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28. April 2014

Starkoch Jamie Oliver gewinnt langen Kampf gegen McDonalds

Immer wieder ging Oliver an die Öffentlichkeit und klagte McDonalds in Fernsehsendungen, Dokumentationen und Interviews an, dass die Burger durch den Einsatz von Chemikalien de facto ungenießbar seien. Außerdem beschuldigte er McDonalds, dass die Fastfood-Kette ausschließlich billiges und damit nicht qualitativ hochwertiges Fleisch verwenden würde. Die von der McDonalds zubereiteten Speisen seien also für den Menschen nicht geeignet. „Im Grunde essen wir ein Produkt, dass in seiner Entstehung das billigste Essen für Hunde wäre, doch bekommen wir es serviert.“, sagte Oliver. Die kritisierte Herstellung und Zubereitung des Fleischs bezeichnete Oliver als „rosa Schleim-Prozess“. Damit bezeichnet er die rohen Burger, bevor diese gebraten bzw. gegrillt werden.

Oliver zeigt Kindern, wie Chicken Nuggets hergestellt werden

Der Hamburgerfan und Enthusiast Oliver zeigte Kindern in seinen Vorführungen und Shows unter Anderem, wie aus dem Huhn Chicken Nuggets werden. Er zeigte auf, dass zunächst das gute Fleisch des Huhns beiseite genommen wird und im Anschluss die Überreste (wie Fett, Haut und innere Organe) dann zur Herstellung der frittierten Nuggets verwendet werden. Damit erregte Oliver nicht nur bei Kindern viel Aufsehen. Diese Resonanz seiner jungen Zuschauer, die seine Aufführungen sahen, bestärkte ihn seinen Kampf gegen McDonalds fortzusetzen. Durch die engmaschige Verbindung der einzelnen Franchise-Unternehmen ist es im Allgemeinen schwer Klarheit in die Produktionsabläufe solcher Großkonzerne zu bekommen. Oliver hat dies nun erreicht.

Burger King und Taco Bell verzichten schon länger auf Chemie

Mit der Änderung im Herstellungsprozess verzichtet nun auch McDonalds auf die Verwendung des schädlichen Ammoniaks und schädlicher Ammoniumverbindungen. Zuvor hatten die Fastfood-Ketten Burger King und Taco Bell bereits auf die Verwendung solcher Chemikalien bei der Zubereitung der Burger verzichtet. Bis zuletzt nutzte McDonalds Ammoniumhydroxid als antimikrobielles Mittel bei der Zubereitung der Speisen. Dadurch konnte McDonalds das Fleisch haltbarer machen und somit länger verwenden. Es scheint so, als wäre in den USA der Ertrag und die Bilanz wichtiger, als die Gesundheit der Kunden.

Auf Grund der schlechten Presse gegen McDonalds verkündete das Unternehmen Arcos Dorados, der Franchise-Manager für McDonalds in Lateinamerika, dass solch ein Verfahren in der Region Lateinamerika nicht praktiziert werden würde. Das gleiche soll auch für Irland und Großbritannien gelten. Dort würde kein Ammoniumhydroxid benutzt, da hier das Fleisch ausschließlich aus der Region bezogen werden würde.

McDonalds nimmt Stellung zu billigen Fleisch

Auf der offiziellen Website von McDonalds hat das Unternehmen zu den Vorwürfen, billiges Fleisch zu verwenden, Stellung bezogen. Die Fastfood-Kette sagte, dass sie kein billiges, sondern günstiges Fleisch ihren Kunden anbieten würde. McDonalds sei wegen der großen Nachfrage darauf angewiesen, ihre Waren zu niedrigen Preisen von den Lieferanten zu kaufen. Die Fastfood-Kette sei aber bemüht die beste Qualität für seine Kunden bereitzustellen. Allerdings gibt es einen faden Beigeschmack, da offensichtlich in anderen Regionen McDonalds ohne Chemikalien wie Ammoniumhydroxid auskommen kann und es in den USA offenbar bislang nicht gelungen ist. Doch auch, wenn dieser chemische Stoff bei der Herstellung des Fleisch für die Burgerfans in den vereinigten Staaten nur dort verwendet wird, wirft dies auch ein schlechtes Licht auf die Burger hierzulande. Denn auch diese sind stark mit Konservierungsstoffen und anderen chemischen Stoffen versetzt. Letztendlich weiß man beim „Reinbeißen“ nicht, was in einem Hamburger alles drin ist.

McDonalds in Deutschland erlaubt wieder Genmanipulation

Ausgerechnet in dem Moment, in dem auf Amerikas Boden auf die Verwendung des schädlichen Stoffs Ammoniumhydroxid verzichtet wird, hat McDonalds in Deutschland bekannt gegeben, dass nach mehreren Jahren den Hähnchenfleisch-Lieferanten wieder gestattet wird, gentechnisch verändertes Futter zu verwenden. 2001 hatte sich der Fastfood-Kette dazu verpflichtet auf die Verwendung von Genfutter zu verzichten. Seit Anfang April besteht diese Selbstverpflichtung nicht mehr. Grund dafür sei, dass die nationalen und internationalen Lieferanten für Hähnchenfleisch „keine ausreichenden Mengen an nicht gentechnisch veränderten Futternmitteln zu wirtschaftlich vertretbaren Konditionen garantieren können“, sagte ein Sprecher von McDonalds in Deutschland und bestätigte somit einen „Spiegel“-Bericht.
Die Umweltorganisation Greenpeace hat laut „Spiegel“ die Verwendung von genmanipuliertem Futter bereits kritisiert. Die Organisation warf McDonalds vor, den „Einsatz von Gift“ in der Landwirtschaft zu fördern.

Kampf gegen schlechtes Image

Schon lange gibt man Konzernen wie McDonalds die Schuld an Fettsucht und erhöhten Cholesterinwerten. Mit ihrem neuen Maskottchen Happy und gesunden Beilagenalternativen wie Äpfeln und Erdbeerjoghurt will man nun ein besseres Image aufbauen. Ein Blick auf den Kurznachrichtendienst Twitter zeigt, dass das nicht ganz so funktioniert hat. So schrieb beispielsweise @LVIMA „Bring deine Kinder in Sicherheit“. @realdaveimboden indes kommentierte „Gott im Himmel, mach, dass es aufhört“.

Auf Twitter und Buzzfeed ist Happy das Thema der Stunde. Viele Poster vermuten gar einen werbewirksamen Trick von McDonalds. So habe das unansehnliche Monster mit Absicht für Furore sorgen sollen, um sich schnell im sozialen Netz zu verbreiten. Immerhin ist jede Werbung gute Werbung. Dass dem tatsächlich so sein könnte, mutmaßen nun auch Experten. Immerhin habe McDonalds im ersten Quartal 2014 vor allem im Heimatmarkt herbe Verluste hinnehmen müssen. Die Lust auf ungesundes Fast-Food habe besonders in den USA massiv nachgelassen. Weitere Länder folgen dieser Entwicklung.

Werdegang von Jamie Oliver

Geboren wurde Jamie Oliver in Clavering, Essex. Dieses kleine Dorf befinde sich 32 km südlich von Essex. Bereits von Klein auf hatte er mit dem Kochen zu tun. Anfangs arbeitete er nämlich im Pub seines Vaters. Hier stand er nämlich nicht hinter dem Tresen, sondern in der Küche. Richtig gelernt hat er das Kochen dann im Westminster College in Essex. Kurz darauf arbeitete er dann im bekannten Neal Street Restaurant, wo der spätere deutsche Fernsehkoch Tim Mälzer zu seinen Kollegen gehörte. Für das Fernsehen wurde er dann ein wenig später im River Cafe entdeckt.

Was viele nicht wissen: Jamie Oliver spielt seit 1989 in der Band Scarlet Division. Hier übernimmt er das Schlagzeug.

Der große Erfolg

Seinen Durchbruch hatte Jamie Oliver mit der Show „The Naked Chef“. Hier bestand die Besonderheit darin, dass er aus einfachen Zutaten, die jeder zuhause hat, neue und ungewohnte Dinge zubereitet. Parallel dazu widmete sich Jamie Oliver immer auch sozialen Themen. Ein gutes Beispiel hierfür ist sein Restaurant „Fifteen“, das er während der Arbeit an der Show „Jamies Kitchen“ zusammen mit arbeitslosen und benachteiligten Jugendlichen aufbaute. Hier bot er ihnen die Möglichkeit, das Kochen zu lernen, um einen Job in der Gastronomie zu bekommen.

Eine weitere Kampagne, in deren Rahmen er sich für die Jugend einsetzte, war seine Show „Jamies School Dinners“. Hier setzte er sich mit seiner Kampagne „Feed me better“ dafür ein, das Essen in Schulkantinen zu verbessern. Alle Schulkinder sollten gesunde und nahrhafte Menüs geboten bekommen. Für die Aktion sammelte er 241.000 Unterschriften. Die Aktion wurde ein großer Erfolg. Die Labour-Regierung stellte insgesamt 280 Millionen Pfund zur Verfügung.

Auch in seiner Sendung „Ministry of Food“ setzte sich Jamie Oliver für eine gesunde Ernährung mit frischen Zutaten ein. Dies tat er in Rotherham, Yorkshire. Er zeigte einer kleinen Gruppe von Einwohnern seine Rezepte. Diese sollten sie dann ihren Nachbarn und Freunden weitergeben.

Jamie Olivers Kampf gegen die Fettleibigkeit

Ein wichtiger Teil der Arbeit von Jamie Oliver ist der Kampf gegen die Fettleibigkeit. Immerhin ist dieses Problem vor allem in den USA allgegenwärtig. Hier gelten zwei Drittel der Bevölkerung als übergewichtig. Das bringt höhere Kosten für die staatlichen Gesundheitssysteme und eine geringere Lebenserwartung mit sich. Experten gehen davon aus, dass die für die Behandlung von Krankheiten, die in Zusammenhang mit der Übergewichtigkeit stehen, sich in 10 Jahren auf bis zu 300 Milliarden Dollar belaufen werden.

Jamie Oliver mahnt in diesem Zusammenhang an, wie wichtig es ist, über die Folgen unreflektierter ungesunder Essgewohnheiten aufzuklären. Es müsse darum gehen, früher und transparenter aufzuklären, so der Kultkoch. Immerhin sei die Ernährungskompetenz ein wichtiger Teil der Erziehung. Es könne hierbei nicht allein um staatliche Ernährungsprogramme gehen. Wichtiger sei es vielmehr, bereits im Kleinen aufzuklären. Dabei legt er viel Wert auf Rezepte, die einfach umzusetzen sind, aber dennoch gesund sind.

Zu seinen Unterstützern gehören viele bekannte Personen des öffentlichen Lebens wie zum Beispiel First Lady Michelle Obama. Sie ist Schirmherrin eines landesweiten Projekts, das es sich zum Ziel gesetzt hat, die Übergewichtigkeit unter Jugendlichen zu bekämpfen.

Kritik an Jamie Oliver

Neben seinen vielen sozialen Aktivitäten wurde auch in einigen Fällen Kritik an Jamie Oliver laut. So wurde er beispielsweise im Jahr 2005 dafür kritisiert, ein Lamm in seiner Sendung „Jamies Great Italian Escape“ öffentlich geschächtet zu haben. Drei Jahre später brachte er Teile der Öffentlichkeit gegen sich auf, indem er während einer Sendung Küken erstickte, um für die Zustände in Legebatterien zu sensibilisieren.

Kommt erstes Jamie-Oliver-Restaurant nach Köln?

Burger, Spaghetti und andere Köstlichkeiten nach Art des Starkochs Jamie Oliver – das könnte es vielleicht auch bald in Deutschland geben. Derzeit sucht man in Köln nach einem geeigneten Ladenlokal für das Restaurant-Konzept „Jamie’s Italian“.

Fläche für Jamie-Oliver-Restaurant gesucht

In einem Post des Gastroportals auf Facebook hieß es zuletzt, dass man „eine Fläche von circa 550 Quadratmeter im Erdgeschoss“ suche. Der Account gehört dabei dem Düsseldorfer Gastronomieberatungsunternehmen Eirund Consulting. Der Franchisenehmer „Italian Food Concepts“ aus den Niederlanden hatte es mit der Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für ein „Jamie’s Italian“ in Deutschland betraut. Man wünsche sich eine zentrale Lage, möglichst mit einer Außenterrasse, so Geschäftsführer Markus Eirund im Gespräch mit dem Kölner Stadt-Anzeiger. In den letzten Wochen habe man sich bereits mehrere Immobilien im Kölner Raum angesehen. Bisher sei allerdings noch kein geeignetes Lokal dabei gewesen.

Belohnung für Location-Tipp

Da sich die Suche derzeit schwierig gestaltet, gehen der künftige Gastro-Betreiber aus Holland und Gastroexperte Eirund jetzt zum Angriff über. Jedem, der geeignete Hinweise zu einem Raum in Köln geben kann, werde man zur Belohnung mit einem kulinarischen Highlight überraschen. Ein ganzes Jahr lang soll er auf Kosten des Hauses in dem neuen Jamie’s Italian essen können.

Christian Esser

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