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13. Dezember 2024

Expertentalk mit Klaudius Linsmaier, Geschäftsführer der MagicPapa GmbH

Die gesellschaftliche Bedeutung des gemeinsamen Spiels ist in einer zunehmend virtuellen Welt kaum zu überschätzen. Brett- und Gesellschaftsspiele fördern den Zusammenhalt, regen die Kreativität an und schaffen einen Rahmen für wertvolle gemeinsame Zeit. Doch während die Nachfrage nach analogen Spielerlebnissen in den letzten Jahren wieder gestiegen ist, stehen entsprechende Fachgeschäfte noch immer vor großen Herausforderungen. Leere Innenstädte, steigende Mietpreise und der Druck durch das Onlinegaming und den Onlinehandel machen es klassischen Ladengeschäften schwer, zu bestehen.

Das Unternehmen MagicPapa GmbH hat es geschafft, diesen Herausforderungen erfolgreich zu begegnen: Mit einem durchdachten Geschäftsmodell kombiniert der Geschäftsführer Klaudius Linsmaier ein umfangreiches Onlineshop Angebot mit einem lokal verankerten Ladengeschäft in Schechen bei Rosenheim. Neben einer großen Auswahl an Brettspielen, Sammelkarten und Zubehör bietet MagicPapa auch besondere Events für seine Kunden: In der sogenannten “Spiele-Area” können Besucher Spiele ausprobieren, an Turnieren teilnehmen oder sich mit Gleichgesinnten austauschen.

Mit dieser Verbindung aus traditionellem Einzelhandel, digitalem Vertrieb und einem Community-fokussierten Ansatz zeigt MagicPapa, wie Innovation und Leidenschaft auch in einem hart umkämpften Markt zum Erfolg führen können. Im heutigen Expertentalk mit Klaudius Linsmaier werfen wir einen Blick hinter die Kulissen des hybriden Spielehandels.

Business-On: Herzlich Willkommen, Klaudius Linsmaier, Geschäftsführer der MagicPapa GmbH. Sie sind erst vor kurzem in Ihr neues Geschäft in Schechen gezogen. Was hat Sie zu diesem Umzug bewogen und wie gefällt es Ihnen bisher am neuen Standort?

Klaudius Linsmaier: Die Herausforderungen haben sich verändert.Gestiegene Kosten sowie ein starker Rückgang der Laufkundschaft haben uns dazu bewegt, unser Geschäftsmodell zu verändern und uns zu spezialisieren. Wir sind aus einem Fachmarktzentrum in ein Gewerbegebiet gezogen. Der neue Standort gefällt uns sehr und entspricht unseren Bedürfnissen.

Business-On: Günstig gelegene Gewerbegebiete können also eine Alternative zum klassischen Ladengeschäft in der Fußgängerzone darstellen?

Klaudius Linsmaier: Definitiv ! Das Kaufverhalten der Endverbraucher hat sich nach der Pandemie sehr stark verändert. Auch die wirtschaftliche Entwicklung hinterlässt Spuren. Der Onlinehandel hat sehr stark zugenommen. Bei uns kann man Sammelkarten, Brettspiele und Familienspiele kaufen. Das sind Produkte, die nun online sehr schnell von zuhause aus bestellt werden können. Zudem sind das Produkte, die in der heutigen Zeit als „Luxus“-Artikel angesehen werden – und auch auf diese kann man eher verzichten als auf andere.

Business-On: Sie bieten auch am neuen Standort zahlreiche Spielrunden, Turniere und andere Spiel-Events an? Wie haben Sie es geschafft, dass Ihre Kunden Ihnen dorthin folgen?

Klaudius Linsmaier: Ja, Sammelkarten- und Brettspiel-Events sind nun zum Kerngeschäft geworden. Unsere Öffnungszeiten haben wir vollständig verändert und an das neue Eventkonzept angepasst.

Unsere Stammkunden sind uns treu und folgen uns auch am neuen Standort. Das neue Ambiente kommt bei vielen Besuchern und Spielern sehr gut an.

Unsere Stammkundschaft schätzt die persönliche Betreuung und Beratung. Zudem können bei uns viele Spiele zu den Eventzeiten ausprobiert werden. Das macht es einfacher eine Entscheidung zu treffen. Viele treffen sich einfach auch gerne mit Gleichgesinnten. Unsere Kunden empfehlen uns weiter oder bringen neue Spieler zu den Veranstaltungen.

Business-On: Hat sich die Zielgruppe in der Vergangenheit stark verändert?

Klaudius Linsmaier: Die Zielgruppe hat sich nicht wirklich verändert.Viele Menschen haben das Brettspielen neu entdeckt. Was sich jedoch sehr stark verändert hat, ist, dass wir als Brettspiel- und Sammelkarten-Fachgeschäft nicht mehr wahrgenommen wurden. Unsere Produktwelt wird nun in sehr vielen anderen Geschäften (Discounter, Baumärkten, Elektro-Fachgeschäften, Drogerien) Preisen angeboten, die wir als relativ kleines Fachgeschäft nur schwer mitgehen können..

Business-On: Seit einiger Zeit bieten Sie Ihre Spiele auch online an. Wie viel trägt Ihr Onlineshop zum Geschäftsmodell bei und geht es heutzutage überhaupt noch ohne?

Klaudius Linsmaier: Ohne einen Onlineshop ist es nicht mehr möglich. Unser Produktsortiment ist über die Jahre stark gestiegen. Viele Artikel können lokal nicht mehr verkauft werden oder liegen auch Jahr lang im Regal. Sie werden glücklicherweise nicht schlecht und erfreuen mein Sammlerherz. Allerdings ist Lagerfläche nur begrenzt verfügbar und auch teuer. Wir sind nun dabei, unseren Webshop zu pflegen und einzurichten. Das sind die neuen Herausforderungen, denen wir uns nach unserem Umzug nun stellen müssen. Ohne das richtige Knowhow ist man sehr schnell überfordert. Das frisst sehr viel Zeit und man muss sich auch mit vielen Sachen neu auseinandersetzen.

Business-On: Viel Erfolg dabei und Vielen Dank für diese Interessanten Einblicke in ein hybrides Geschäftsmodell, welches zu einem Vorbild für zahlreiche weitere Fachhändler, die auf ein analoges Publikum nicht verzichten wollen, werden könnte.

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