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Rent4Event ist startklar

#AlarmstufeRot heißt das Bündnis der Initiative und Verbände der deutschen Veranstaltungswirtschaft. Auch das Düsseldorfer Unternehmen Rent4Event beteiligte sich an den deutschlandweiten Aktionen. Susan Tuchel interviewte Maximilian Reisch, den Geschäftsführer der Rent4Event GmbH Düsseldorf.

business-on: Die Veranstaltungswirtschaft ist der sechstgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland und von den Corona-Maßnahmen zu 100 Prozent betroffen. Wie lief das letzte Geschäftsjahr für Sie?

Maximilian Reisch: Als Event-Komplettausstatter sind wir in der Tat zu 100 Prozent indirekt betroffen und haben uns deshalb auch der Initiative #AlarmstufeRot angeschlossen, um auf die Lage in unserer Branche aufmerksam zu machen. Wir erleben jede Wellenbewegung der Corona-Pandemie hautnah mit. Im Januar des letzten Jahres hatten wir nach einer Zeit der Umstrukturierung richtig Gas gegeben und waren auf Erfolgskurs mit steigenden Umsätzen. Mitte März mussten wir hier in Düsseldorf für unsere 50 Mitarbeiter sehr kurzfristig Kurzarbeit organisieren. Gleichzeitig waren unsere Vertriebler nur noch mit Stornierungen beschäftigt. Für den Sommer haben wir dann einen neuen Wirtschaftsplan unter den veränderten Corona-Bedingungen aufgestellt. Den konnten wir im Sommer dann sogar 1:1 umsetzen.

business-on: Und dann kam der zweite Lockdown im November. Wie reagierten die Mitarbeiter?

Maximilian Reisch: Viele waren natürlich erst einmal geschockt und hatten Angst um ihren Job und die Firma. In vielen persönlichen Gesprächen konnten wir die Ängste auffangen. Wir sind dankbar, dass alle unseren Weg mitgehen. Wer übrigens von der Kurzarbeit ausgenommen ist, sind die Azubis. Deren Ausbildung lief weiter und das ist gut so, denn wir möchten ja, dass auch der Nachwuchs in den Startlöchern steht, wenn es wieder los geht.

business-on: Wann wird das wohl sein?

Maximilian Reisch: Ich rechne damit, dass Veranstaltungen im Sommer wieder starten werden, kleinere Veranstaltungen möglicherweise im zweiten Quartal. Mit unseren professionellen Hygienekonzepten werden sich da Mittel und Wege finden lassen, um auch in Zukunft Firmenveranstaltungen, Hochzeiten, Filmpremieren, Preisverleihungen, Roadshows, Bälle und Gartenfeste stattfinden zu lassen. Alles ist abhängig von der Entwicklung der Infiziertenzahlen und der Impfquoten.

business-on: Hatten Sie Liquiditätsengpässe?

Maximilian Reisch: Die verschiedenen Coronahilfen orientieren sich nur sehr bedingt an der eigenen Liquidität. Da ist man schon auf sich selbst gestellt, muss auf Rücklagen zurückgreifen oder eine Bank seines Vertrauens im Hintergrund haben. Auch ist eine genaue Planung eher schwierig, da die Zahlungen der Bundesregierung eher sporadisch erfolgen.

business-on: Sie arbeiten seit 2012 klimaneutral, weil sich das rechnet?

Maximilian Reisch: Langfristig auf jeden Fall, aber eher, weil wir dahinterstehen. Wir haben als erster Eventausstatter alle CO2-Emissionen bei Strom für Spülküche, Heizung, Geschäftsreisen, Beleuchtung, Computer und bei unseren Lieferfahrzeugen durch Aufforstungsprojekte mit Primaklima-weltweit-e.V. kompensiert. Neben der Kompensierung ist uns aber vor allem auch die Vermeidung wichtig, so haben wir als erstes Unternehmen zum Beispiel Glasstrohhalme in der Vermietung eingeführt. Wir leben auch soziale Nachhaltigkeit, lassen unsere Kataloge in einer Behindertenwerkstatt binden. Auf dem Weg zum papierfreien Büro haben wir vieles digitalisiert. Wir haben die Zeit genutzt und unser Lager mit Barcodes digitalisiert sowie die Buchhaltung und die Telefonanlege digitalisiert und ein elektronisches Buchungssystem implementiert. Auch bei unserem Ziel, Plastik und Kunststoffe zu vermeiden, sind wir weitergekommen. Wir haben unsere Kunststoffdeckel durch Pappdeckel aus der Region ersetzt und unser Besteck kommt jetzt in Biokunststoffbeutel, die zu 100 Prozent kompostierbar sind. Die Nachhaltigkeit gehört zu unserem Dienstleistungsgedanken dazu und wir arbeiten daran, dass unsere Kunden auch ihre Veranstaltungen nachhaltig planen können. Dabei unterstützen wir diese gerne.

business-on: Wer in Düsseldorf vor Corona auf Events war, fiel zwangsläufig über TableTop-Artikel aus Ihrem Haus. Sie engagieren sich zum Beispiel bei den Düsseldorfer Jonges, sind Fortuna-Teampartner und Partner der DEG, haben ab der ersten Aquazoonacht für das komplette Nonfood-Equipment gesorgt. Liegt das jetzt auch alles brach?

Maximilian Reisch: Nein, wo immer es ging, haben wir geholfen. Wir engagieren uns primär in den Bereichen Sport und Kultur. Beim Düsseldorf Festival zum Beispiel haben wir die Künstler mit Equipment versorgt, Sportvereinen haben wir unentgeltlich unser Mobiliar zur Verfügung gestellt. Wir vertrauen darauf, dass es einfach bald weitergeht. Was mich ganz besonders freut ist, dass wir auch in der Krise neue Kunden gewinnen konnten, weil sie unser Konzept überzeugt hat. Unsere Perspektive ist auf jeden Fall positiv.

Das Interview führte Susan Tuchel

 

 

Susan Tuchel, Journalistin, Autorin und PR-Beraterin in Düsseldorf, nimmt gesellschaftliche Trends, politische und wirtschaftliche Entwicklungen ins Visier. Ihre Kolumne, mal sachlich und nüchtern, mal emotional oder scharfzüngig, erscheint exklusiv jeden ersten Montag im Monat bei business-on.

 

Bildquellen

  • dateien_bilder_susan_tuchel_thumb_180: Alexander Vejnovic
  • Maximilian Reisch, Geschäftsführer der Rent4Event GmbH, Düsseldorf: Copyright Gerd Lorenzen
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