„Sicherheit ist Chefsache, aber Handwerk zugleich" – Interview mit der WSM Wachschutz GmbH Mittweida über modernen Objektschutz im Mittelstand

Moderner Objektschutz im Mittelstand verbindet heute stationäre Präsenz, mobile Streifen und eine erreichbare Leitstelle zu einer durchgehenden Sicherheitskette. Wie das in der Praxis aussieht, erläutert die Geschäftsleitung der ws-mittweida.de im Interview. Einbruchsversuche auf Gewerbeflächen, Vandalismus an Baustellen oder Grauzonen im Empfangsbereich: Wer in Sachsen ein Unternehmen führt, muss sich zunehmend mit Sicherheitsfragen beschäftigen, für die im Tagesgeschäft eigentlich keine Zeit bleibt.
business-on.de: Viele Mittelständler unterschätzen das Thema Sicherheit, bis etwas passiert. Woran liegt das?
Thomas Fischer: Sicherheit ist eines dieser Themen, die im Alltag unsichtbar sein sollen. Solange nichts passiert, wirkt jede Investition wie ein Kostenblock ohne Ertrag. Erst nach einem Einbruch, einer Sachbeschädigung oder einem Zwischenfall im Empfangsbereich stellt sich die Frage: Warum haben wir das nicht vorher geregelt? Genau an dieser Stelle setzen wir an. Unser Ziel ist nicht, Angst zu erzeugen, sondern gemeinsam mit Ihnen als Kunde das reale Risiko sauber einzuschätzen bei einer Produktionshalle sieht das anders aus als bei einer öffentlichen Einrichtung oder einem Logistikstandort.
business-on.de: Sie decken ein breites Leistungsspektrum ab von stationärem Wachdienst über mobile Streifen bis zur Notruf- und Serviceleitstelle. Wie hängt das zusammen?
Thomas Fischer: Sicherheit funktioniert nur als Kette. Ein Streifendienst allein ist wenig wert, wenn im Ernstfall keine Leitstelle den Alarm entgegennimmt und koordiniert. Deshalb bündeln wir stationären Objektschutz, mobile Revierfahrten und unsere Notruf- und Serviceleitstelle. Das erlaubt schnelle Reaktionen rund um die Uhr, klare Eskalationswege und dokumentierte Abläufe. Für Sie als Auftraggeber bedeutet das: eine Ansprechperson, ein Vertrag, eine Verantwortung statt mehrerer Dienstleister, die im Ernstfall aufeinander zeigen.
business-on.de: WSM bietet neben Sicherheit auch Reinigung, Hausmeisterservice und Landschaftspflege an. Ist das nicht eine ungewöhnliche Kombination?
Thomas Fischer: Auf den ersten Blick ja, in der Praxis ergibt es Sinn. Wer ein Objekt betreut, kennt es. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ohnehin regelmäßig vor Ort und sehen defekte Beleuchtung, offene Zäune, überquellende Container oder Grünflächen, die zur Sichtbarriere werden. Diese Dinge können Sicherheitsfaktoren sein. Ein gepflegtes Objekt wirkt weniger vernachlässigt. Für Sie bedeutet die Bündelung außerdem weniger Schnittstellen und klarere Verantwortlichkeiten.
business-on.de: Wie steht es um das Thema Personal? Der Markt für Sicherheits- und Servicekräfte gilt als angespannt.
Thomas Fischer: Das ist richtig, und wir sehen das täglich. Unser Ansatz ist deshalb, Personal langfristig zu binden. Wir setzen auf feste Teams, transparente Dienstpläne und Qualifizierung nach § 34a Gewerbeordnung, wo die Tätigkeit das erfordert. Für Sie als Auftraggeber ist das entscheidend: Sicherheitspersonal, das häufig wechselt, kennt weder das Objekt noch die internen Abläufe. Wir investieren bewusst in Ausbildung – an unseren Standorten in Sachsen, unter anderem Mittweida, Chemnitz und Leipzig, suchen wir regelmäßig Revierfahrer und Sicherheitsmitarbeiter.
business-on.de: Was raten Sie einem Unternehmen, das zum ersten Mal externe Sicherheitsdienstleistungen einkauft?
Thomas Fischer: Drei Dinge. Erstens: Klären Sie intern, was geschützt werden soll Menschen, Sachwerte, Daten oder Reputation? Die Antwort verändert die Lösung. Zweitens: Achten Sie auf den Nachweis der Qualifikation und der erforderlichen Erlaubnis nach § 34a GewO für das Bewachungsgewerbe. Das ist keine Formalie, sondern die rechtliche Grundlage. Drittens: Fragen Sie nach der Leitstellenanbindung und den Reaktionszeiten im Nachtbetrieb. Wer Ihnen darauf keine belastbare Antwort geben kann, verkauft Ihnen ein Gefühl, kein Konzept.
business-on.de: Ein Blick nach vorn: Was verändert sich für die Branche in den nächsten Jahren?
Thomas Fischer: Die Grenze zwischen physischer und digitaler Sicherheit verschwimmt weiter. Videoanalyse, vernetzte Alarmsysteme und digital dokumentierte Wächterrundgänge werden zunehmend eingesetzt. Wir sehen unsere Aufgabe darin, Technik und Mensch sinnvoll zu verbinden. Eine Kamera ersetzt keinen Mitarbeiter, der eine Situation einschätzen und deeskalieren kann aber sie kann ihn unterstützen. Für den Mittelstand in Sachsen heißt das: Sicherheitskonzepte sollten heute so aufgesetzt werden, dass sie auch mittelfristig noch tragen, ohne den Betrieb zu überfrachten.
business-on.de: Zum Abschluss: Was ist Ihre Kernbotschaft an Entscheiderinnen und Entscheider im Mittelstand?
Thomas Fischer: Sicherheit ist Chefsache, aber Handwerk zugleich. Sie gehört in die Unternehmensstrategie, weil sie Betriebsfähigkeit, Versicherbarkeit und Reputation berührt. Gleichzeitig braucht sie erfahrene Menschen, die den Alltag im Objekt kennen. Genau diese Verbindung leisten wir in Sachsen regional verwurzelt, mit klaren Ansprechpartnern und einem Leistungsportfolio, das sich am tatsächlichen Bedarf unserer Kunden orientiert.
business-on.de: Vielen Dank für das Gespräch.
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