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24. April 2013

Sie wollen selbstständig werden? Tipps und Tricks zur Existenzgründung

Die perfekte Geschäftsidee

Zu jeder Selbstständigkeit gehört das Entwickeln einer guten Geschäftsidee. Angehende Unternehmer müssen Marktlücken erkennen und über die Ideenfindung hinaus denken können. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Analyse der Zielgruppe. Eine Dienstleistung oder ein Produkt kann nur mit einer ausreichend großen Zielgruppe Gewinn erwirtschaften. Gibt es Konkurrenten auf diesem Markt, zählt das Alleinstellungsmerkmal. Individualität ist hier der Beginn für Ihre Marketingstrategie. Bevor Sie Ihr neues Unternehmen auf eine gute Idee oder eine Erfindung stützen, sollten Marken- und Patentrechte umfassend abgeklärt sein. Natürlich haben Sie in diesem Rahmen auch das Recht, ihr Gedankengut und ihre Entwicklungen schützen zu lassen.

Businessplan erstellen und Strategien entwickeln – aber wie?

Die Idee und das grobe Konzept der angestrebten Unternehmung werden in einem ausführlichen Businessplan festgehalten. Diesen benötigen Sie, um später Finanzierungen und Fördergelder zu beantragen. Er dient als zentrale Struktur und stütz die zeitliche Abfolge der Existenzgründung. Folgende Punkte sollten in jedem Businessplan vorhanden sein:

  • Vorstellung der eigenen Person
  • Idee und Konzept des neuen Unternehmens
  • Beleuchtung von Markt und Zielgruppe
  • Vertriebs- und Marketingstrategien
  • Aufstellung des benötigten Kapitals
  • Finanzierungsplan
  • Vorschau auf den Ertrag
  • Plan zur Liquidität

Der Businessplan ist für fachfremde Personen leicht verständlich zu gestalten. Beim Schreiben kann es helfen, die Sicht des Kunden beziehungsweise Geldgebers einzunehmen oder Außenstehenden den Plan nach Fertigstellung zu präsentieren. Im weiteren Verlauf der Existenzgründung dient der Businessplan als Stütze und Orientierungshilfe. Es ist jedoch keine Seltenheit, dass anfängliche Aufstellungen und Ideen später noch verändert und an neue Vorgehensweisen angepasst werden.

Förderung und Finanzierung abklären

Die Finanzierung ist ein wichtiger Faktor zur erfolgreichen Selbstständigkeit. Beachten Sie dabei, dass auch ohne Investoren Kosten zum eigenen Lebensunterhalt entstehen und in den ersten Wochen und Monaten abgedeckt werden müssen. Folgende Möglichkeiten stehen zur Finanzierung und Förderung zur Verfügung:

FinanzierungHintergrund
Staatliche Förderung• Förderungen abklären durch Bund, Länder und EU• Kreditprogramme der KfW Mittelstandbanken• KfW-Startgeld und Unternehmerkapital
Banken• Kreditchancen bei der eigenen Hausbank• Rückzahlung der Zinsen muss berücksichtigt werden• Oftmals sind teurere Geschäftskonten nötig
Leasing• Kein Eigenkapital für große Investitionen notwendig• Monatlich geringe Raten• Leasing über den Hersteller oder ein Finanzinstitut• Investitionsgut gehört nicht dem Unternehmen
Beteiligungen• Venture-Capital-Gesellschaften bieten Kapital, ohne weitere Sicherheiten zu erhalten• Es werden Beteiligungen am Unternehmen vergeben• Vermittlung von wichtigen Kontakten• Wertsteigerung des Unternehmens wird erwartet
Private Geldgeber• Günstige Möglichkeit der Finanzierung• Oftmals können nur kleine Summen abgedeckt werden• Vertrauen und konkrete Verträge sind wichtig, selbst innerhalb der Familie

Wird die Existenz aus der Arbeitslosigkeit heraus gegründet, dient der Gründerzuschuss des Arbeitsamtes als Finanzierungshilfe. Er kann nur bezogen werden, wenn ein Restanspruch von mindestens 90 Tagen Arbeitslosengeld besteht und mit der Selbstständigkeit eine neue hauptberufliche Tätigkeit von mindestens 15 Stunden pro Woche erreicht ist. Der Agentur für Arbeit muss das Potenzial des neuen Unternehmens plausibel dargestellt werden und wirtschaftlich tragfähig sein. Der Gründerzuschuss bietet dann eine soziale Absicherung über neun Monate hinweg und richtet sich nach der Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes. Zusätzlich kann ein Zuschuss von etwa 300 Euro bezogen werden.

Rechtsform wählen und Gewerbe anmelden

Mit der Rechtsform legen Sie die Struktur Ihres Unternehmens fest und somit weitere Bedingungen für Buchhaltung (zur Buchhaltung Definition), Haftungsrisiko und Beteiligung am Grundkapital . Personengesellschaften lassen sich oft leichter gründen, sind jedoch mit einem höheren Haftungsrisiko versehen. Dazu gehören beispielsweise:

Bei Kapitalgesellschaften ist die persönliche Haftung begrenzt. Eine Gründung lohnt sich nur, wenn die Umsätze eine gewisse Höhe erreichen werden und genügend Startkapital vorhanden ist. Zusätzlich sind strengere Regeln bei der Buchhaltung und Steuerzahlung zu beachten. Beliebte Kapitalgesellschaften sind:

Die Anmeldung eines Gewerbes erfolgt bei der zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung. Hierfür ist ein einfaches Formular auszufüllen, das je nach gewünschter Tätigkeit mit verschiedenen Unterlagen ergänzt werden muss. Eine gute Vorbereitung erspart viel Zeit in der Behörde. Die Kosten für eine normale Gewerbeanmeldung belaufen sich zwischen 15 und 30 Euro.

Weitere Behördengänge nach der Gewerbeanmeldung

Mit der Gewerbeanmeldung kann die selbstständige Tätigkeit aufgenommen werden und vom Finanzamt erhalten Sie einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung. Diesen müssen Sie ausgefüllt an die Behörde schicken und erhalten nach wenigen Tagen Ihre Steuernummer . Alle Rechtsformen , außer GbR und Kleingewerbe (Kleingewerbe Rechtsform), müssen im Handelsregister (Handelsregister Definition) eingetragen sein. Die Eintragung erfolgt durch den Notar. Unterschieden wird nach Verzeichnis A für Personengesellschaften und Einzelunternehmen und Verzeichnis B für alle Kapitalgesellschaften. Handwerksbetriebe müssen sich zusätzlich an die zuständige Handwerkskammer wenden und schriftlich eintragen lassen. Bei den meisten handwerklichen Berufen ist ein Meisterbrief für die Gründung eines neuen Unternehmens zwingend erforderlich.

Das Beschäftigen von Mitarbeitern führt bei der Existenzgründung zu weiteren Behördengängen. Spätestens eine Woche nach der Tätigkeitsaufnahme müssen die Mitarbeiter an die Berufsgenossenschaft gemeldet werden. Als Geschäftsinhaber haben Sie einen Fragebogen zur Anzahl der Mitarbeiter ausfüllen und senden diesen gemeinsam mit einer Kopie ihrer Gewerbeanmeldung an die Berufsgenossenschaft. Sind die Mitarbeiter sozialversicherungspflichtig, folgt eine Meldung bei den jeweiligen Krankenkassen und Trägern der Sozialversicherungen. Krankenkassen, die Agentur für Arbeit und die Rentenversicherung erteilen allen Existenzgründern in diesem Zusammenhang eine Betriebsnummer. Bei selbstständigen Künstlern herrscht eine Meldepflicht bei der Künstlersozialkasse. Ähnlich dem Angestelltenverhältnis werden die Versicherungsbeiträge zur Renten-, Pflege- und Krankenversicherung in halber Höhe gezahlt.

1. Marketing nicht vernachlässigenEine Internetpräsenz und ein gedruckter Flyer reichen als Marketinginstrumente nicht mehr aus. Die gewünschte Zielgruppe muss auf das neue Produkt oder die Dienstleistung aufmerksam gemacht werden. Für verschiedene Kampagnen ist bereits mit der Gründung ein gewisses Budget einzuplanen.
2. Reserven anlegenDie Gründung eines Unternehmens bedeutet nicht sofort die Erwirtschaftung von ausreichend Gewinn. Gerade für die ersten Monate werden finanzielle Stützen benötigt. Diese sind in die Finanzplanung mit aufzunehmen und mit dem Businessplan zu kalkulieren.
3. Organisationstalent gefragtAls junger Geschäftsführer prasseln zahlreiche Aufgaben auf den Schreibtisch, die vorher nur ansatzweise kalkuliert werden können. Die richtige Organisation kann die neue Selbstständigkeit retten. Wochen-, Monats- und Jahrespläne helfen bei der Verwaltung aller Aufgaben.
4. Flexibel seinManche Schritte aus der anfänglichen Planung werden scheitern oder nicht umzusetzen sein. In diesem Zusammenhang dürfen Sie sich nicht entmutigen lassen, sondern müssen Flexibilität zeigen. Ignorieren Sie entmutigende Kritik aus dem Umfeld, sondern hören Sie auf Ihre Kunden. Verbesserungen sind manchmal schneller vollzogen, als gedacht.
5. Jeder hat ein PrivatlebenDie Selbstständigkeit wird für viele Jungunternehmer zur zentralen Rolle im Leben. Ruhepausen und Zeit mit Familie und Freunden dürfen jedoch nicht vernachlässigt werden. Nur so tankt der Körper Kraft, Sie erhalten einen anderen Blickwinkel auf viele Probleme oder finden gar neue Ideen für Ihr Geschäft.

Zum Autor:
Christian Weis ist Gründer und Geschäftsführer von business-on.de und Herausgeber des Regionalportals für Köln/Bonn

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