigung nach Wasserschäden. Wer diese Bereiche im Vertrag klar trennt, vermeidet Streit über den Leistungsumfang.

business-on.de: Ein bekannter Leitsatz lautet: „Der günstigste Anbieter ist selten der wirtschaftlichste.“ Herr Forczak, wenn es um Preis oder Qualität geht worauf sollten Kunden beim Anbietervergleich achten?

Marc Forczak: Ein niedriger Stundensatz sagt wenig aus, wenn Flächenleistung, Reinigungsintervalle und Qualitätskontrolle nicht dazu passen. Entscheidend ist das Verhältnis von vereinbarter Leistung zu tatsächlichem Ergebnis. Wir empfehlen, drei Punkte immer schriftlich zu regeln: was gereinigt wird, wie oft und wie die Qualität überprüft wird. Dazu gehört auch, wer im Krankheitsfall einspringt und wie schnell auf Reklamationen reagiert wird. Ein transparenter Preis, faire Arbeitsbedingungen für das Reinigungspersonal und eine erreichbare Ansprechperson sind aus unserer Sicht wichtiger als der letzte Euro Rabatt.

business-on.de: Ein weiteres wichtiges Thema ist umweltfreundliche Reinigung: Ist das heute nur ein theoretischer Anspruch oder schon Alltag? Wie realistisch ist der Einsatz ökologischer Reinigungsmittel im Firmenkontext?

Marc Forczak: Deutlich realistischer als noch vor einigen Jahren. Viele biologisch abbaubare Produkte erreichen heute eine Reinigungsleistung, die für den Alltag in Büros, Praxen und Verwaltungsgebäuden in der Regel ausreicht. Wir setzen sie auf Wunsch standardmäßig ein. Sinnvoll ist das vor allem dort, wo Mitarbeitende oder Kunden sensibel auf Duftstoffe reagieren, in Kitas und Schulen oder in Unternehmen mit eigenem Nachhaltigkeitsprofil. Wichtig ist die richtige Dosierung Überdosierung ist aus unserer Erfahrung ein häufiger, unnötiger Kostentreiber.

business-on.de: MJ Dienstleistungen bietet eine Kombination aus Reinigung und Hausmeisterservice aus einer Hand an. Herr Forczak, warum setzen Sie auf diese Kombination?

Marc Forczak: Weil sich beides in der Praxis überschneidet. Wer täglich im Gebäude ist, sieht die tropfende Armatur, das defekte Türschloss oder die verstopfte Regenrinne oft zuerst. Wenn dann derselbe Ansprechpartner kleinere Instandhaltungen übernehmen kann, sparen unsere Kunden Koordinationsaufwand und Zeit. Für kleinere Unternehmen ohne eigenes Facility Management kann das ein spürbarer Entlastungsfaktor sein.

business-on.de: Zum Abschluss, welche Tipps haben Sie für den Mittelstand? Was raten Sie Unternehmen, die ihre Reinigung neu aufstellen wollen?

Marc Forczak: Wir raten im Wesentlichen zu diesen vier Punkten:

  1. Bedarf ehrlich klären: Welche Flächen, welche Frequenz, welche Sonderleistungen sind wirklich nötig?
  2. Leistungsverzeichnis schriftlich festhalten: Ein guter Anbieter erstellt es gemeinsam mit Ihnen, statt Pauschalpakete zu verkaufen.
  3. Ansprechpartner definieren: Eine erreichbare Person auf beiden Seiten verhindert lange Beschwerdewege.
  4. Regelmäßig überprüfen: Ein kurzer Qualitätscheck in regelmäßigen Abständen hilft, das vereinbarte Niveau zu sichern.

business-on.de: Und Ihr gemeinsames Fazit?

Marc Forczak: Gute Gebäudereinigung ist unauffällig aber sie ist eine Grundlage dafür, dass Räume funktionieren, Mitarbeitende sich wohlfühlen und Besucher einen professionellen Eindruck mitnehmen. Wer den Dienstleister als Partner behandelt und nicht nur als Kostenposition, bekommt in der Regel auch die bessere Leistung zurück.

business-on.de: Herr Forczak, vielen Dank für das Gespräch!


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