Krankschreibungen – Wann müssen sie beim Arbeitgeber eingereicht werden?

Zwar schwanken die Statistiken je nach Erfassungsart um einige Tage, doch ist nach Analyse der verschiedenen Studien zum Krankenstand zu sagen, dass die Deutschen in Sachen Fehlzeiten im internationalen Vergleich weit vorne liegen. Dies ist wohl mit dem Arbeitsrecht in Deutschland zu begründen, welches sehr guten Schutz für erkrankte Arbeitgeber bietet. Dass die Deutschen weniger gesund als Menschen aus anderen Nationen sind, ist aus diesen Statistiken nicht zu folgern.
In der Regel muss ein Arbeitnehmer in Deutschland gegenüber dem Arbeitgeber seine Fehltage nicht begründen. Es reicht meist, die Vorgesetzten zu informieren, dass man krank sei und nicht auf Arbeit erscheinen wird. Erst nach dem dritten Fehltag muss man eine Krankschreibung, also einen offiziellen Beleg eines Arztes, vorlegen. Die Art der Krankheit muss dabei nicht offengelegt werden. Manch Arbeitgeber behält sich das Recht vor, die Krankschreibung früher zu verlangen. Die meisten Unternehmen machen hiervon aber keinen Gebrauch und verlangen das ärztliche Attest erst ab dem vierten Krankheitstag in Folge.
Das deutsche Arbeitsrecht ist im internationalen Vergleich sehr sozial und arbeitnehmerfreundlich. So wird dem Arbeitnehmer im Falle einer Krankschreibung 100 Prozent des Gehalts für die ersten Wochen der Krankheit fortgezahlt. Erst nach der sechsten Krankheitswoche hat der Arbeitgeber das Recht, die Lohnfortzahlung zu kürzen.
Krankschreibungen oder auch offiziell Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen sind häufig nicht sehr einfach zu erhalten. Viele Ärzte sind beim Herausgeben solcher Dokumente sehr strikt und stellen die Bescheinigungen nur bei einer richtigen Erkrankung aus. Zudem ist es schon immer schwer, einen Termin in den in Deutschland häufig überfüllten Praxen zu bekommen, um sich überhaupt krankschreiben zu lassen.
Die Corona Pandemie stellt erkrankte Arbeitnehmer vor ein weiteres Problem: Die Praxen können aufgrund der strengen Verhaltensregeln deutlich weniger Patienten behandeln und es besteht zudem die Gefahr, sich auf dem Weg in die Praxis oder vor Ort mit dem hochansteckenden SARS-CoV-2-Erreger anzustecken.
Seit einiger Zeit gibt es aber die Möglichkeit, eine Krankschreibung ohne einen Fuß vor die eigene Haustür setzen zu müssen, zu erhalten. Telemedizinunternehmen wie Kry bieten kostenfrei Onlinesprechstunden bei in Deutschland praktizierenden Ärzten an, während der man über eine Videoverbindung mit einem Arzt spricht. Diese Option verkürzt nicht nur die Zeit, bis der Patient eine gesicherte Diagnose erhält, sondern entlastet auch das Gesundheitssystem. Die virtuellen Sprechstunden sind eine optimale Ergänzung zu den traditionellen Sprechstunden und es ist inzwischen auch möglich, über Telemedizin eine Onlinekrankschreibung zu erhalten. Stellt der Arzt anhand der Symptome des Patienten, dem Videobild und dem Gespräch mit dem Patienten eine physische oder mentale Erkrankung fest, die es der erkrankten Person unmöglich macht zu arbeiten, kann er eine Onlinekrankschreibung ausstellen, die nach dem virtuellen Termin elektronisch an den Patienten übermittelt wird.
Fazit:
In den meisten Fällen muss der Arbeitnehmer erst nach dem dritten Krankheitstag in Folge eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung beim Arbeitgeber einreichen. Nur manche Unternehmen verlangen schon am ersten Fehltag ein offizielles Dokument als Begründung. Die Krankschreibung begründet eine Arbeitsunfähigkeit gegenüber dem Arbeitgeber, gibt aber zum Schutz der Privatsphäre der Arbeitnehmer keine Diagnose an. Zwar zögern einige Ärzte, die Krankschreibungen auszustellen, doch ist der Patient wirklich erkrankt, kann er diese nicht nur in einer Praxis, sondern auch als private Krankschreibung über Telemedizin erhalten.
- Titelbild: Bild von Darko Stojanovic auf Pixabay
ArbeitslebenSteigende Gewerbemieten, hybride Arbeitsmodelle und veränderte Teamstrukturen setzen viele kleine und mittlere Unternehmen unter Druck. Wenn Büros zu eng, zu laut oder schlecht aufgeteilt wirken, steht schnell ein Standortwechsel im Raum. Doch ein Umzug ist teuer, organisatorisch aufwendig und bindet interne Ressourcen. Häufig lohnt sich zuerst der Blick auf die vorhandene Fläche: Mit einer durchdachten Umgestaltung lassen sich Arbeitsbereiche besser strukturieren und Reserven aktivieren. In diesem Beitrag geht es darum, wie KMU bestehende Büroflächen effizienter nutzen können. Warum bestehende Büroflächen oft mehr Potenzial haben als gedacht
Viele inhabergeführte Unternehmen sind auf operative Risiken gut vorbereitet: IT-Ausfälle, Lieferengpässe, Fachkräftemangel oder Liquiditätsfragen stehen regelmäßig auf der Agenda. Der plötzliche Ausfall der Unternehmerperson wird dagegen oft erst dann zum Thema, wenn es bereits zu spät ist. Krankheit, Unfall oder Tod können binnen Stunden dazu führen, dass Entscheidungen blockiert, Konten nicht erreichbar und Zuständigkeiten unklar sind. Wer hier vorsorgt, schützt den laufenden Betrieb und den Unternehmenswert. In diesem Beitrag geht es darum, welche Bausteine ein unternehmerischer Notfallplan enthalten sollte. Warum der Notfallplan mehr ist als private Vorsorge
Guide'sGesundheit entscheidet zunehmend darüber, wie attraktiv ein Wirtschaftsstandort für Unternehmen und Fachkräfte ist. Gerade mittelständische Betriebe spüren, dass Ausfälle, lange Wartezeiten und fehlende Unterstützungsangebote die Arbeitsfähigkeit ganzer Teams belasten können. Neben Lohn, Infrastruktur und Wohnqualität rückt deshalb auch die regionale Gesundheitsversorgung stärker in den Fokus. Kurze Wege zu medizinischen und therapeutischen Angeboten können Beschäftigte entlasten und Arbeitgeber indirekt stärken. In diesem Beitrag geht es darum, warum Gesundheit für Unternehmen zum Standortfaktor wird und welche Rolle regionale Therapieangebote dabei spielen. Gesundheitsversorgung als Teil regionaler Wettbewerbsfähigkeit
