Wie Unternehmen mit moderner Beleuchtung Betriebskosten nachhaltig senken können

In vielen Unternehmen läuft die Beleuchtung täglich über mehrere Stunden – in Produktionshallen, Lagern, Werkstätten oder Büros häufig sogar während der gesamten Arbeitszeit. Entsprechend groß kann der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch sein. Eine Umrüstung auf effiziente LED-Technik kann deshalb nicht nur den Energiebedarf reduzieren, sondern auch Wartungsaufwand und Betriebskosten senken. Besonders interessant wird die Modernisierung, wenn energieeffiziente Leuchten mit einer intelligenten Lichtsteuerung kombiniert werden.
LED-Technik reduziert Stromverbrauch und Wartungsaufwand
Ein wesentlicher Vorteil moderner LED-Beleuchtung liegt in ihrer Energieeffizienz. Wird beispielsweise eine ältere Leuchte mit 100 Watt durch eine LED-Leuchte mit 40 Watt ersetzt, sinkt die Anschlussleistung um 60 Prozent. Bei 100 Leuchten und einer täglichen Betriebszeit von acht Stunden an 250 Arbeitstagen ergibt sich folgende Beispielrechnung:
- bisher: 100 × 100 Watt × 8 Stunden × 250 Tage = 20.000 kWh pro Jahr
- LED: 100 × 40 Watt × 8 Stunden × 250 Tage = 8.000 kWh pro Jahr
- Einsparung: 12.000 kWh jährlich
Bei einem angenommenen Strompreis von 0,25 Euro pro kWh entspricht das einer möglichen Kostenreduzierung von rund 3.000 Euro pro Jahr. Das tatsächliche Einsparpotenzial hängt unter anderem von der vorhandenen Beleuchtung, der Betriebsdauer und dem Stromtarif ab.
Auch die Wartung kann sich verändern. LED-Leuchten erreichen je nach Ausführung eine deutlich höhere Lebensdauer als viele konventionelle Leuchtmittel. Weniger notwendige Lampenwechsel bedeuten insbesondere in hohen Hallen oder schwer zugänglichen Bereichen einen praktischen Vorteil: Neben dem Leuchtmittel selbst müssen weniger Arbeitsstunden, Hubarbeitsbühnen oder andere Hilfsmittel für Wartungsarbeiten eingeplant werden.
Für größere Flächen kommen LED Panels, Lichtbänder oder speziell für Industriehallen entwickelte LED-Hallenleuchten infrage. Entscheidend ist dabei nicht allein die Leistung einer einzelnen Leuchte. Auch Lichtstrom, Lichtverteilung, Montagehöhe und die erforderliche Beleuchtungsstärke müssen zur jeweiligen Nutzung passen.
Mit Lichtsteuerung lässt sich weiterer Verbrauch vermeiden
Eine effiziente Leuchte spart Energie. Eine bedarfsgerechte Steuerung kann zusätzlich verhindern, dass Licht unnötig eingeschaltet bleibt. Präsenz- und Bewegungssensoren können die Beleuchtung beispielsweise in Lagerbereichen, Fluren, Nebenräumen oder Sanitärbereichen automatisch steuern.
Noch weiter geht eine Kombination aus Präsenz- und Tageslichtsteuerung. Wird ein Teil der erforderlichen Beleuchtung bereits durch Tageslicht bereitgestellt, kann die künstliche Beleuchtung entsprechend reduziert werden. In einem Büro mit großen Fensterflächen muss deshalb nicht während des gesamten Arbeitstags die maximale Beleuchtungsleistung abgerufen werden.
Weiterhin kann eine Aufteilung in einzelne Beleuchtungszonen sinnvoll sein. In einer Produktionshalle muss nicht zwangsläufig die komplette Fläche beleuchtet werden, wenn nur in einem bestimmten Arbeitsbereich gearbeitet wird. Ein Lichtmanagementsystem kann einzelne Bereiche abhängig von Nutzung, Tageszeit oder Arbeitsablauf steuern.
Für Unternehmen entsteht dadurch ein weiterer Vorteil: Der Energieverbrauch lässt sich nicht nur reduzieren, sondern auch besser nachvollziehen. Bei größeren Anlagen können Betriebsdaten erfasst und ausgewertet werden. So lässt sich etwa feststellen, welche Bereiche besonders viel Energie benötigen oder zu welchen Zeiten die Beleuchtung trotz geringer Nutzung aktiv ist.
Ein Praxisbeispiel zeigt das Einsparpotenzial
Wie stark sich eine Modernisierung wirtschaftlich auswirken kann, lässt sich anhand einer Beispielrechnung verdeutlichen. Angenommen, eine Lagerhalle verfügt über 100 ältere Leuchten mit jeweils 100 Watt. Bei acht Betriebsstunden an 250 Arbeitstagen entstehen – wie oben berechnet – rund 20.000 kWh Stromverbrauch pro Jahr.
Werden diese Leuchten durch 40-Watt-LED-Leuchten ersetzt, sinkt der rechnerische Verbrauch auf 8.000 kWh. Bei einem Strompreis von 0,25 Euro pro kWh reduziert sich der jährliche Stromaufwand damit von etwa 5.000 auf 2.000 Euro.
Nimmt das Unternehmen zusätzlich eine intelligente Steuerung in Betrieb und wird die Beleuchtung in weniger frequentierten Bereichen zeitweise reduziert, kann der tatsächliche Verbrauch noch niedriger ausfallen. Die konkrete Einsparung lässt sich allerdings nur anhand der Nutzungszeiten, der vorhandenen Anlage und des Steuerungskonzepts bestimmen.
Die Investitionskosten sollten dabei in eine solche Betrachtung einfließen. Kostet die Umrüstung der beispielhaften Halle einschließlich Installation rund 15.000 Euro und werden jährlich 3.000 Euro Stromkosten eingespart, liegt die einfache Amortisationszeit bei rund fünf Jahren. Fallen zusätzlich Wartungskosten weg, verkürzt sich die tatsächliche wirtschaftliche Betrachtungsdauer entsprechend.
Nachhaltigkeit beginnt mit einer bedarfsgerechten Planung
Neben den finanziellen Auswirkungen spielt auch der Ressourcenverbrauch eine Rolle. Ein geringerer Strombedarf reduziert den Energieeinsatz während des Betriebs. Gleichzeitig kann eine längere Lebensdauer den Bedarf an Ersatzleuchten und Wartungseinsätzen reduzieren.
Für Unternehmen sollte Nachhaltigkeit jedoch nicht bedeuten, möglichst viele Leuchten durch möglichst leistungsarme Modelle zu ersetzen. Eine zu geringe Beleuchtungsstärke kann die Arbeitsbedingungen verschlechtern. Entscheidend ist deshalb ein Beleuchtungskonzept, das Energieeffizienz, Sicherheit und die Anforderungen des jeweiligen Arbeitsplatzes miteinander verbindet.
Vor einer Modernisierung empfiehlt sich daher eine Bestandsaufnahme: Wie viele Leuchten sind vorhanden? Welche Leistung haben sie? Wie lange sind sie täglich eingeschaltet? Welche Bereiche werden tatsächlich gleichzeitig genutzt? Und wo kann Tageslicht oder eine automatische Steuerung genutzt werden?
Aus diesen Daten lässt sich das tatsächliche Einsparpotenzial wesentlich genauer bestimmen als mit pauschalen Prozentangaben. Moderne Beleuchtung wird damit nicht nur zu einer technischen Modernisierung, sondern zu einem konkreten Ansatzpunkt für ein systematisches Energiemanagement im Unternehmen.
- Titelbild: Pexels
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