News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
26. April 2023

Arbeit im Homeoffice – Chancen und Probleme

Immer mehr Menschen arbeiten von zu Hause aus

Die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Schutzmaßnahmen haben die Entwicklung hin zu mehr Homeoffice wahrscheinlich rasant beschleunigt. Während vieler Monate waren Unternehmen verpflichtet, ihren Angestellten das Arbeiten von zu Hause aus anzubieten. Natürlich traf das nur auf Arbeitsstellen zu, für die ein persönliches Erscheinen im Betrieb nicht notwendig war. Viele Arbeitnehmer befinden sich auch nach dem Auslaufen der Schutzmaßnahmen nach wie vor vollständig oder teilweise im Homeoffice. Manche gehen zum Beispiel an zwei Tagen in der Woche wieder in den Betrieb, arbeiten die restliche Zeit aber von zu Hause aus. Zugleich ist die Anzahl der Arbeitgeber gesunken, die darauf bestehen, dass ihre Beschäftigten jeden Tag in die Firma kommen. Die Arbeitswelt hat sich also in den letzten drei Jahren enorm verändert. Damit sind die Weichen für die Zukunft bereits gesetzt.

Diese Chancen bietet Homeoffice

Unternehmen können durchaus profitieren, wenn sie ihren Angestellten mehr Freiheiten geben, flexible Arbeitsmodelle ermöglichen und Homeoffice teilweise oder vollständig erlauben. Denn das Arbeiten aus dem heimischen Arbeitszimmer heraus bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • Viele Angestellte arbeiten im Homeoffice produktiver und haben das Gefühl, eine bessere Work-Life-Balance zu haben. Dadurch sind sie insgesamt zufriedener mit ihrem Job, sodass sie dem Unternehmen eher treubleiben. Wie produktiv Angestellte im Homeoffice wirklich sind, hängt aber natürlich auch immer von den wohnlichen Gegebenheiten ab. Deswegen sollte es eine individuelle Entscheidung bleiben.
  • Homeoffice fördert die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Durch fehlende Arbeitswege haben die Angestellten mehr Zeit für ihr Privatleben. Das kann ebenfalls zu einer höheren Mitarbeiterzufriedenheit beitragen.
  • Durch das ortsunabhängige Arbeiten können Unternehmen gut ausgebildete Fachkräfte für sich gewinnen, die weiter weg wohnen. Denn wer nur gelegentlich für einen wichtigen Termin in der Firma erscheinen muss, nimmt weitere Anfahrtswege in Kauf.
  • Unternehmen können durch Homeoffice Kosten sparen. Denn sie müssen weniger Arbeitsplätze vor Ort bereitstellen und haben zum Beispiel weniger Energiekosten. Zugleich wird weniger Wasser für die Nutzung der sanitären Anlagen im Betrieb verbraucht.

Welchen Hürden sehen sich Unternehmen gegenüber?

Natürlich gibt es auch eine Reihe von Nachteilen, die der vermehrte Wunsch nach Homeoffice mit sich bringt. Zumindest zum jetzigen Zeitpunkt sehen sich sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber mit verschiedenen Problemen konfrontiert. Eines davon ist mit Sicherheit der stockende Breitbandausbau. Denn leider haben noch längst nicht alle Haushalte Zugriff auf schnelles Internet. Dadurch wird die Arbeit im Homeoffice für manche Arbeitnehmer unmöglich. Das gilt insbesondere dann, wenn tagtäglich große Datenmengen übertragen werden müssen.

Erfassung der Arbeitszeiten

Ein weiteres Problem stellt die Erfassung der Arbeitszeiten dar. Arbeitgeber können nur schwer überprüfen, ob ihre Angestellten auch wirklich am PC sitzen und ihren Aufgaben nachgehen. Hier muss ein Vertrauensvorschuss geliefert werden. Zugleich müssen die gesetzlichen Pausenzeiten eingehalten werden. Da im Homeoffice Arbeit und Freizeit oft ineinander übergehen, kann es hier zu Abgrenzungsschwierigkeiten kommen.

Zu wenig Platz für ein heimisches Arbeitszimmer

Auch der oft nicht ausreichende Platz in der Wohnung des Arbeitnehmers kann beim Homeoffice zur Hürde werden. Wenn kein eigenes Arbeitszimmer zur Verfügung steht, vermischen sich Privates und Berufliches stark miteinander. Gegebenenfalls fällt es dann schwerer, sich auf die Arbeit zu fokussieren. Besonders kompliziert ist es, wenn der Raum, in dem sich der Arbeitsplatz befindet, auch noch von anderen Mitgliedern des Haushaltes genutzt wird. Hier stellt sich außerdem die Frage, wie es zum Beispiel mit Geheimhaltung und Datenschutz aussieht.

Steuerfallen beim Homeoffice aus dem Ausland

Problematisch gestaltet sich das länderübergreifende Arbeiten im Homeoffice. Arbeitnehmer, die für zwei Wochen aus dem sonnigen Spanien anstatt aus ihrer Wohnung in Hamburg oder Köln ihre Arbeit verrichten, stellen meist kein Problem dar. Längere Aufenthalte können aber steuerrechtliche und sozialversicherungspflichtige Auswirkungen haben, mit denen sich sowohl Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer frühzeitig beschäftigen sollten. Selbst innerhalb der EU sind die steuerlichen Regelungen kompliziert.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Interview: Wie professionelle Gebäudereinigung zum Produktivitätsfaktor für den Mittelstand wird
Expertentalk
Interview: Wie professionelle Gebäudereinigung zum Produktivitätsfaktor für den Mittelstand wird

Professionelle Gebäudereinigung ist für den Mittelstand kein reiner Kostenpunkt, sondern kann ein Produktivitätsfaktor sein: Saubere Büros können dazu beitragen, Krankmeldungen zu reduzieren, die Konzentration zu unterstützen und bei Kundenterminen einen positiven Eindruck zu hinterlassen. Wie kleine und mittelständische Unternehmen die Reinigung strategisch aufsetzen, welche Fehler häufig passieren und warum ein verlässlicher Dienstleister mehr wert sein kann als der günstigste Anbieter, erklärt Marc Forczak, Geschäftsführer von MJ Dienstleistungen. Das Unternehmen betreut private Haushalte ebenso wie Büros und gewerbliche Objekte und ist Experte für Gebäudereinigung in Oberursel. Interview mit der Geschäftsführung der MJ Dienstleistungen GbR: Marc Forczak business-on.de: Das Thema Sauberkeit im Unternehmen wird oft unterschätzt. Unser Motto heute lautet daher: „Reinigung ist keine Nebensache, sondern Teil der Betriebsorganisation“. Herr Forczak, viele Unternehmer sehen Gebäudereinigung als reinen Kostenpunkt. Ist das ein Denkfehler?

4 Min. LesezeitLesen
Schädlingsbefall im Betrieb: „Wer zu lange wartet, zahlt doppelt" – Interview mit einem Berliner Kammerjäger
Expertentalk
Schädlingsbefall im Betrieb: „Wer zu lange wartet, zahlt doppelt" – Interview mit einem Berliner Kammerjäger

Schädlingsbefall ist für Unternehmen ein handfestes Betriebsrisiko: Ratten in der Gastronomie, Bettwanzen in der Ferienwohnung oder Wespen im Bürogebäude können Umsatzausfälle, Imageschäden und behördliche Beanstandungen nach sich ziehen und treffen kleine Betriebe oft härter als große Ketten. Wie Gewerbebetriebe und Hausverwaltungen professionell reagieren und was echte Prävention leisten kann, erklärt ein erfahrener Kammerjäger in Berlin im redaktionellen Gespräch. Das Familienunternehmen Klaus G. Hagenlocher UNEX Service e.K. ist nach eigenen Angaben seit 1972 in Berlin, Potsdam und dem Berliner Umland tätig und betreut Gewerbebetriebe, Hausverwaltungen sowie Privatkunden. „Schädlingsbefall ist ein unternehmerisches Risiko, kein hygienisches Detail" business-on.de: Herr Hagenlocher, wann wird Schädlingsbefall für einen Betrieb wirklich gefährlich?

4 Min. LesezeitLesen
„Sicherheit ist Chefsache, aber Handwerk zugleich" – Interview mit der WSM Wachschutz GmbH Mittweida über modernen Objektschutz im Mittelstand
Expertentalk
„Sicherheit ist Chefsache, aber Handwerk zugleich" – Interview mit der WSM Wachschutz GmbH Mittweida über modernen Objektschutz im Mittelstand

Moderner Objektschutz im Mittelstand verbindet heute stationäre Präsenz, mobile Streifen und eine erreichbare Leitstelle zu einer durchgehenden Sicherheitskette. Wie das in der Praxis aussieht, erläutert die Geschäftsleitung der ws-mittweida.de im Interview. Einbruchsversuche auf Gewerbeflächen, Vandalismus an Baustellen oder Grauzonen im Empfangsbereich: Wer in Sachsen ein Unternehmen führt, muss sich zunehmend mit Sicherheitsfragen beschäftigen, für die im Tagesgeschäft eigentlich keine Zeit bleibt. business-on.de: Viele Mittelständler unterschätzen das Thema Sicherheit, bis etwas passiert. Woran liegt das? Thomas Fischer: Sicherheit ist eines dieser Themen, die im Alltag unsichtbar sein sollen. Solange nichts passiert, wirkt jede Investition wie ein Kostenblock ohne Ertrag. Erst nach einem Einbruch, einer Sachbeschädigung oder einem Zwischenfall im Empfangsbereich stellt sich die Frage: Warum haben wir das nicht vorher geregelt? Genau an dieser Stelle setzen wir an. Unser Ziel ist nicht, Angst zu erzeugen, sondern gemeinsam mit Ihnen als Kunde das reale Risiko sauber einzuschätzen bei einer Produktionshalle sieht das anders aus als bei einer öffentlichen Einrichtung oder einem Logistikstandort.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite