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BVMW-Landesgeschäftsführer Ulrich Köppen: Grünrot bleibt mittelstandsfreundlich!

Köppen: Dass Atomstrom billig ist, ist nur die halbe Wahrheit

Business-on.de: Wenn Sie drei politische Wünsche frei hätten: Was würden Sie sich von Ministerpräsident Winfried Kretschmann und seinem Kabinett für die kommenden fünf Jahre wünschen?

Dr. Ulrich Köppen: Insgesamt hoffe ich, dass die neue Landesregierung unter Ministerpräsident Kretschmann keine radikalen, ideologisch geprägten Änderungen durchsetzen wird. Die Gefahr sehe ich ernsthaft auch nicht, weil Herr Kretschmann aus meiner Sicht ein wertkonservativ geprägter und verantwortungsbewusster Mensch ist. Zweitens gehe ich – trotz der missverständlichen Äußerungen von Herrn Kretschmann – davon aus, dass die neue Landesregierung an der Seite der Automobilindustrie, gemeinsam mit der Automobilindustrie den Wandel zu den noch umweltfreundlicheren Fortbewegungsmitteln aktiv mit betreiben wird. In Baden-Württemberg wurde das Auto erfunden, in Baden-Württemberg sollten auch die modernsten und umweltfreundlichsten Autos gebaut werden! Drittens wünsche ich mir eine Politik, die zum Ziel hat, Energie bezahlbar zu halten, deren Gewinnung aber auch ökologisch nachhaltiger zu gestalten.

Übrigens: Die Atomenergie ist bei weitem nicht so günstig wie ihr Abgabepreis glauben machen könnte. Denn in diesem Preis sind die Kosten für die Endlagerung des Atommülls noch gar nicht inbegriffen! Die grün-rote Landesregierung sollte einen fairen Wettbewerb der verschiedenen Energien ermöglichen, denn nur der Wettbewerb führt letztlich zu marktgerechten, bezahlbaren Preisen. Das bedeutet auch, dass wir weg kommen müssen von einem Markt, der von wenigen Energieanbietern dominiert wird. Schließlich sind die Menschen gegenüber der Umwelt sehr viel sensibler geworden: Produkte, die ökologisch nachhaltig erstellt werden, haben heute schon einen Marktvorteil gegenüber herkömmlichen Produkten.

Business-on.de: Gestatten Sie eine persönliche Frage zum Schluss: Wenn Sie drei persönliche Wünsche frei hätten, welche wären dies?

 Dr. Ulrich Köppen: Wie viele Menschen, so wünsche ich mir – auch wenn es utopisch klingen mag - zu allererst die Abwesenheit von Krieg. Für mich selber wünsche ich mir private Zufriedenheit, was ausdrücklich den beruflichen Bereich mit einschließt. Und drittens würde ich wieder mehr Zeit haben wollen, um Klavier zu spielen. Dazu komme ich leider viel zu wenig, was ich sehr bedaure!

Business-on.de: Herr Dr. Köppen, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.

Dr. Ulrich Köppen  wurde im Jahr 1952 in Frankfurt/Oder geboren und studierte in den 1970er Jahren an der Universität Münster, wo als im Jahr 1980 als Dr. phil. promovierte. Nach einer Ausbildung als Redakteur bei der „Glocke“ im Kreis Warendorf kam Dr. Köppen im Jahr 1983 nach Baden-Württemberg, wo er bei der Kreiszeitung Böblinger Bote zunächst als Redakteur und später bis 2002 als Chef vom Dienst tätig war. Danach betrieb er bis zum Jahr 2007 ein eigenes Redaktionsbüro. Im Jahr 2007 wurde er Landespressesprecher Baden-Württemberg des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), im Jahr 2010 übernahm er zusätzlich die Funktion des Landesgeschäftsführers des BVMW.

(Redaktion)


 


 

Mit 155.000 Mitgliedern ist der Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) der größte Mittelstandsverband Deutschlands – und einer der größten Verbände überhaupt. Parteipolitisch unabhängig gehört der BVMW zu den Verbänden
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