Spezialisierte mittelständische Schmieden heute: Feine Werkzeuge zwischen Tradition und Moderne

Von Emotionen und dem Reiz des Besonderen
Eine industrialisierte Massenproduktion bedeutet heutzutage definitiv keine mindere Qualität mehr – erst recht nicht im Metallbereich. Dazu werden hier schlicht alle notwendigen Techniken zwischen computerisiert zusammengestellten Legierungen und vollautomatisiertem CNC-Fräsen viel zu gut beherrscht. Heißt, wer nicht ausschließlich auf den Preis schaut, bekommt sämtliche qualitativen und quantitativen Wünsche nach hochwertigstem Werkzeug jeglicher Art durch industrielle Großhersteller erfüllt.

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Naturgemäß stellt sich diesbezüglich jedoch die Frage, welchen Platz derartige mittelständische Spezialschmieden in der heutigen Welt noch (oder besser gesagt: wieder) einnehmen können. Zumal diese aufgrund ihrer Fertigungsweise stückpreislich meist deutlich über Produkten aus Massenfertigung liegen und nicht einmal annähernd deren Ausstoßmengen erzielen.
Sie können sich diese Frage durchaus selbst beantworten, indem Sie sich eine andere Frage stellen:
Würden Sie einen langjährigen Geschäftspartner eher zu einem entspannten Geschäftsessen bei einem exquisiten Italiener einladen oder ihm eine industriell hergestellte Aufbackpizza von einem Premiumhersteller servieren?
Die Antwort dürfte klar sein. Hinter diesen Schmieden stehen dieselben Mechanismen. Egal, wie gut ein industriell hergestelltes Produkt sein kann, es wird stets „nur“ ein Massenprodukt bleiben. Für manche Menschen ist das schlicht zu wenig. Sie möchten etwas, das aus dieser Masse herausragt – aus unterschiedlichsten Gründen. Hierin findet sich nicht nur die grundsätzliche Raison d’Être für derartige Betriebe, sondern ebenso der zentrale Charakter ihrer Zielgruppe.

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Hier müssen Sie nun bedenken, wie sehr unser modernes Leben von massenhaft gefertigten Dingen geprägt wird. Selbst ein Designer-Hemd wird hunderttausendfach hergestellt. Noch das hochwertigste iPhone wird am Fließband hundertmillionenfach zusammengesetzt. Sogar bei den Eigenheimen peilen die seriengefertigten Fertighäuser fast ein Viertel des Marktanteils an. Zudem sprechen wir durch die Globalisierung vielfach von weltweit offerieren Produkten.
Viele Menschen sind schlicht übersättigt von so viel Massenware, zumal sie dem Trend zum Individualismus diametral entgegensteht. Zuletzt kommt hier noch hinzu, dass Handwerkzeuge für leidenschaftliche Benutzer ein durchaus sehr emotionaler Gegenstand sein können. Wer hunderte Raummeter Brennholz mit einer Spaltaxt anfertigt; wer tausende Stunden lang über eine Schnitzfigur gebeugt verbringt; wer sich kompromisslos einer traditionellen Möbelfertigung verschrieben hat – all solche Menschen haben meist eine sehr tiefe Bindung zu ihren Werkzeugen.
All diese Faktoren ergeben eines: Eine überraschend große Zielgruppe für solche Manufaktur-Schmieden. Zumal es Menschen sind, die bereit sind, für etwas Besonderes einen hohen Preis zu zahlen. Und die Schmieden wiederum können diese Wünsche durch ihre Arbeitsweise vollumfänglich erfüllen.
Flexibilität, Individualität und eine Abwesenheit von großseriellen Notwendigkeiten
Falls Sie hinter solchen Schmieden nunmehr Betriebe vermuten, die in Sachen Anmutung und Werkzeugausstattung wie aus dem 18. Jahrhundert wirken, liegen Sie falsch. Natürlich, einige wenige Kleinstbetriebe, eher aber noch mehr Hobbyisten, nutzen tatsächlich keinerlei neuzeitliche Methoden. Da brennt nur ein holzkohleversorgtes Schmiedefeuer, wird der Hammer ausschließlich mit Muskelkraft geschwungen und kommen zum Formen und Schärfen grundsätzlich Feilen und Schleifsteine zum Einsatz.
Bei der großen Masse von Manufaktur-Schmieden würden Sie sich jedoch mit dieser Denkweise wahrscheinlich eher wundern, wie hochmodern deren kleine Werkshallen wirken – und wie sauber es dort zwischen den Werkbänken und verschiedenen Gerätschaften oft aussieht. Tatsächlich stellen einige solcher Firmen gar die technische Speerspitze dar – und alle unterliegen selbstverständlich sämtlichen Sicherheitsvorgaben für Metallbetriebe sowie allen weiteren relevanten Gesetzen und Normen.

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Doch was ist es denn dann, was diese Firmen so besonders macht, dass sie für ihre Produkte problemlos höchste Preise verlangen können und dennoch oftmals mit der Lieferung nicht nachkommen? Nun:
- Die geringe Größe sorgt für eine enorme Flexibilität und Gewinnträchtigkeit. Es muss sich beispielsweise nicht die Anschaffung von zwei Dutzend industrietauglichen Gesenkschmieden erst einmal durch hohe Stückzahlen rentieren. Es reicht, wenn ein einzelner, hochwertiger Lufthammer es tut. Aufgrund des besonderen Standings solcher Betriebe ist überdies das gesamte finanzielle Controlling, die Preisgestaltung etc. ein anderes. Hier kommt es kaum auf den letzten Cent an, oft nicht einmal den Euro – ohne eine damit einhergehende akute wirtschaftliche Gefährdung.
- Wo es keine industriellen Notwendigkeiten gibt, können Methoden genutzt werden, die in Großbetrieben unmöglich wirtschaftlich zu verwenden sind. Beispiel Stahl: Eine Manufaktur-Schmiede kann es sich durchaus leisten, hierbei (in Teilen) enorm ursprüngliche Herstellungs- und Verarbeitungsmethoden zu verwenden, die spätestens mit der Industrialisierung abgelöst wurden. Dementsprechend lassen sich hier Stähle anfertigen, die von den großindustriellen Stahlwerken vielleicht schon seit dem Bau der Titanic nicht mehr offeriert werden – aber dennoch aufgrund ihrer Legierungszusammensetzung und Eigenschaften für manche Kunden hochinteressant sind.
- Bei den meisten Kunden gibt es hier keine Erwartung für bedingungslose, eben industrialisierte, makellose Optik. Oft wird sogar das exakte Gegenteil gewünscht – eine sichtbare Handfertigung, die nicht auf den hundertstel Millimeter präzise ist.
- Aufgrund des gesamten unternehmerischen Charakters ist es möglich, hier nicht nur Kleinserien zu fertigen, sondern ebenso absolut einzigartige Stücke, die nur auf Bestellung produziert werden. Nicht zuletzt gehören dazu ebenso Werkzeuge, die vielleicht schon längst durch gleich mehrere Nachfolgegenerationen abgelöst wurden, aber dennoch von manchen Personen als Optimum angesehen werden.
Würde ein Forstamt beispielsweise bei einem solchen Betrieb 200 Äxte bestellen und diese binnen Wochenfrist erwarten, würde das Angebot vermutlich ausbleiben – solche Stückzahlen können die Manufakturen nicht leisten. Denn ihre große Stärke besteht darin, in einer Welt der Einheitlichkeit, der industriellen Perfektion und der gigantischen Stückzahlen als vielfach einzige ihres Standes noch das Besondere anbieten zu können. Etwas, das nicht von verschiedenen Großbetrieben angeboten wird, das vielleicht seit Beginn der Industrialisierung gar nicht mehr erhältlich war.
Es dürfte Sie kaum wundern, dass in solchen Betrieben ebenso wenig Metallhandwerker „von der Stange“ zu finden sind. Weder in der Führungsetage noch in der Werkhalle.
Niemals ohne einen Tropfen Herzblut gefertigt
Wer heute als junger Mensch eine Ausbildung zum Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung absolviert, der bekommt dabei eine enorme Bandbreite an Inhalten vermittelt. Spätestens jedoch, wenn der frischgebackene Geselle in einen anderen Betrieb wechselt, wird er häufig feststellen, wie wenig er hiervon noch benötigt, weil es selbst dort, wo man noch Metallgestalter braucht, meist auf Massenfertigung hinausläuft.
Zugegeben, moderne Manufaktur-Schmieden sind keine Orte für jeden gelernten Metaller. Dazu agieren die allermeisten Betriebe viel zu sehr auf einer Basis von Kunsthandwerk und Handwerkskunst. Doch gerade diejenigen Charaktere, die nicht einfach nur in einem x-beliebigen Metallbetrieb im Schichtdienst ihre Leistung erbringen möchten, sind die richtigen Kandidaten für solche Manufakturen.

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Wer hierhin kommt, der möchte nicht einfach nur den ganzen Tag am PC CNC-Designs erstellen, will nicht nur Stahlrohlinge in eine Gesenkschmiede stecken und hinterher an einer Maschine nur noch einige Feinheiten erledigen. Es sind Menschen, in denen viel stärker der vorindustrielle Schmied ausgeprägt ist: Tüfteln, designen, immer wieder optimieren und die eigene Kreativität ausleben dürfen.
Ganz ähnlich, wie es die Zielgruppe für hier gefertigte Werkzeuge ist, verhält es sich deshalb mit den Gründern und Mitarbeitern solcher Firmen: Individualisten unter den Metallern, die in beruflicher Hinsicht das Besondere suchen. Charaktere, die nicht nur einen Job ausüben wollen, sondern mit einer echten persönlichen Leidenschaft bei der Sache sind.
Einmal mehr: Solche Menschen sind keine Modernitätsverweigerer. Sie passen bloß häufig nicht in herkömmliche Industriebetriebe und Metallfirmen, weil sie den gesamten Prozess zwischen der Metallherstellung und dem Einschlagen des Herstellerlogos mit einem handgeführten Stempel viel zu sehr lieben. Für solche Leute sind Metall und der Umgang damit eine Herzensangelegenheit, steckt in jedem hergestellten Werkzeug echte Liebe zum Handwerk. Insofern ist es nur folgerichtig, dass solche Metaller und ihre Kunden in derartigen Manufaktur-Schmieden zusammenfinden – denn nur hier ist es möglich, Werkzeuge mit Seele zu bekommen.
Zusammengefasst: Spezialisierte mittelständische Werkzeugschmieden sind Orte der Metallleidenschaft
In einer Welt, in der sich alle möglichen Produkte in sämtlichen Qualitätsstufen aus Großserienfertigung beziehen lassen, wirken im Manufakturstil arbeitende mittelständische Schmieden streckenweise wie aus der Zeit gefallen – deutlich weniger in ihrer (meist hochmodernen) Ausstattung als viel eher in ihrer gesamten Mentalität.
Solche Betriebe sind Anlaufstellen von leidenschaftlichen Individualisten für leidenschaftliche Individualisten. Orte, an denen Dinge auf eine Art und Weise hergestellt werden, die vielleicht nirgendwo sonst mehr zu finden sind. Aber gerade deshalb auch Orte, wo jedes Produkt zwischen handgeschmiedetem Schraubendreher und stundenlang per Gravierstichel handverziertem Taschenmesser noch für sich allein zählt – nicht nur als Anteil einer tausende Stücke umfassenden Tagesproduktion.
HandelIn vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.
BusinessDer Moment, in dem ein Kunde ein Geschäft betritt, dauert nur wenige Sekunden. In dieser kurzen Zeitspanne entscheidet sich allerdings, ob er bleibt oder wieder geht. Viele Einzelhändler investieren tausende Euro in Ladengestaltung und Produktpräsentation, übersehen dabei aber einen Faktor, der all diese Bemühungen zunichte machen kann: den Zustand der Böden, Regale oder sanitären Anlagen. Wie Kunden unbewusst auf Sauberkeit reagieren Menschen nehmen ihre Umgebung mit allen Sinnen wahr, auch wenn sie das gar nicht aktiv tun. Ein leicht klebriger Boden oder ein unangenehmer Geruch lösen sofort ein Unbehagen aus. Dieses Gefühl übertragen Kunden dann automatisch auf die angebotenen Produkte. Wenn man in einem unsauberen Laden steht, fragt man sich, wie es wohl im Lager aussieht oder wie sorgfältig die Mitarbeiter überhaupt mit der Ware umgehen.
BusinessModerne Arbeitswelten sind geprägt von Vielfalt nicht nur in Bezug auf Herkunft, Qualifikation oder Alter, sondern auch hinsichtlich individueller Arbeitsweisen. Während einige Mitarbeitende strukturiert und planungsorientiert vorgehen, bevorzugen andere spontane, kreative Prozesse. Manche arbeiten am liebsten in absoluter Ruhe, andere entfalten ihre Produktivität erst im Austausch mit Kollegen. Diese Unterschiede sind kein Problem, sondern ein Potenzial vorausgesetzt, es gelingt, einen gemeinsamen Rahmen für die Zusammenarbeit zu schaffen. Die Herausforderung besteht darin, ein Arbeitsumfeld zu gestalten, das unterschiedlichen Bedürfnissen gerecht wird, ohne die Effizienz zu beeinträchtigen. Dabei spielen Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und klare Absprachen eine zentrale Rolle. Unternehmen, die diese Aspekte aktiv fördern, profitieren oft nicht nur von einer besseren Zusammenarbeit, sondern auch von innovativeren Ergebnissen. Die folgenden Abschnitte liefern Menschen, die mit anderen im Büro arbeiten, einige Tipps, die im Alltag helfen können.
