E-Commerce·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
6. Oktober 2020

parcelLab Studie „E-Commerce aus Kundensicht“: Welches Versanderlebnis Kunden erwarten und was Händler ihnen bieten

Dauerbrenner Versandkosten

Das größte Dilemma sind noch immer die Versandkosten: Während über ein Drittel der Kunden generell kostenlosen Versand erwarten, ist nur gut ein Fünftel der 100 größten deutschen Online-Händler bereit, die Versandkosten komplett zu tragen. Auch bei ihren Kundenbindungsprogrammen binden Händler Gratisversand zu wenig als Vorteilsversprechen ein. 59% der Online-Kunden würden einem Kundenbindungsprogramm beitreten, wenn ihre Online-Bestellungen dafür kostenlos verschickt würden. Doch nur 10 der 34 größten Online-Shops, die überhaupt Kundenbindungsprogramme offerieren, bieten dieses Benefit.

Eine große Differenz zwischen Wunsch und Wirklichkeit gibt es auch bei der Auswahl des Logistikers. Hier hätten 71% der Kunden gerne Wahlfreiheit. Doch nicht einmal 19 Händler entsprechen diesem Wunsch. Auch bei den Zustellservices wünschen sich die Kunden mehr Flexibilität als Händler ihnen bieten. So würden 50% der Kunden Pakete auch in der Postfiliale abholen. Doch nur 41 der 100 größten Online-Shops in Deutschland bieten Versand in die Postfiliale an. Stattdessen fokussieren sich die Händler stärker auf Click & Collect als dies für die Kunden interessant ist. 33 Händler im Test bieten den Service an, doch nur 28% der Kunden wollen das Angebot gerne nutzen.

Expressversand ist interessant – aber zu teuer

Interessant ist auch, dass das Interesse der Kunden an Expressversand größer ist als oft vermutet. Jeder zweite Kunde würde dies unter Umständen nutzen, doch nur jeder vierte Händler bietet das an. Uneinigkeit herrscht auch darüber, wie viel Expressversand kosten sollte. Die Mehrzahl der Kunden würde maximal 5 Euro dafür bezahlen, Händler, die Expressversand anbieten, berechnen dafür durchschnittlich jedoch 9,63 Euro und damit fast doppelt so viel wie die Kunden zahlen würden.

Beim Retouren-Handling zeigt sich: Jeder zweite Kunde freut sich, wenn seinem Paket ein Retouren-Label beiliegt. Das allerdings ist nur bei den Paketen von 40 der 100 größten Online-Händler der Fall. Auch die Versandkommunikation wünschen sich die Kunden gerne engmaschiger: 45% der Online-Kunden möchten über eine erfolgte Zustellung informiert werden. Doch nur 18 Händler im Test kommen diesem Wunsch tatsächlich nach.

Hingegen zeigt die Umfrage, dass die Händler in Sachen Paketdesign über das Ziel hinausschießen. 47 der 100 größten Händler machen sich die Mühe, ihre Versandkartons individuell zu bedrucken. Dabei erwarten die Kunden eher, dass die Versandverpackung umweltfreundlich und recyclebar ist. Mit Logos auf dem Karton kann man gerade einmal 4% der Kunden beeindrucken.

„In Sachen Operations Experience besteht bei den meisten Händlern noch Luft nach oben“, schlussfolgert parcelLab-Mitgründer Anton Eder. „Doch bevor man optimiert, sollte man die Wünsche seiner Kunden kennen. Unsere Studie liefert hier überraschende und daher umso wertvollere Einblicke.“

Die komplette Verbraucherstudie „E-Commerce aus Kundensicht“ mit weiteren Detailauswertungen steht kostenfrei unter folgendem Link zum Download bereit: https://parcellab.com/e-commerce-aus-kundensicht-studie-2020/

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Kirner Treppenbau: Wie ein Freiburger Handwerksbetrieb Tradition, 3D-Planung und Nachhaltigkeit verbindet
    Business
    Kirner Treppenbau: Wie ein Freiburger Handwerksbetrieb Tradition, 3D-Planung und Nachhaltigkeit verbindet

    Treppen gehören zu den Bauteilen, die kaum auffallen, solange sie funktionieren und die ein Gebäude prägen, sobald sie mehr sein sollen als die reine Verbindung zwischen zwei Etagen. Als gestalterisches und statisches Zentrum entscheiden sie mit darüber, wie hochwertig ein Wohn- oder Geschäftshaus wirkt. Für Bauherren, Renovierer und Hausbesitzer ist die Wahl des Treppenbauers daher keine Nebensache: Es geht um Maßanfertigung statt Standardware, um durchdachte Statik und um eine Lösung, die Jahrzehnte tragen soll. Zwischen Katalogmodell und echter Maßfertigung liegen dabei Welten in Planung, Statik und Ausführung. Der Markt reicht vom Serienmodell bis zur individuell konstruierten Designtreppe und genau in diesem anspruchsvollen Segment hat sich im Raum Freiburg ein Betrieb über mehr als vier Jahrzehnte positioniert. Dieses Porträt zeigt, wie dort klassische Fertigung, digitale Planung und konsequente Nachhaltigkeit zusammenfinden. Handwerkstradition mit Substanz: Über 40 Jahre Treppenbau in Freiburg

    6 Min. LesezeitLesen
    Eine Kanzlei in Jena, Weimar und Apolda: Zwischen Alltagsmandaten und bundesweiter Aufmerksamkeit
    Business
    Eine Kanzlei in Jena, Weimar und Apolda: Zwischen Alltagsmandaten und bundesweiter Aufmerksamkeit

    Rechtliche Probleme kündigen sich selten an. Ein Streit mit dem Vermieter, ein Bußgeldbescheid nach einem Unfall, eine unklare Erbschaft oder ein Konflikt am Arbeitsplatz Situationen, in denen Privatpersonen wie Unternehmen schnell verlässliche Unterstützung brauchen. Gerade in einer Region, in der sich Lebens- und Arbeitswelten eng verzahnen, wollen solche Fragen mit jemandem geklärt werden, der vor Ort erreichbar ist. In Ostthüringen hat sich die Kanzlei Stünkel über fast zwei Jahrzehnte zu einer festen Größe entwickelt: Sie betreut mit drei Standorten den klassischen Mandantenalltag und hat zugleich Strafverfahren begleitet, die bundesweit für Schlagzeilen sorgten.

    6 Min. LesezeitLesen
    Wie Unternehmen mit moderner Beleuchtung Betriebskosten nachhaltig senken können
    Wirtschaft
    Wie Unternehmen mit moderner Beleuchtung Betriebskosten nachhaltig senken können

    In vielen Unternehmen läuft die Beleuchtung täglich über mehrere Stunden – in Produktionshallen, Lagern, Werkstätten oder Büros häufig sogar während der gesamten Arbeitszeit. Entsprechend groß kann der Anteil der Beleuchtung am Stromverbrauch sein. Eine Umrüstung auf effiziente LED-Technik kann deshalb nicht nur den Energiebedarf reduzieren, sondern auch Wartungsaufwand und Betriebskosten senken. Besonders interessant wird die Modernisierung, wenn energieeffiziente Leuchten mit einer intelligenten Lichtsteuerung kombiniert werden. LED-Technik reduziert Stromverbrauch und Wartungsaufwand Ein wesentlicher Vorteil moderner LED-Beleuchtung liegt in ihrer Energieeffizienz. Wird beispielsweise eine ältere Leuchte mit 100 Watt durch eine LED-Leuchte mit 40 Watt ersetzt, sinkt die Anschlussleistung um 60 Prozent. Bei 100 Leuchten und einer täglichen Betriebszeit von acht Stunden an 250 Arbeitstagen ergibt sich folgende Beispielrechnung:

    4 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite