Connect with us

Hi, what are you looking for?

News

Lage der regionalen Wirtschaft ist gespalten – Situation hat sich weiter verschärft

Die Wirtschaft in der Region der IHK Köln befindet sich in der Rezession, das zeigen die Ergebnisse der aktuellen Konjunkturumfrage. Vom 30.11.2020 bis zum 7.1.2021 wurden die Unternehmen zu ihrer Lage und ihren Erwartungen befragt. In diese Zeit fiel der Teil-Lockdown im November sowie der Beschluss des harten Lockdowns ab dem 16.12. „Inzwischen hat sich die Situation wegen der Verzögerungen bei den Impfungen und Sorgen um Virus-Mutationen sogar noch weiter verschärft, würde man die Unternehmen heute fragen, wären die Erwartungen sogar noch pessimistischer“, sagt Dr. Nicole Grünewald, Präsidentin der IHK Köln.

Stadt Köln
IHK Köln stellt Konjunkturbericht Winter 2020/2021 vor

„Bisher war unser Wirtschaftsstandort von einem stabilen Branchenmix geprägt, der uns beispielsweise bei der letzten Krise gut geholfen hat. Mittlerweile ist die Wirtschaft zweigeteilt: In Betriebe, die durch die Pandemie in Existenznot geraten sind, und in Wirtschaftszweige, denen die Krise fast gar nichts anhaben konnte“, so Grünewald. „Eine Erholung auf breiter Front ist allerdings noch nicht in Sicht. Wenn die angekündigten Hilfen nicht bald die Unternehmen erreichen, wird die Situation noch dramatischer. Viele Betriebe stehen mit dem Rücken zur Wand! Wir fordern dazu weitere Erleichterungen, wie zum Beispiel weniger Bürokratiekosten, schnellere Genehmigungsverfahren und Erleichterungen, wo es nur geht. Nur so haben wir die Chance, dass wir nach der gemeinsamen Bewältigung der Pandemie wieder eine starke Wirtschaftsregion mit vielen unterschiedlichen Branchen werden!“ Wenn ganze Branchen wirtschaftlich in die Knie gehen, sind auch die Strukturen dahinter gefährdet. „Gelingt es uns nicht, große Teile der betroffenen Branchen über die Dauer der Pandemie zu retten, hat das gravierende Auswirkungen auf die Innenstädte und Ortskerne in unserer Region. Das müssen wir verhindern!“

Ergebnisse für den gesamten IHK-Bezirk:

Relativ gut durch die Krise gekommen sind bislang Teile der Industrie, hierbei besonders die chemische und pharmazeutische Industrie sowie der Maschinenbau. Dienstleistungsbereiche wie Immobilienwirtschaft, Unternehmensberatungen und die Informationswirtschaft sowie der produktionsorientierte Großhandel sind ebenfalls nicht so stark von der Krise betroffen. „Zum Glück für den gesamten Bezirk sind nicht alle Branchen gleichermaßen betroffen“, sagt Thorsten Zimmermann, Leiter der Geschäftsstelle Rhein-Erft der IHK Köln. „Allerdings bedeutet dies, dass auch in diesen Branchen Umsatz- und Erlösrückgänge zu verzeichnen sind. Auch die Geschäftslage ist weiterhin angespannt und wegen der großen Unsicherheit sind die Investitions- und Beschäftigungspläne sehr zurückhaltend.“

Im Gegensatz dazu stehen Branchen wie die Reisebranche, Gastronomie, Hotellerie, Messewesen, Veranstaltungsbranche, Einzelhandel und konsumorientierter Großhandel sowie Freizeit/Sport und Kultur seit Monaten fast ohne Einnahmen da. „Betroffen sind auch bestimmte Teile der Industrie, wie zum Beispiel die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, der Fahrzeugbau oder die Hersteller von Eisen, Blechen und Metallen und die Elektroindustrie“, schildert Zimmermann die Lage. „Dies resultiert neben der geringeren Nachfrage auch aus Störungen bei der Produktion im In- und Ausland oder Schwierigkeiten bei den Lieferketten.“

Die Geschäftslage bleibt mit minus zwei Prozent im negativen Bereich. Die Erwartungen hinsichtlich der Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten sind im Vergleich zur Vorumfrage im Herbst von -9,8 auf -3,1 Punkte gestiegen. Es überwiegen also auch bis Anfang Januar noch die Unternehmen, die von einer schlechteren Entwicklung in den kommenden zwölf Monaten ausgehen. Die Investitionsabsichten sind per saldo um 10,7 Punkte gestiegen, liegen aber immer noch mit -12,9 im zweistelligen Negativbereich. „Die ganz leichten Entspannungszeichen im Befragungszeitraum sind wahrscheinlich auch die positiven Erwartungen zurückzuführen, die im Dezember wegen der beginnenden Impfungen vorherrschten. Hier zeichnete sich für kurze Zeit eine Perspektive ab. Heute sähe das wahrscheinlich schon wieder schlechter aus, das belegen auch die Zahlen der aktuellen bundesweiten Befragungen“, meint Thorsten Zimmermann.

„Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute gehen von einem Wirtschaftswachstum im Jahr 2021 aus – aber eine weitere Verlangsamung der Dynamik ist jederzeit möglich“, sagt Zimmermann. Bis die Wirtschaft wieder auf das Ausgangsniveau des Winters 2029/20 zurückgekehrt sei, könne sich auch noch bis 2022 verschieben, und: „Je länger diese unsichere Phase dauert, desto mehr Unternehmen und Branchen geraten in Schieflage“, so Thorsten Zimmermann.

Industrie

Die Lagebewertung der Industrieunternehmen hat sich im Winter 2020/2021 im Vergleich zum Herbst von -34,2 auf -11,5 Prozent zwar deutlich verbessert, es überwiegen aber immer noch die Unternehmen, die eine schlechte Geschäftslage melden (33,7 Prozent). So hatten sich auch die Erwartungen im Vergleich zum Herbst verbessert: 28 Prozent der Unternehmen glauben an eine verbesserte Lage in den kommenden zwölf Monaten. Als Risiken sehen die Industrieunternehmen vor allem die Inlands- und Auslandsnachfrage sowie die Energie- und Rohstoffpreise. 26,5 Prozent der Unternehmen klagen über einen Eigenkapitalrückgang, 14,5 Prozent über Liquiditätsengpässe und 10,5 Prozent über zunehmende Forderungsausfälle. Jedes dritte Unternehmen rechnet mit weniger Personal. 60 Prozent melden gesunkene Aufträge, die Kapazitätsauslastung liegt bei 72,2 Prozent (langjähriger Durchschnitt 80,4 Prozent).

Einzelhandel

Jedes dritte Unternehmen meldet eine schlechte Geschäftslage. Besonders die Einzelhändler sind weiter pessimistisch, über 40 Prozent gehen von einer schlechteren Entwicklung aus. Dabei nutzen rund die Hälfte der Händlerinnen und Händler auch digitale Vertriebskanäle. Als Risiken gelten die Inlandsnachfrage, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und der Fachkräftemangel. Über Eigenkapitalrückgang klagen 36 Prozent der Betriebe, jedes fünfte Unternehmen hat mit Liquiditätsengpässen und Forderungsausfällen zu tun. Die Investitionsbereitschaft und die Bereitschaft, neue Mitarbeitende einzustellen, bleibt sehr zurückhaltend.

Hotel- und Gaststättengewerbe

Durch die anhaltende Pandemie hat sich die Lage weiter verschlechtert: 96 Prozent der Unternehmen melden eine schlechte Lage. Rund 20 Prozent erwarten Umsatzausfälle von über 50 Prozent, weitere 14 Prozent befürchten Umsatzausfälle zwischen 25 und 60 Prozent. Über ein Drittel kann die Situation zurzeit nicht einschätzen. Als Risiken gelten die Inlandsnachfrage, die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen und die Arbeitskosten. Von Eigenkapitalrückgängen ist über die Hälfte der Unternehmen betroffen, ebenso von Liquiditätsengpässen. Folgerichtig ist die Investitionsbereitschaft sehr zurückhaltend und rund 64 Prozent der Unternehmen planen mit weniger Personal.

Ergebnisse für den Rhein-Erft-Kreis

Im Rhein-Erft-Kreis ist die Lageeinschätzung der Unternehmen per saldo deutlich gestiegen. Rund 35 Prozent der Unternehmen bewerten ihre Lage als gut (Vorumfrage: 24,7 Prozent). Eine schlechtere Lage melden immer noch 20 Prozent der Unternehmen (Vorumfrage: 35,2 Prozent). Der Blick in die Branchen zeigt, dass alle drei Hauptbranchen eine deutlich bessere Lageeinschätzung abgegeben haben. Die Erwartungen für die kommenden zwölf Monate bleiben jedoch im negativen Bereich. 19,1 Prozent der Unternehmen gehen von einer besseren Geschäftsentwicklung aus (Vorumfrage: 18,9 Prozent), 24,3 Prozent (Vorumfrage: 26,4 Prozent) von einer schlechteren. Während Industrie und Handel etwas zuversichtlicher in die Zukunft blicken, bleibt der Dienstleistungsbereich pessimistisch. Die Beschäftigungspläne der Unternehmen im Rhein-Erft-Kreis bleiben zurückhaltend. 13 Prozent (Vorumfrage: 12,1 Prozent) wollen mehr Personal einstellen und 21,7 Prozent (Vorumfrage: 30,8 Prozent) planen mit weniger Personal.

Bildquellen

Anzeige

Die letzten Beiträge

News

Die Zahlen sind alarmierend. 250.000 Krankenhauseinweisungen im Jahr in Deutschland sind auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen eines Medikamenten-Cocktails zurückzuführen. Laut einer Forsa-Umfrage, die im Auftrag der...

Top-Tipps: Restaurants & Co.

Die Domstadt Köln ist nicht nur für ihre wirtschaftliche und kulturelle Vielfalt, sondern auch für ihre reizvolle gastronomische Landschaft bekannt. Dabei sind es nicht...

Fachbeiträge Recht & Steuern

Die Wirtschaft erholt sich und die Auftragslage in Unternehmen nimmt endlich wieder zu. Parallel dazu steigt jedoch auch die Arbeitsbelastung sowie die Anspannung der...

Life & Balance

Studien belegen: Jede zehnte Beziehung findet im eigenen Job statt. Die Liebe im Büro muss nicht zwingend zum Scheitern verurteilt sein und ist deutlich...

Life & Balance

Büroverpflegung zeigt sich im stressigen Arbeitsalltag etwas schwierig. Die Gerichte sollten schnell gehen und gleichzeitig schmackhaft sein. Zwei Komponenten, die sich nicht immer miteinander...

Die 11 erfolgreichsten U20-Unternehmer Die 11 erfolgreichsten U20-Unternehmer

Startups

Die erste selbst verdiente Million ist der größte Traum vieler Unternehmer. Während sich einige zeit ihres Lebens vergeblich darum bemühen, schaffen es andere schon...

Beliebte Beiträge

News

Hotellerie am Limit: Zu Beginn der Hauptreisezeit fehlt in vielen Kölner Hotels und Pensionen das nötige Personal. „Rezeptionistinnen, Köche, Barkeeper, Service- und Reinigungskräfte werden...

News

Viele wollen sich etwas leisten – und das Klima schützen. Im Spannungsfeld dieses scheinbaren Dilemmas operiert der florierende Onlinehandel in Europa. Denn 60 Prozent...

News

Damit die Energiewende gelingen kann, müssen die Energiesysteme digitalisiert werden – daran haben die TH Köln und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) von 2017...

News

Svea Solar ist in den letzten Jahren zu einem der größten Solarenergieunternehmen Europas herangewachsen. In diesem Jahr konnte das schwedische Unternehmen zwei weitere Investoren...

News

Wie kann die Kölner Wirtschaft während der Pandemie bestmöglich beraten und unterstützt werden? Um auch ohne persönlichen Kontakt weiterhin Unternehmen, Startups und Selbstständigen zur...

News

Seit 15 Jahren unterstützt das Mediengründerzentrum NRW junge Medienunternehmer:innen dabei, ihre kreativen Visionen in tragfähige Geschäftsmodelle umzusetzen. Mit einem Stipendium, mit branchenspezifischem Know-How und...

ZIM Förderung

ZIM Förderung

ZIM Förderung – Programm für mehr Innovation und Wachstum im Mittelstand

Digital Signage

Digital Signage: das innovative Flaggschiff der Werbe- und Informationsbranche

Weitere Beiträge

News

Die Zahlen sind alarmierend. 250.000 Krankenhauseinweisungen im Jahr in Deutschland sind auf unerwünschte Arzneimittelwirkungen eines Medikamenten-Cocktails zurückzuführen. Laut einer Forsa-Umfrage, die im Auftrag der...

News

Hotellerie am Limit: Zu Beginn der Hauptreisezeit fehlt in vielen Kölner Hotels und Pensionen das nötige Personal. „Rezeptionistinnen, Köche, Barkeeper, Service- und Reinigungskräfte werden...

News

Der akute Mangel an Fachkräften kann die Energiewende und die Verfolgung der Klimaschutzziele gefährden. Der Arbeitsmarkt in Nordrhein-Westfalen verzeichnet einen Rekord an offenen Stellen....

News

Damit die Energiewende gelingen kann, müssen die Energiesysteme digitalisiert werden – daran haben die TH Köln und die Westfälische Wilhelms-Universität Münster (WWU) von 2017...

Life & Balance

 Die Vorbereitungen für Kölns neues Jüdische-Musik-Festival vom 4. August bis 11. August 2022 laufen auf Hochtouren. SHALOM-MUSIK.KOELN heißt das neue Festival, das künftig jüdische...

News

Svea Solar ist in den letzten Jahren zu einem der größten Solarenergieunternehmen Europas herangewachsen. In diesem Jahr konnte das schwedische Unternehmen zwei weitere Investoren...

News

Die Cura Versicherungsvermittlung GmbH veranstaltet am 2. Juli 2022 im Parkstadion Dillingen/Saar zum wiederholten Mal sein Charity-Fußballturnier „Cura for Kids“, dessen Reinerlös dem Kinderhospiz-...

News

Computerspiele werden von immer mehr Menschen genutzt, die Branche hat ein enormes Wachstumspotenzial. Die Technologie hinter den Spielen ist anspruchsvoll und entwickelt sich beständig...

Anzeige