Aktuell·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
17. Dezember 2020

Neue Lösungen für alte Probleme

Iserlohn. Jeder Hausbesitzende kennt das Problem: Im Laufe der Jahre werden die Rohrleitungen defekt – mal früher, mal später und eine Sanierung ist fällig. Diese ist aufwändig und verursacht Dreck und Kosten da zumeist der Austausch der gesamten Rohrleitung erforderlich ist. Die Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn und die Fa. Warnecke & Böhm GmbH in Schliersee entwickeln im Rahmen eines Forschungsvorhabens ein neues Verfahren für eine sichere und langlebige Rohrinnensanierung mit einem neuartigen Beschichtungssystem.

Für Besitzerinnen und Besitzer von Immobilien ist es ein Ärgernis, für die Gebäudeversicherer ein Kostenfaktor. Durch Korrosion zerstörte Rohrleitungen verursachen pro Jahr milliardenschwere Schadenssummen. Eine nachhaltige Sanierung dieser Leitungen spart Kosten und schont die Umwelt.

In einem neuen kooperativen Forschungsprojekt zwischen dem Labor für Korrosionsschutztechnik an der Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn und der Fa. Warnecke & Böhm GmbH wird ein neues Verfahren zur Sanierung erforscht, das in Zukunft den kompletten Austausch der Rohrleitungen vermeiden soll. „Ansätze für eine derartige Rohrinnensanierung gibt es bereits“, berichtet Prof. Dr. Ralf Feser, „die bisherigen Methoden sind aber häufig nicht erfolgreich, da sie die für die Leitungsschäden ursächlichen Korrosionsprodukte nicht vollständig entfernen und sich später an den neu beschichteten Rohren wieder Korrosion ausbreitet. Darüber hinaus sorgen die verwendeten Expoxid-Beschichtungen oft für Geschmacks- und Geruchsbeeinträchtigen des Trinkwassers“.

Das neue „Iserlohner“ Verfahren baut stattdessen auf eine Kombination von beschichtungsgerechter Reinigung der Innenoberfläche der Rohre, vorbereitender trinkwasser- und korrosionskonformer Oberflächenbehandlung und anschließender neuartiger Beschichtung. „Dieser „Dreiklang“ zur Rohrinnensanierung ist absolut neu und gleicht die Nachteile der bisherigen Verfahren aus. Korrosionsschutz beginnt an der Grenzfläche zwischen Metall und Beschichtung. Eine saubere Metalloberfläche ist daher das A und O. Die Aufbringung einer anschließenden korrosionshemmenden Beschichtung bildet dann einen dichten, beständigen Schutzfilm, der die Lebensdauer der Rohrinnenbeschichtung erheblich verlängert“, ist sich Feser sicher.

Das neuartige Rohr im Rohr System macht einen kompletten Rohraustausch überflüssig und das hat auch Auswirkungen auf die Umwelt, wie Feser weiß: “Bis zu 80% der Rohrinstallationen in Deutschland bestehen noch aus Kupfer. Jedes Rohr, das nicht ersetzt wird, schont den Rohstoff Kupfer und minimiert den Eintrag von Metallen ins Trinkwasser“.

Das Gemeinschaftsprojekt mit einer Laufzeit von drei Jahren sieht nach einer Laborphase auch einen Praxisversuch vor.

Seit 40 Jahren ist die Fachhochschule Südwestfalen in Iserlohn eine der maßgeblichen Forschungsinstitutionen für Korrosionsschutz in Deutschland. Neben dem Korrosionsschutz durch Beschichtungen ist ein weiterer Schwerpunkt die Korrosion von Werkstoffen im Trinkwasser.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Firmenfahrzeuge nach dem Arbeitsalltag auswählen: Diese Fragen sollten Betriebe klären
    Business
    Firmenfahrzeuge nach dem Arbeitsalltag auswählen: Diese Fragen sollten Betriebe klären

    Ein Firmenfahrzeug wird schnell über den Kaufpreis, die Leasingrate oder die Fahrzeugklasse diskutiert. Im Arbeitsalltag zählen jedoch andere Fragen: Welche Wege fährt es regelmäßig? Was muss hineinpassen? Wie gut lässt sich ein Werkstatttermin mit den betrieblichen Abläufen vereinbaren? Wer solche Anforderungen vor der Suche festhält, kann Fahrzeuge und Angebote gezielter vergleichen. Das gilt für den einzelnen Wagen eines Selbstständigen ebenso wie für mehrere Fahrzeuge eines kleinen Betriebs. Vom Arbeitsalltag zum Anforderungsprofil Am Anfang steht keine Modellliste, sondern ein Blick auf die tatsächlichen Fahrten. Ein Fahrzeug für Kundentermine muss andere Aufgaben erfüllen als eines, das morgens Werkzeug zur Baustelle bringt oder tagsüber zwischen mehreren Standorten pendelt. Hilfreich ist es, typische Arbeitstage zu beschreiben: Wie viele Personen fahren mit? Welche Gegenstände werden transportiert? Gibt es feste Routen oder wechseln Ziele und Einsatzorte häufig? Auch die Frage, ob das Fahrzeug überwiegend kurz unterwegs ist oder regelmäßig längere Strecken zurücklegt, gehört in dieses Profil.

    6 Min. LesezeitLesen
    Das Fundament für morgen: Intelligente Altersvorsorge-Strategien für Selbstständige
    Arbeitsleben
    Das Fundament für morgen: Intelligente Altersvorsorge-Strategien für Selbstständige

    Die Gründung eines eigenen Betriebs bringt viele Aufgaben mit sich. Der Fokus liegt im Alltag verständlicherweise oft auf dem laufenden Geschäft, den Aufträgen und dem wirtschaftlichen Wachstum. Dabei gerät ein wesentlicher Aspekt leicht in den Hintergrund: die eigene finanzielle Absicherung für das Alter. Da für Selbstständige in der Regel keine Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung besteht, liegt die Verantwortung für den späteren Ruhestand komplett in der eigenen Hand. Es ist daher notwendig, rechtzeitig und aus eigenem Antrieb aktiv zu werden. Der Verzicht auf eine strukturierte Planung birgt ein handfestes finanzielles Risiko für die Zukunft. Der Aufbau einer verlässlichen Altersvorsorge sollte deshalb als fester Bestandteil des Unternehmertums gesehen werden und genauso viel Aufmerksamkeit erhalten wie das tägliche Kerngeschäft.

    4 Min. LesezeitLesen
    Effizienz auf engstem Raum: Worauf beim Einsatz von Minikranen zu achten ist
    Wirtschaft
    Effizienz auf engstem Raum: Worauf beim Einsatz von Minikranen zu achten ist

    Bauprojekte in dicht besiedelten Innenstädten, verwinkelten Hinterhöfen oder innerhalb von bestehenden Industrieanlagen nehmen zu. Der verfügbare Raum für Maschinen und Baumaterialien ist bei diesen Vorhaben in der Regel eng bemessen. Dieser Platzmangel verlangt nach durchdachten und kompakten Lösungen. Klassische, große Baumaschinen stoßen bei solchen Gegebenheiten oft an ihre räumlichen Grenzen oder lassen sich gar nicht erst aufstellen. Genau hier zeigt der Minikran seine Stärken. Er bietet Bauunternehmen eine präzise und gut steuerbare Alternative, um Lasten auch unter anspruchsvollen Bedingungen sicher und zielgerichtet zu bewegen.

    3 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite