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business-on.de Redaktion
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18. Januar 2023

Die Initiativbewerbung: Was ist das und welche Vorteile bietet sie für Unternehmen und Bewerber?

Bewerbungen laufen im Normalfall bekanntlich stets nach demselben Schema ab: Der Stellensuchende informiert sich in Tageszeitungen oder im Internet über die aktuellen Stellenangebote, passt seine Bewerbungsunterlagen an die Anforderungsprofile der jeweiligen Unternehmen an und schickt dann alle relevanten Dokumente per Post oder per E-Mail an die verantwortliche Personalabteilung. Bei der sogenannten Initiativbewerbung versenden die Bewerber ihre Unterlagen hingegen ohne überhaupt zu wissen, ob es zum aktuellen Zeitpunkt eine freie Stelle bei dem Unternehmen gibt. Diese spezielle Bewerbungsart mag auf den ersten Blick für einige Personaler befremdlich erscheinen, kann jedoch sowohl für den Arbeitgeber als auch für den Bewerber selbst einige interessante Vorteile bieten.

Welche Vorteile bietet die Initiativbewerbung für Unternehmen?

Die Suche nach neuen Mitarbeitern ist – anders als bei einer spontanen Initiativbewerbung – im Normalfall sehr kostenintensiv und mit einem relativ hohen zeitlichen Aufwand für die Personalabteilung verbunden. Im ersten Schritt muss in enger Absprache mit der jeweiligen Abteilung der konkrete Bedarf festgestellt werden. Danach erfolgt die Erstellung eines ausführlichen Anforderungsprofils, welches dann auf diversen Online-Portalen und in verschiedenen Tageszeitungen veröffentlicht werden muss. Darüber hinaus gilt es eventuelle Rückfragen der potentiellen Bewerber zu beantworten und darauf zu warten, dass die Bewerbungen eintreffen. Und da in der Regel meist eine wahre Flut an Bewerbungen eingeht – sowohl per E-Mail als auch auf dem postalischen Wege – kostet es zudem sehr viel Zeit, um die potentiell passendsten Bewerber und Bewerberinnen herauszufiltern, um diese danach zu einem Einstellungstest oder direkt zu einem Vorstellungsgespräch einzuladen.

Im Falle einer Initiativbewerbung werden all diese Arbeitsschritte jedoch obsolet, sofern die Bewerbung zum richtigen Zeitpunkt eingereicht wird und der Bewerber grundsätzlich zu dem allgemeinen Anforderungsprofil des Unternehmens passt. Der Recruiter spart sich also zum einen die Anzeigenerstellung und -ausschreibung. Zum anderen müssen weniger Unterlagen gesichtet und Bewerbungsgespräche geführt werden. Darüber hinaus können eingehende Initiativbewerbungen gespeichert werden – falls zum aktuellen Zeitpunkt keine freie Position im Unternehmen verfügbar ist – sodass der Personaler im Falle einer neuen Stellenbesetzung ganz einfach auf den vorgemerkten Bewerber zurückgreifen kann.

Inwiefern können Bewerber von einer Initiativbewerbung profitieren?

Die Initiativbewerbung bietet auch für den Bewerber selbst einige interessante Vorteile gegenüber dem klassischen Bewerbungsprozess. Einerseits erleichtert man der Personalabteilung die Suche nach neuen Mitarbeitern, da man sich ja außerhalb einer offiziellen Stellenausschreibung bewirbt. Andererseits zeigt man mit einer Initiativbewerbung ein hohes Maß an Eigeninitiative, Selbstständigkeit, Engagement und Motivation, was verständlicherweise bei nahezu jedem Personaler sehr gut ankommt. Zudem bietet diese spezielle Form der Bewerbung die Möglichkeit, sich kreativ auszulassen, da es keine konkreten Anforderungen in Bezug auf die Struktur und die Inhalte der Bewerbungsunterlagen gibt. Der Bewerber hat also nahezu freie Hand, wenn es um die Gestaltung der Unterlagen geht und kann sich so auf die individuellen Stärken und Fähigkeiten fokussieren. Und da es keine Mitbewerber gibt, erhöhen sich dementsprechend auch ganz automatisch die eigenen Jobchancen.

Wann und für wen eignet sich die Initiativbewerbung?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass eine Initiativbewerbung effektiv gesehen zu jedem beliebigen Zeitpunkt verschickt werden kann – sofern bei dem gewünschten Unternehmen nicht gerade Stellen abgebaut werden. Und auch für den Bewerber selbst gibt es keine Einschränkungen, wobei sich eine Initiativbewerbung vor allem dann empfiehlt, falls der Bewerber bereits über einen längeren Zeitraum arbeitslos ist, wenig Berufserfahrungen oder nur schlechte Zeugnisse zu bieten hat, da diese Bewerber in einem regulären Bewerbungsverfahren ansonsten keine allzu großen Chancen gegen die Konkurrenz hätten. Des Weiteren eignet sich eine Initiativbewerbung aber auch für Menschen in einem bestehenden Arbeitsverhältnis, die schon seit geraumer Zeit eine spezielle Stelle bei einem bestimmten Unternehmen im Auge haben, bislang jedoch vergeblich darauf warten, dass eben diese Position offiziell ausgeschrieben wird.

Worauf sollte man bei einer Initiativbewerbung auf jeden Fall achten?

Abschließend sei noch gesagt, dass natürlich auch bei einer Initiativbewerbung die übliche Sorgfaltspflicht gilt. Dementsprechend sollten die Bewerbungsunterlagen nicht nur vollständig (Anschreiben, Lebenslauf und alle relevanten Zeugnisse, Qualifikationsnachweise und gegebenenfalls Arbeitsproben und Empfehlungsschreiben), sondern darüber hinaus auch frei von Grammatik- und sonstigen Rechtschreibfehlern sein. Außerdem empfiehlt sich eine ausführliche Vorabrecherche, um auf diesem Wege mehr über das Unternehmen in Erfahrung bringen zu können. Hierzu eignen sich beispielsweise die Firmenwebseite, die Tagespresse und die sozialen Medien. So lassen sich die Bewerbungsunterlagen nämlich viel einfacher anpassen und optimieren, sodass sie sowohl inhaltlich als auch optisch zu dem jeweiligen Unternehmen passen. Gut zu wissen: Eine spontane Bewerbung ohne Recherche und ohne konkreten Bezug zu dem Unternehmen nennt man auch Blindbewerbung. Diese Bewerbungsart ist allerdings nur dann zu empfehlen, sofern weder ein ausreichender Notendurchschnitt, noch eine passende Berufsausbildung vorhanden sind.

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