Unique Selling Proposition (USP) – Verkaufsversprechen besonderer Art

Inhaltsverzeichnis zum Unique Selling Proposition (USP)

  1. Merkmale des Unique Selling Proposition
  2. Strategie für das USP
  3. Begriffsentstehung USP
  4. Zusammenhang zwischen USP und Produktlebenszyklus
  5. Beispiele für USP
  6. Unterschied zur UAP
  7. Was ist der USP?
  8. Worin kann ein USP bestehen?
  9. Welcher Zweck wird mit dem USP verfolgt?
  10. Zusammenhang zwischen USP und SWOT-Analyse

Das einzigartige Verkaufsversprechen wird erreicht, indem der besondere Nutzen hervorgehoben und es damit von ähnlichen Produkten auf dem Markt abgegrenzt wird. Ziel ist es, den Konsumenten zum Kauf zu animieren und somit den Gewinn zu steigern. In der heutigen Zeit ist das USP von zunehmender Bedeutung geworden, da der Markt mit vielen Produkten und Dienstleistungen überschwemmt wird und der Kunde sehen soll, dass das Erzeugnis nicht austauschbar ist. Die adäquate Bezeichnung im Deutschen ist Alleinstellungsmerkmal .

Merkmale des Unique Selling Proposition

Das USP wird vor allem im Marketing und in der Verkaufspsychologie eingesetzt. Das Alleinstellungsmerkmal, also der Vorteil, der sich dem Kunden ergibt, kann verschieden gestaltet werden. So kann sich das Produkt beispielsweise durch einen besonders günstigen Preis oder eine spezielle Form beziehungsweise Funktion auszeichnen. In der Werbestrategie und in Kampagnen wird das USP dann klar herausgestellt. Ziel ist es auch, dass sich der Konsument mit dem Produkt identifizieren kann. Damit wird sicher gestellt, dass es nicht vergessen oder übersehen wird.

Strategie für das USP

Im Vordergrund der Werbestrategie mit einem Alleinstellungsmerkmal muss stehen, dass das Verkaufsversprechen schlüssig dargelegt und offen kommuniziert wird. Doch damit ist nicht Schluss. Das Versprechen muss schließlich auch eingehalten werden, weil das Produkt sonst eher mit negativen Konnotationen behaftet ist. Die Werbestrategie kann in diesem Fall nicht erfolgreich sein. Im Laufe der Zeit übernehmen auch die Konkurrenten Alleinstellungsmerkmale bei ähnlichen Produkten, so dass die Wirkung abgeschwächt wird. Die Strategie muss also ständig an den aktuellen Markt angepasst werden.

Begriffsentstehung

Der Terminus USP wurde im Jahr 1940 von Rosser Reeves im Rahmen der Marketing-Theorie eingeführt. Dabei betonte er, dass die einzigartige Eigenschaft das beworbene Produkt deutlich vom Angebot der Mitbewerber abheben muss. Es muss sich um eine Eigenschaft handeln, die kein anderes Produkt für sich in Anspruch nimmt. Dies führt dazu, dass es die Konsumenten als höherwertig wahrnehmen und in verstärktem Maße kaufen.

Während seiner Arbeit bei der Werbeagentur Ted Bates & Co. Versuchte Reeves immer wieder aufs Neue, die USP beworbener Produkte zielgruppenspezifisch zu evaluieren und mit seinen Produkten umzusetzen. Sein Ziel war es, die Eigenschaft, die das Produkt in den Augen des Konsumenten höherwertig macht, zu eruieren und in eine Marketing-Stategie einzuarbeiten. 1952 setzte Reeves dieses Konzept auch während des Präsidentschaftswahl ein. Im Auftrag der Republikaner gelang es ihm erfolgreich, den späteren Präsidenten Dwight D. Eisenhower zu bewerben. Von da an nahmen Wahlkämpfe stark werbeorientierte Züge an.

Im Jahr 1961 veröffentlichte Reeves schließlich die Theorie zu seiner bis dahin angewandten Praxis des Alleinstellungsmerkmals. Dabei forderte er, dass die Werbung transparent darlegen müsse, warum der Kunde ausgerechnet dieses Produkt und nicht ein x-beliebiges anderes kaufen soll. Der Erfolg könne dabei allerdings nur von Dauer sein, wenn das Produkt auch tatsächlich hält, was es verspricht.

Zusammenhang zwischen USP und Produktlebenszyklus

Ist der Markt ungesättigt, eignet sich das Konzept der USP sehr gut während der Einführungs- und Wachstumsphase des Produktlebenszyklus. In der Sättigungs- und Reifephase funktioniert die Bewerbung mit der USP nur noch bedingt. Viele Wettbewerber bringen Produkte mit ähnlichen Vorteilen heraus, wodurch es schwerer wird, sich abzusetzen. Nun ist es wichtig, die Marketing-Strategie auf die Bedingungen des veränderten Marktes hin anzupassen. Ein Faktor, der hierbei eine zentrale Rolle spielt, ist der Preis.

Beispiele für USP

  • die geheime Rezeptur von Coca Cola
  • der Hybrid-Antrieb von Toyota
  • Bier nach deutschem Reinheitsgebot

Beispiel 1: Zeit

Viele Kunden schätzen eine zügige Durchführung der Dienstleistung und einen schnellen Versand. Ein gutes Beispiel ist der Online-Lieferant Amazon. Hier bekommt man seine Bestellung in der Regel schon am nächsten Tag. Auch bei vielen Fast-Food-Ketten wie McDonalds spielt Zeit eine große Rolle. Hier bekommt man sein Essen ohne Wartezeit direkt am Schalter.

Beispiel 2: Umweltverträglichkeit

Ein Klassiker unter den USP ist der Rußpartikelfilter des französischen Automobilherstellers Renault. Damals war dieses Ausstattungsextra eine absolute Neuheit. Dank eines gesteigerten Umweltbewusstseins unter den Fahrern war sie überdies sehr erfolgreich. Nachdem aber später auch andere Autobauer einen Rußpartikelfilter einbauen ließen, musste sich Renault wieder etwas Neues einfallen lassen. Das Alleinstellungsmerkmal hat Eingang in den Mainstream gefunden.

Beispiel 3: Rezeptur

Unternehmen wie Coca Cola werben exzessiv mit der geheimen Rezeptur ihres Produkts. Anders als bei herkömmlichen Produktfeatures besteht die Besonderheit hier darin, dass sie nicht ohne Weiteres kopiert werden kann. Eine USP kann darüber hinaus auch produkt- und dienstleisterübergreifend wirksam sein. Ein gutes Beispiel hierfür ist das deutsche Bier, das wegen seines Reinheitsgebots auf der ganzen Welt beliebt ist.

Beispiel 4: Preis

Der Sinn eines USP ist es in der Regel, nicht über einen niedrigen Preis konkurrieren zu müssen. In Marktsegmenten wie der Personenbeförderung kann das aber durchaus vorteilhaft sein. Ein gutes Beispiel hierfür ist das Fernbusunternehmen Flixbus/MeinFernbus. Mit ihren günstigen Preisen für Fahrten zwischen deutschen Großstädten haben sich die Fernbusse als ernsthafte Konkurrenz zur Deutschen Bahn etabliert.

Unterschied zur UAP

Im Zusammenhang mit der USP ist oft auch von der UAP (Unique Advertising Proposition) die Rede. Dabei handelt es sich um eine Werbebotschaft, durch die Unternehmen sich und ihre Produkte von ihren Mitbewerbern abheben wollen. Werden beide Begriffe auch oft synonym verwendet, so gibt es doch einen markanten Unterschied. Bei der USP handelt es sich um eine objektiv nachweisbare Eigenschaft eines Produkts. Bei der UAP geht es eher um eine werbliche Begründung des Kaufs. Entsprechend subjektiv kann die Behauptung ausfallen.

Zusammenhang zwischen USP und SWOT-Analyse

Eine SWOT-Analyse dient dazu, eigene Stärken und Schwächen mit Stärken und Schwächen seiner Mitbewerber in Beziehung zu setzen. So stellt man fest, in welchen Marktbereichen man Chancen nutzen kann und wo man sich gegen Risiken schützen muss.

Verdeutlichen wir uns das Ganze an einem einfachen Beispiel. Viele Verbraucher wünschen sich ein preisgünstiges Smartphone. Für ein Unternehmen mit einer effizienten Produktionsstruktur und einem breiten Angebot im Niedrigpreis-Sektor wäre dies eine Chance. Würde die Stimmung der Verbraucher nun aber umschlagen und sie würden bevorzugt hochpreisige Smartphones als Statussymbole suchen, wäre dies ein potenzielles Risiko.

Die Unique Selling Proposition sollte entsprechend immer so gewählt werden, dass man eine Chance mit einer Stärke besetzen kann.

Beispiel: Als kleiner mittelständischer Handwerksbetrieb kann man in puncto Produktions- und Liefergeschwindigkeit nicht mit einer großen Baumarktkette mithalten. Es würde in diesem Zusammenhang wenig Sinn machen, dort seinen USP anzusetzen. Viel erfolgversprechender wäre es, auf persönlichen Service und Flexibilität zu setzen.

Fragen und Antworten zur Unique Selling Proposition (USP)

Was ist der USP?

Der Unique Selling Point ist ein Alleinstellungsmerkmal, das ein Produkt bzw. eine Dienstleistung von vergleichbaren Konkurrenzprodukten abhebt. Als einzigartiges Nutzenversprechen ist es einer der zentralen Begriffe im Marketing.

Worin kann ein USP bestehen?

Üblicherweise handelt es sich bei der USP um eine materiell nachweisbare Eigenschaft eines Produkts. Dabei kann es sich zum Beispiel um die hohe Materialqualität und die sehr gute Verarbeitung handeln. Auch ein guter Service und ein breiter Funktionsumfang werden regelmäßig als USP angeführt.

Welcher Zweck wird mit dem USP verfolgt?

Grundlegend geht es darum, sich von der Konkurrenz abzuheben und seine Produkte stärker in das Bewusstsein der Zielgruppe zu transportieren. Dabei geht es nicht nur um den kurzfristigen Absatz, sondern um die Etablierung einer langfristigen Kundenbindung.

Florian Weis

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