Umfrage Weihnachtsgeschäft 2021: Konsumenten in Kauflaune

Im diesjährigen Weihnachtsgeschäft ist von einem deutlichen Umsatzanstieg von rund fünf Prozent in den Geschenke-relevanten Produktkategorien auszugehen. Die durchweg positive Entwicklung der Konjunktur-, Handels- und Konsumindikatoren lässt auf ein Umsatzvolumen von insgesamt 82,2 Milliarden Euro schließen. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie der Unternehmensberatung BearingPoint und des IIHD Instituts zum Weihnachtsgeschäft 2021.
Konsumenten in Kauflaune – das Budget für Weihnachtsgeschenke steigt
Die Entwicklung des diesjährigen Weihnachtsbudgets der Deutschen zeichnet ein deutliches Bild – die Konsumenten sind in Kauflaune. Demnach planen knapp die Hälfte der befragten Konsumenten (47 Prozent) in diesem Jahr, mehr Geld für Weihnachtsgeschenke auszugeben. Das sind 19 Prozentpunkte mehr als im letzten Jahr. Auch der Anteil der Befragten, die in diesem Jahr sogar deutlich mehr Geld ausgeben möchten, wächst um ganze 13 Prozentpunkte. In Summe ergibt das ein durchschnittliches Weihnachtsbudget der Konsumenten von 502 Euro – das sind nochmals rund drei Prozent über dem Vorjahresbudget.f
Lieferengpässe beeinflussen Weihnachtsgeschäft
Mehr als die Hälfte der befragten Weihnachtseinkäufer nehmen Einschränkungen der Warenversorgung wahr. Davon dürfte laut Studie vor allem der stationäre Einzelhandel profitieren, denn fast jeder Zweite, der Einschränkungen in der Warenverfügbarkeit wahrnimmt, kauft lieber im lokalen Handel, um sicherzugehen, dass er das Wunschgeschenk erhält. Zudem sind fast drei Viertel der Weihnachtseinkäufer, die Einschränkungen in der Warenversorgung wahrnehmen, generell bereit einen Aufpreis für die gewünschten Produkte zu zahlen. Durchschnittlich sind Weihnachtsshopper bereit, 17 Prozent mehr für die Wunsch-Weihnachtsgeschenke auszugeben.
Kay Manke, globaler Leiter Operations bei BearingPoint und Retail-Experte: „Die Menschen sind in Bezug auf das Weihnachtsgeschäft in Kauflaune. Das ist eine gute Nachricht für den Handel, der nicht nur durch die Pandemie unter enormem Handlungsdruck steht. Unsere Befragung zeigt aber auch, dass dieses Jahr Einschränkungen in der Warenverfügbarkeit wahrgenommen werden – das hatten wir in dieser Form in den letzten Jahren nicht beobachten können. Im Ergebnis könnte dies zwei Nebeneffekte mit sich ziehen: viele Konsumenten gehen ‚offline‘, um sich ihr Geschenk zu sichern, und viele Konsumenten sind aus dem gleichen Grund bereit, mehr Geld auszugeben.“
Weihnachtskauf bereits im November – „Black Friday“ und „Singles‘ Day“ als Treiber
Bereits am ersten Adventssamstag waren 61 Prozent des für On- und Offline-Einkäufe geplanten Weihnachtsbudgets aufgebraucht. Damit setzt sich der Trend der letzten Jahre fort, dass ein großer Teil des Weihnachtsgeschäfts schon im November stattfindet. Getrieben wird dieser Trend von den Rabattwochen um den „Singles‘ Day“ sowie den „Black Friday“, die noch nie zuvor eine derart hohe Teilnahme wie in diesem Jahr erfuhren. Knapp drei Viertel der Konsumenten hat 2021 an diesen Shopping-Events teilgenommen. Das entspricht einem deutlichen Zuwachs von 14 Prozent bei den Black-Friday-Tagen und sogar 41 Prozent am Singles‘ Day.

Infografik „Konsumentenbefragung zum Status des Weihnachtsgeschäftes auf Deutschlands bedeutendsten Einkaufsstraßen“
Endspurt im Weihnachtsgeschäft – es verbleiben noch 32 Milliarden Euro an Umsatzvolumen
In Deutschland sind bereits bis zum ersten Adventswochenende 50,1 Milliarden Euro des Weihnachtsbudgets ausgegeben worden. Für die restlichen vier Wochen bis zum Weihnachtsfest verblieb dem Handel damit ein noch freies Umsatzpotenzial von durchschnittlich 196 Euro je Konsument über 14 Jahren. In Summe bedeutet dies ein Umsatzvolumen von insgesamt 32,1 Milliarden Euro.
„Inwieweit es dem Einzelhandel gelingt, dieses noch freie Potenzial unter der sich zuspitzenden Pandemiesituation zu erschließen, bleibt mit Spannung abzuwarten. Klar ist für BearingPoint und IIHD: Der pandemieautarke Online-Handel und Handelsunternehmen mit bereits funktionierenden Cross-Channel-Geschäftsmodellen besitzen hierbei die besten Ausgangsvoraussetzungen“, kommentiert Prof. Dr. Jörg Funder, Geschäftsführender Direktor IIHD Institut.
Cross-Channel-Händler als Gewinner – 88 Prozent der Konsumenten wollen online und stationär shoppen
Das Einkaufsverhalten der Konsumenten in diesem Weihnachtsgeschäft unterstreicht die ungebrochene Cross-Channel-Wachstumsdynamik. Der Anteil der Online-Enthusiasten sinkt dabei deutlich. Nur noch 4,3 Prozent der Befragten gibt an, ausschließlich über Online-Kanäle einkaufen zu wollen. Dem gegenüber steht ein mit 88 Prozent wachsender Anteil an Cross-Channel-Shoppern, die Geschenke sowohl online als auch im stationären Handel kaufen. Für den Handel ergibt sich daraus die konkrete Anforderung, Kunden über verschiedene Kanäle anzusprechen und ihnen jederzeit den richtigen Touchpoint zur Verfügung zu stellen.
Facheinzelhandel behauptet sich tapfer, kann aber am Trend Cross-Channel-Einkaufen nicht teilhaben
In nahezu allen Vertriebskanälen nimmt die Bedeutung des kanalübergreifenden Einkaufs zu. Dies gilt insbesondere für Factory-Outlet-Center und Warenhäuser sowie für Supermärkte und Discounter, die in der Pandemiezeit ihre Click-&-Collect- sowie Lieferdienste deutlich ausgebaut haben. Klare Verlierer sind innerstädtische Einkaufszentren sowie der traditionelle Facheinzelhandel. Letzterer scheint von der technischen Entwicklung aufgrund nicht vorhandener Online-Fähigkeiten abgehangen. Dabei kann auch der häufig vom Facheinzelhandel verfolgte Verkauf über Plattformen wie Amazon oder Zalando kaum helfen, nicht zuletzt da hier die Plattform und nicht der einzelne Händler im Fokus steht.
Soziale und ökologische Verantwortung spielen kaum eine Rolle
Soziale und ökologische Verantwortung scheint Konsumenten beim Geschenkekauf weniger wichtig zu werden. Die Bedeutung nachhaltigen Konsums zu Weihnachten ist nur noch für jeden Vierten ein wichtiges Thema. Nur jeder Fünfte ist noch bereit für nachhaltige Produkte und Services mehr zu zahlen.
(ots)
Growing BusinessFassaden mit Gesimsen, Stuckprofilen und Ornamenten prägen in Münchner Altbauvierteln wie Schwabing, Bogenhausen oder Haidhausen seit über einem Jahrhundert das Stadtbild. Doch dieser bauliche Reichtum ist verletzlich: Witterung, Feuchtigkeit und frühere Umbauten setzen der historischen Substanz zu. Ihr Erhalt erfordert spezialisiertes Handwerk, das in der Bauwirtschaft oft wenig Beachtung findet für Eigentümer aber erhebliche Bedeutung hat, etwa wenn es um Werterhalt, Sanierung oder denkmalpflegerische Auflagen geht. Genau hier setzt der Münchner Meisterbetrieb August Böhm Stuck an. Was das Unternehmen leistet, wie es arbeitet und worauf Bauherren bei der Auswahl eines Stuckateurs achten sollten, zeigt das folgende Porträt. Stuck und Fassaden als Teil des Münchner Stadtbilds
IT & SoftwareEine Photovoltaikanlage ist für Hausbesitzer und kleinere Betriebe kein Produkt, das sich per Mausklick bestellen lässt. Dachfläche, technische Auslegung, die Speicherfrage, Anträge beim Netzbetreiber und die formelle Inbetriebnahme greifen ineinander und entscheiden darüber, ob aus dem Vorhaben ein tragfähiges Projekt wird. Wer zum ersten Mal mit Solarenergie zu tun hat, steht deshalb vor einer organisatorischen ebenso wie vor einer technischen Aufgabe. Dieses Porträt zeigt, wie ein regionaler Anbieter aus Kaiserslautern diesen Prozess strukturiert und welche Fragen Interessierte beantworten sollten, bevor sie eine Anfrage stellen. Photovoltaik wird zur Planungsaufgabe
BusinessIn vielen Betrieben rückt das Thema Abfall erst dann in den Fokus, wenn ein Container überquillt oder die nächste Abholung ansteht. Für eine belastbare Organisation ist das zu spät. Entscheidend ist, was vorher passiert: ob Abfälle am Entstehungsort sauber getrennt werden, ob die richtigen Behälter an den richtigen Stellen stehen und ob sich der Entsorgungsweg später nachvollziehen lässt. Die Gewerbeabfallverordnung gibt dafür den rechtlichen Rahmen wie gut die Umsetzung im Alltag funktioniert, hängt jedoch an klaren betrieblichen Abläufen. Dieser Beitrag übersetzt die Anforderungen in einen praktikablen Prozess für Unternehmen. Warum Gewerbeabfall eine Organisationsfrage ist Die Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) betrifft nahezu jeden Betrieb: Sie gilt für Erzeuger und Besitzer gewerblicher Siedlungsabfälle ebenso wie für bestimmte Bau- und Abbruchabfälle vom Handwerksbetrieb über die Produktionsstätte bis zum Büro. Nach § 3 der Gewerbeabfallverordnung sind bestimmte Abfallfraktionen getrennt zu sammeln und zu befördern sowie vorrangig der Vorbereitung zur Wiederverwendung oder dem Recycling zuzuführen. Dazu zählen unter anderem Papier, Pappe und Karton, Glas, Kunststoffe, Metalle, Holz, Textilien und Bioabfälle.
