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24. September 2023

Nachhaltige Innovationen siegen beim 21. Deutschen Gründerpreis

52 Millionen Menschen haben Benedict Padberg (28) und Guido Zuidhof (29) mit ihrem „Friendly Captcha“ aus Wörthsee bei München das Internet-Leben alleine im vergangenen Jahr erleichtert. Freundlich ist das „Friendly Captcha“ zum Nutzer vor dem Bildschirm. Es verlangt keine nervigen Bilderrätsel, der Benutzer muss nichts tun, um zu beweisen, dass er kein Roboter – also ein potenzielles Sicherheitsrisiko – ist. Der Ansatz von Friendly Captcha ist einzigartig: Statt das Rätsel selbst zu bewerten, legt Friendly Captcha den Fokus auf die Computer-Ressourcen, die für die Lösung des Rätsels benötigt werden. Besonders relevant ist die Friendly-Captcha-Lösung für Branchen wie Versicherungen, Banken, Online-Händler, Energieversorger und Online-Plattformen. Laudator Dr. Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Dr. Ing. h. c. F. Porsche AG: „Eine revolutionäre IT-Idee mitten aus Deutschland mit Weltmarktpotenzial. Wir sind stolz auf euch, auch weil in Deutschland euer StartUp in Sachen Security-Check bereits die Nummer zwei nach Google ist.“

Stefan Walter (41) und Florian Kiener (37) sind nicht nur leidenschaftliche Gründer, sondern auch Visionäre, die frischen Wind in die eher konservative Welt der Mundpflege bringen. happybrush aus München überbrückt mit seinem breiten Spektrum innovativer Produkte die Kluft zwischen Konsumgut, Technologie und Nachhaltigkeit – mit Mundpflegeprodukten, die sowohl effektiv als auch nachhaltig sind, mit Aufsteckköpfen aus holzfaserbasierten Resten der Holzproduktion in Skandinavien, plastikfreien Verpackungen und nachhaltigen Borsten aus Rizinusöl. Dieses Streben nach Nachhaltigkeit und Effizienz hat sich ausgezahlt. Dr. ZDF-Intendant Norbert Himmler in seiner Laudatio: „Die beiden Gründer haben sich eine besetzte Nische sehr genau angeschaut. Und dann alles ein wenig anders und vor allem besser gemacht. Und damit sind sie auf Wachstumskurs.“

Damit ging der Deutsche Gründerpreis in diesem Jahr sowohl in der Kategorie StartUp als auch Aufsteiger nach Bayern. Jeweils drei Unternehmen sind Finalisten des Deutschen Gründerpreises in den Kategorien Aufsteiger und StartUp.

Dazu gehörten in diesem Jahr als Aufsteiger auch die DealCircle GmbH aus Hamburg, die mit ihrer einzigartigen Datenbank Mergers-and-Acquisitions- (M&A) und Nachfolgeberater dabei unterstützt, Käufer und Verkäufer von Unternehmen effizient zusammenzuführen. Enpal B.V. aus Berlin setzt auf vereinfachte Solarenergie-Angebote, um Eigenheimbesitzern den Übergang zu sauberer Energie zu ermöglichen und so den Klimawandel zu bekämpfen.

Als StartUp in die Finalrunde eingezogen war das EducationTech-Startup Edurino GmbH aus München, das mit seinem innovativen Ansatz von spielerischer, digitaler Wissensvermittlung einen geschützten Raum zum Lernen und Spaß haben als digitale Welt erschafft und damit das Lernen für Kinder ab 4 Jahren neu erfunden hat. Die Klim GmbH aus Berlin erleichtert mit ihrer bahnbrechenden digitalen Plattform Landwirten das regenerative Landwirtschaften, entlohnt sie dafür und hilft zudem der Lebensmittelindustrie, die Zukunftsfähigkeit ihrer Lieferketten zu sichern.

Die Preisträger und Finalisten in den Kategorien StartUp und Aufsteiger erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Unternehmensberatung Porsche Consulting GmbH. Zudem übernehmen Kuratoriumsmitglieder des Deutschen Gründerpreises Patenschaften für die jungen Unternehmen. Sie erhalten außerdem ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Alumni-Netzwerk des Deutschen Gründerpreises.

Rosely Schweizer (83) hat das Unternehmertum in Deutschland geprägt wie wenige Frauen vor ihr– oft im Hintergrund, teils im Vordergrund. Die Urenkelin von Konzerngründer Dr. August Oetker schlug bereits in jungen Jahren eine Wirtschaftslaufbahn ein – gegen den Willen des Vaters. Als Mitglied der Oetker-Dynastie gewann sie tiefe Einblicke in die Herausforderungen und Chancen von Familienunternehmen, war daher auch viele Jahre aktives Mitglied im Vorstand des Verbandes Deutscher Unternehmerinnen und ist heute dessen Ehrenvorsitzende. „Stell Dein Licht nicht unter den Scheffel, da findet dich kein Mensch!“ Mit diesen Worten ihrer bis heute wichtigsten Mentorin, ihrer Großmutter, begann für Rosely Schweizer die Reise, die sie nicht nur in die Welt des Unternehmertums, sondern auch in die Politik führte. Die Überzeugung, junge Unternehmerinnen und Unternehmer zu unterstützen, führte sie bereits zwei Jahre nach dessen Gründung ins Kuratorium des Deutschen Gründerpreises, wo sie von 2007 bis 2018 als Mentorin fungierte. Als erste Frau wurde sie nun mit dem Deutschen Gründerpreis für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Helmut Schleweis, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes lobte: „Rosely Schweizer gestaltet die Welt mit der Kraft, die ihr geschenkt ist, mit dem Mut, der eine Unternehmerin ausmacht und mit der Freiheit, für die sie kämpft.“ Sie habe sich in den über 350 Unternehmen der Familie für fast 50.000 Mitarbeiter auf der ganzen Welt engagiert. „Sie sind ein Vorbild für Freiheit, Haltung und Verantwortung!“

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz unterstützt den Deutschen Gründerpreis. Bundesminister Dr. Robert Habeck: „Die Preisverleihung des Deutschen Gründerpreises beweist erneut, der Transformationsprozess hin zu einer klimaneutralen Wirtschaft kann nur mit klugen Ideen von engagierten und kreativen Menschen gelingen. Vor allem junge Menschen brauchen Mut und wichtige Schlüsselkompetenzen, wie Durchsetzungsvermögen oder Resilienz, um ein Unternehmen zu gründen. Und hier setzt der Deutscher Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler an: Unternehmer und Unternehmerin im Kleinen sein, um dies später im Großen zu verwirklichen. Durch ,Learning by Doing‘ werden Jugendliche für wirtschaftliche Zusammenhänge begeistert. Deshalb unterstütze ich den Deutschen Gründerpreis für Schülerinnen und Schüler und gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern des diesjährigen Deutschen Gründerpreises.“

Benjamin Adrion (42) war früher Fußballprofi, bekannt vor allem durch seine Einsätze für St. Pauli. Inzwischen preisgekrönter Sozialunternehmer ist er in erster Linie ein leidenschaftlicher Verfechter für den weltweiten Zugang zu sauberem Trinkwasser. „Wasser ist elementar für jedes Leben im Universum – vom Menschen bis zum Bakterium – Wasser verbindet uns alle.“ Mit seiner Organisation Viva con Agua setzt er sich für den Zugang zu sauberem Trinkwasser, Sanitärversorgung und Hygiene weltweit ein, mit positivem Aktivismus und durch die universellen Sprachen Musik, Sport und Kunst. Was ursprünglich als Weltreise nach der Karriere als Profifußballer geplant war, entwickelte sich durch sein Engagement für Viva con Agua in eine „lebenslange soziale Weltreise“ in die verschiedenen Länder, in denen die Organisation tätig ist: überall dort, wo es großen Bedarf an Wasser und sanitärer Versorgung gibt. Viva con Agua fördert vor allem in Afrika und Asien, darunter Uganda, Äthiopien, Südafrika und Nepal, nicht nur Wasserprojekte, sondern vielmehr ein „Ökosystem“ lokaler Netzwerke. Die Partnervertreter von stern, Sparkassen, ZDF und Porsche würdigen dieses außergewöhnliche Engagement mit dem Sonderpreis des Deutschen Gründerpreises. Sven Böll, Head of Digital Development & Innovation und Mitglied der „stern“-Chefredaktion: „Benjamin Adrions Spendensammler-Phantasie kennt keine Grenzen. Er organisiert Charity-Events, Kunst-Events, Wasser-Märsche durch Europa. Viva con Agua ist ein Lifestyle-Imperium geworden, bei dem sich Spenden nicht wie Spenden anfühlt, sondern wie Leben, wie Freude.“

Moderatorin Barbara Hahlweg führte durch die Veranstaltung.

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