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Top-Tipps: Restaurants & Co.

Vor 25 Jahren war Köln Zentrum des guten Geschmacks

Das eine oder andere Tränchen werden ältere Feinschmecker verstohlen weg wischen bei der Lektüre des neuen „Römers“, dem aktuellen Buch von Kölns „feinster Zunge“, Joachim Römer. Er wärmt unterhaltsam Memoiren an die gute alte Zeit in den Top-Restaurants rund um den Dom auf.

roemerpresse

So Erinnerungen an Rino Casati, den Spross eines uralten italienischen Adelsgeschlechts, der wie kein zweiter von köstlichen Spagetthis bis zu phantastischen Langustinoschwänzen die Finessen der Cucina Italiana zelebrierte. Oder an Rachel Silberstein, die mit umwerfendem Charme das „Chez Alex“ in der Altstadt als eleganten Salon führte und gelegentlich auch selbst mit Pfannen und Töpfen in der Küche gekonnt hantierte.

1. Gang: Die große Vergangenheit

Der „Goldene Pflug“ mauserte sich irgendwann von einer simplen Vorort-Kneipe in Merheim zum ersten Dreisterne-Restaurant der Stadt. Nur noch in München gab es damals mit „Aubergine“ und „Tantris“ Vergleichbares. Herbert Schönberner zauberte in der Küche auf höchstem Niveau, die Wirtsleute Ludwig und Eleonore Robertz, Schwiegereltern des „Chefs“, verströmten eher die rustikale Gastfreundschaft des rechtsrheinischen Köln. Aber der „Pflug“ war lange Ziel von Gourmet-Pilgern aus halb Deutschland.

Ebenso „La Poêle d’Or“ in der City. Zunächst in der schmalen Straße An St. Agatha neben der heutigen Galeria Kaufhof, später im ehemaligen „Weinhaus Wolff“ im Kölner Bankviertel präsentierte Roland Bado aus Lothringen französische Küche vom Allerfeinsten. Für die rheinischen Protagonisten der neuen „Edelfress-Welle“ war die „Goldene Pfanne“ ein „Must“. Bado zelebrierte die „Nouvelle Cuisine“. „Fortan fuhren Limousinen aus der ganzen Republik zu einem Abstecher in die Poêle d’Or. Bado wurde zum Botschafter der neuen französischen Küche in Deutschland,“ schreibt Joachim Römer. Jean-Claude Bado, Sohn des Gefeierten, setzt die Tradition seines Vaters am selben Platz fort, der erste Michelin-Stern leuchtet schon wieder in der Komödienstraße.

Der Kenner huldigt Herta Reiss, die als Messegastronomin in Köln, Hannover und Düsseldorf Zigtausende verpflegte und bei ihren Festen in der Domstadt Maßstäbe für erlesene Feste im großen Rahmen setzte. Die zierliche Chefin dirigierte von Köln aus ihr Gastronomie-Imperium mit zeitweise 42 Küchen, 56 Restaurants und 30 Snack-Shops. Bei jährlich um die tausend Veranstaltungen machte ihre Firma mehr als 50 Mio Mark Umsatz. Aber Herta Reiss blieb für ihre Kölner Gäste und Freunde stets eine außerordentlich liebenswürdige, perfekte und sehr persönliche Gastgeberin.

Joachim Römer, dessen Restaurant Report seit 25 Jahren ein zuverlässiger Führer durch die Kölner und rheinische Gastro-Szene ist, schwelgt nicht nur in der ruhmreichen Historie der Gourmet-Institutionen. Sein neues Buch beschreibt auch die klassischen Gourmet-Adressen, die nicht vernachlässigt werden sollten: „Le Moissonnier“ hinterm Ebertplatz, das „Maître“ im Landhaus Kuckuck, die „Tant“ in Porz oder auch das „Societé“ im Kartier Lateng, dem Studentenviertel an der Zülpicher Straße. Der Autor lobt die „Hanse-Stube“ im Excelsior, die fast vergessene „Remise“ in Müngersdorf oder auch Kölns ersten „Chinesen“ Tchang in der Großen Sandkaul. Dort hantieren Kölner und Auswärtige seit 1954 mit Stäbchen und schließen Freundschaft mit „Wan Tan Soup“, „Sweet & Sour Pork“ oder „Nasi Goreng“.

2. Gang: Die Klassiker vom Mittelmeer

Bei den „Klassikern“ vom Mittelmeer“ werden die Edel-Italiener „Alfredo“, „Luciano“, und „Filippo Niso“ lobend beschrieben. Und das „La Vita“, das Stammlokal von Weltstars wie Joe Cocker, Tina Turner, Harry Belafonte, Fred Mercury, Fußballstar Pelé oder auch Angelina Jolie. „Herzensküche statt Spitzenküche“ ist das Motto von Wirt Salvatore Lucca, dessen Mitarbeiter allerdings schon mal ihnen unbekannte Gäste nach typisch italienischer Kellner-Art herablassend (ab)servieren. Da sind ihre türkischen Kollegen ganz anders: als „Weltstadt-Restaurant mit orientalischer Note“ lobt Römer das „Bosporus“ in der Weidengasse.

3 Gang: Für Individualisten und Traditionalisten

Lässige Bistros für Individualisten findet der Gastro-Kritiker natürlich auch in Köln. So zum Beispiel das „Bagutta“, den „Wackes“ und das „basilicum“ mit ihren aktuellen Franco-Italienischen Spezialitäten. Mit zünftigen Adressen der kölschen Art, dem „Krützche“ in der Altstadt, dem „Haus Scholzen“ in Ehrenfeld und dem einmalig originellen „Lommerzheim“ in Deutz schließt Römers gastronomischer Spaziergang durch die gastliche Dom-Metropole mit 24 Restaurants, die seit mindestens 25 Jahren nach allen Regeln der Koch-Kunst ihre Gäste verwöhnen.

Info:
192 Seiten
ISBN: 978-3-7616-2738-9
Buchhandelsvertrieb: J. P. Bachem, Köln
19,95 Euro
www.roemerpresse.de

 

Ulrich Gross

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