Wirtschaft·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
2. Mai 2012

NGG Detmold-Paderborn startet „Offensive für bessere Gastro-Ausbildung“

Die Gastronomie kämpft um guten Nachwuchs: 60 freie Azubi -Stellen haben Hotels und Gaststätten im Kreis Lippe derzeit bei der Arbeitsagentur gemeldet – von der Köchin bis zum Kellner. Eine Branche auf Azubi-Suche. „In den Küchen, an den Theken und am Hotelempfang wird der Nachwuchs knapp. Ein Sinkflug bei den Bewerberzahlen – das ist das Schlimmste, was der Hotel- und Gastronomiebranche im Kreis Lippe passieren kann“, sagt Armin Wiese. Der Geschäftsführer der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) Detmold-Paderborn macht sich deshalb für eine „Azubi-Offensive“ bei den laufenden Tarifverhandlungen stark. Er will damit die Qualität der Ausbildung verbessern, die Arbeitsbedingungen attraktiver machen und den Lohn steigern.

Die NGG Detmold-Paderborn nennt Gründe, warum die Gastronomie für Jugendliche bei der Berufswahl einen bitteren Beigeschmack hat: „Die Arbeitszeiten sind ein großes Problem. Der Gast kommt morgens, mittags, spätabends oder sogar nachts, dazu meistens unerwartet. Dann will er gut und preiswert bekocht werden – und natürlich einen prima Service. Alltags genauso wie an Sonn- und Feiertagen“, so Armin Wiese. Der typische „Gastro-Arbeitsrhythmus“ gehe zu Lasten sozialer Kontakte.

Zudem sei das Klima in den Küchen immer noch rau. „Die Küchen, in denen die Pfannen fliegen, werden weniger. Trotzdem muss sich in der gesamten Gastronomie im Kreis Lippe bei den Arbeitsbedingungen dringend etwas ändern. Und dazu gehört auch die Bezahlung“, sagt der Geschäftsführer der NGG Detmold-Paderborn. Die Gewerkschaft rückt deshalb jetzt die Ausbildungsbedingungen bei den Tarifverhandlungen mit dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Nordrhein-Westfalen in den Mittelpunkt.

Ein Koch bekommt zu Beginn seiner Ausbildung nach Angaben der NGG Detmold-Paderborn derzeit 543 Euro brutto pro Monat. „Die Lehrjahre in der Küche sind hart. Dafür hat ein Azubi am Monatsende mehr im Portemonnaie verdient. Deshalb wollen wir erreichen, dass die Ausbildungsvergütungen deutlich angehoben werden“, sagt Armin Wiese. Damit lasse sich die Arbeit in der Küche dann auch anerkennen.

Darüber hinaus will die NGG die Chefs von Gaststätten und Hotels im Kreis Lippe in die Pflicht nehmen, den Azubis die Berufskleidung und das Handwerkszeug zu stellen. „Es kann nicht sein, dass eine Servicekraft ihr schwarz-weißes Kellneroutfit vom Azubi-Lohn abstottern muss. Oder dass eine Köchin ihr eigenes Messer-Starterset für 150 Euro und mehr vom Taschengeld bezahlt“, sagt der Gewerkschafter. Das gleiche gelte für die Schulbücher und die Fahrtkosten zur Berufsschule.

„Immerhin profitieren die Arbeitgeber von einer guten Ausbildung. Ohne gut ausgebildete Fachkräfte können die Gastronomen ihre Schürze an den Nagel hängen. Und das wissen sie auch“, so Wiese. Der Geschäftsführer der NGG Detmold-Paderborn erwartet deshalb, dass „der DEHOGA bereit ist, bei einer Qualitätsverbesserung in der Ausbildung mitzuziehen“. In den Betrieben müsse sich dann einiges ändern. „Dass Azubis nachmittags nach dem Berufsschulunterricht noch einmal in die Spülküche, an den Herd oder an die Theke müssen, hält sie vom Lernen ab. Dass viele zusätzlich rund um die Uhr für Mehrarbeit zur Verfügung stehen sollen, damit muss endgültig Schluss sein“, sagt Armin Wiese.

Teilen:
Weitere Artikel
Warum ein guter Passwort-Manager für Unternehmen unverzichtbar ist
Business
Warum ein guter Passwort-Manager für Unternehmen unverzichtbar ist

Passwörter als unterschätztes Sicherheitsrisiko Digitale Konten und Anwendungen sind aus dem Unternehmensalltag nicht mehr wegzudenken. E-Mail-Postfächer, Cloud-Dienste, Onlineshops, Banking-Systeme und interne Plattformen erfordern meist eigene Zugangsdaten. Mit der wachsenden Zahl an Accounts steigt jedoch auch die Gefahr, dass Passwörter mehrfach verwendet, zu einfach gewählt oder unsicher abgelegt werden. Gerade für Unternehmen kann daraus ein erhebliches Sicherheitsrisiko entstehen. Wird ein Zugang kompromittiert, können nicht nur einzelne Konten betroffen sein. Unter Umständen erhalten Angreifer Zugriff auf sensible Unternehmensdaten, Kundendaten oder interne Systeme. Ein durchdachtes Passwort-Management sollte deshalb ein fester Bestandteil der IT-Sicherheitsstrategie sein.

3 Min. LesezeitLesen
Vertragsmanagement digitalisieren: Warum Unternehmen ihre Verträge neu denken sollten
Business
Vertragsmanagement digitalisieren: Warum Unternehmen ihre Verträge neu denken sollten

Verträge gehören zum Fundament jedes Unternehmens. Sie regeln Geschäftsbeziehungen mit Kunden und Lieferanten, definieren Zahlungsbedingungen, Laufzeiten und Verantwortlichkeiten und können im Streitfall entscheidend sein. Trotzdem werden Verträge in vielen Unternehmen noch immer über verschiedene Ordner, E-Mail-Postfächer, Netzlaufwerke oder Tabellen verwaltet. Mit zunehmender Vertragsmenge wird dieses Vorgehen unübersichtlich und kann unnötige Risiken verursachen. Vom Dokumentenarchiv zum aktiven Vertragsmanagement Nach der Unterzeichnung beginnt für Unternehmen die laufende Vertragsverwaltung. Dazu gehören die Überwachung von Fristen, die Kontrolle vereinbarter Leistungen und die rechtzeitige Prüfung von Verlängerungen. Gerade automatische Vertragsverlängerungen können zum Problem werden, wenn Kündigungsfristen nicht rechtzeitig beachtet werden.

4 Min. LesezeitLesen
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt
Expertentalk
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt

Ob Terrasse, Eingangsbereich oder Parkett im Büro: Oberflächen prägen den ersten Eindruck eines Hauses oder Unternehmens und werden im Alltag stärker beansprucht, als viele Eigentümer annehmen. Verschmutzungen, Bewuchs oder Kratzer lassen sich dabei nicht mit ein und derselben Methode behandeln was im schlechtesten Fall mehr schadet als nützt. Im Interview ordnet REFINUM, ein Betrieb für Oberflächenaufbereitung aus der Region München, ein, welche Fragen vor einer professionellen Aufbereitung geklärt werden sollten, worin sich Innen- und Außenflächen unterscheiden und wo die Grenzen pauschaler Reinigungsversprechen liegen. Material und Verschmutzung zusammen denken business-on.de: Warum lassen sich Naturstein, Terrazzo, fugenlose Flächen und Holz nicht mit derselben Methode reinigen?

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite